Abzocke mit ‚Nebenverdienst per Heimarbeit‘

Es hört sich verlockend an, doch meist steckt nur Nepp und Bauernfängerei dahinter: „Lukrativer Nebenverdienst durch simple Heimarbeit“ versprechen die Anbieter. Per Kleinanzeigen, im Internet oder via E-Mail locken sie mit hohen Verdiensten bei minimalem Arbeitsaufwand von zu Hause aus. Doch so schön der Gedanke auch sein mag, dahinter stecken meist unseriöse Betrüger, die nur eines im Sinn haben: Ihr Geld.

Damit Sie nicht in die Nebenverdienst-Falle tappen, sollten Sie bei Anzeigen und Annoncen auf folgende Kriterien achten. Generell gilt: Je verlockender und lukrativer das Angebot scheint, umso verdächtiger ist es. Bei folgenden Kriterien sollten Sie misstrauisch werden:

Fehlende Firmenangaben
In der Annonce sind weder Firmenzweck noch Firmenname oder –anschrift angegeben. Es gibt nur eine Telefonnummer – meist eine teure 0190-Nummer – oder Postfachadresse.

– Reißerische Werbung
Die Annoncen werben mit reißerischen Überschriften wie „wenig Arbeit“, „nur zwei Stunden pro Tag“ oder „Bequem arbeiten von zuhause“.

– Übertriebene Verdienstangaben
Trotz geringem Arbeitsaufwand werden utopisch hohe Verdienstmöglichkeiten angepriesen, etwa 2.000 Euro pro Woche.

– Keine klare Aufgabenbeschreibung
Es bleibt unklar, um welche Aufgabe es sich eigentlich handelt.

– Unsinnige Aufgaben
In der Angebotsbeschreibung werden unsinnige Heimarbeiten wie „Kugelschreiber zusammenbauen“ oder „Prospekte falten“ angeboten. Solche Heimarbeitsplätze gibt es nicht; diese Arbeiten werden längst von Maschinen erledigt.

Wenn Sie als Mitarbeiter weitere Mitarbeiter, Mitglieder oder Kunden anwerben sollen, handelt es sich dabei nur um Schneeballsysteme. Die einzigen Gewinner solcher Systeme sind nur die Initiatoren des Systems – alle anderen zahlen kräftig drauf.

Bei Angaben wie „Junge Leute für Reisetätigkeit gesucht“ oder „Beifahrer gesucht“ handelt es sich um nichts anderes als Drückerkolonnen, die Zeitschriften-Abonnements oder sinnlose Mitgliedschaften verkaufen sollen.

– Vorauskasse
Ein ganz klares Indiz für Betrüger: Die Forderung von Vorauszahlungen, um „Infomaterial“, „Startpakete“, „Mitgliedsbeiträge“, „Registrierungen“, „Bearbeitungsgebühren“, „Reports“ oder „Aufnahmegebühren“ zu erhalten. Seriöse Anbieter verlangen niemals Vorabzahlungen von ihren Partnern oder zukünftigen Mitarbeitern. Der Zweck der Vorauskasse: Die Einnahmen des Anbieters steigern. Wer zahlt, erhält meist nur minderwertiges oder nutzloses Infomaterial. Weitere Warnzeichen: Als Fotomodell sollen Sie schon mal vorab einen Teil der Flugreise bezahlen oder für den Heimarbeitsplatz muss ein spezielles Computerprogramm gekauft werden.

– Geheimniskrämerei
Sie werden verpflichtet, eine Verschwiegenheitsklausel zu unterschreiben, die verbietet, mit Andern über die Geschäftsbeziehungen zu sprechen.

Übrigens: Die Verbraucherzentrale Hamburg führt eine Liste der bekanntesten „Schwarzen Schafe“ der Branche. Bevor Sie auf ein Nebenverdienst-Angebot eingehen, lohnt ein Blick in die Liste:

>> Verbraucherzentrale Hamburg: Liste unseriöser Nebenjobs im Internet

>> Verbraucherzentrale Hamburg: Liste unseriöser Nebenverdienst-Anbieter

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