Android Entwicklermodus: Versteckte Entwickleroptionen einschalten und wieder ausschalten

In den Einstellungen lässt sich das Android-Handy nach Herzenslust konfigurieren. Aber das ist noch nicht alles. Neben den normalen Einstellungen gibt es noch jede Menge versteckte Konfigurationsmöglichkeiten. Die sind zwar eigentlich nur für App- und Handy-Entwickler gedacht, bieten aber auch für Otto-Normal-Nutzer interessante Möglichkeiten, etwa zum Deaktivieren der Animationen. Allerdings gibt es dort auch einige „gefährliche“ Optionen, die das Android-Handy unsicherer machen. Doch keine Sorge: man kann die versteckten Entwickleroptionen sich einfach nur gefahrlos einmal ansehen – und danach wieder deaktivieren.

Entwickleroptionen aktivieren

Um die Entwickleroptionen zu aktivieren, wechseln Sie in die Einstellungen und blättern ganz nach unten. Dort tippen Sie auf „Über das Telefon“. Auf der nächsten Seite blättern Sie wieder nach unten und tippen mehrmals hintereinander auf die Spalte „Build-Nummer“. Nachdem Sie vier bis fünf Mal auf „Build Nummer“ getippt haben, ist der Entwicklermodus aktiv.

Jetzt finden Sie in den Einstellungen ganz unten als vorletzen Eintrag den neuen Befehl „Entwicklermodus“, über den Sie die sonst verborgenen Entwickleroptionen einblenden.

Hier gibt es jede Menge Funktionen und Einstellungen, die normalerweise nicht zugänglich sind. Doch aufgepasst: mit einigen Optionen wie dem USB-Debugging-Modus öffnen Sie mitunter Sicherheitslücken, über die Andere einfacher auf sämtliche Daten des Handys zugreifen können. Unerfahrene Android-Nutzer sollten mit den Entwickleroptionen vorsichtig umgehen. Solange die Einstellungen unverändert bleiben, kann aber nichts passieren.

Entwickleroptionen wieder deaktivieren und ausschalten

Wenn Sie die Entwickleroptionen wieder ausschalten möchten, rufen Sie die Seite für die Entwickleroptionen auf und schieben den oberen Schalter auf „Aus“. Der Menüpunkt „Entwickleroptionen“ bleibt damit zwar in den Einstellungen erhalten, sämtliche Optionen werden automatisch deaktiviert und können auch nicht versehentlich aktiviert werden.

Die Entwickleroptionen im Überblick

Die Entwickleroptionen sind vor allem für Entwickler interessant, die zum Beispiel Systemdateien auslesen bzw. austauschen oder Befehle direkt ans Handy schicken möchten. Hier eine Übersicht der wichtigsten Entwickleroptionen:

Allgemein:

  • Desktop-Sicherungspasswort: Sicherungskennwort für die vollständige Desktop-Sicherung einrichten.
  • Aktiv lassen: Der Bildschirm bleibt beim Aufladen eingeschaltet.
  • USB-Soeicher schützen: Apps  müssen vor dem Zugriff auf den USB-Speicher/die SD-Karte um Erlaubnis fragen.

Debugging:

  • USB-Debugging: Computer und Gerät können problemlos Daten austauschen und Apps lassen sich ohne Benachrichtigungen und Protokollierungen installieren. Vorsicht: Diese Option sollte nur für die App-Entwicklung und zum Testen eigener Apps aktiviert werden.
  • Fehlerberichte im Menü „Akku“: Im Ausschaltmenü eine Option zur Erstellung von Fehlerberichten anzeigen.
  • Falsche Standorte: Simuliert eine bestimmte Position.
  • Debugging-App auswählen: Auswahl der gewünschten Debugging-App – sofern installiert.
  • Auf Debugger warten: Die zum Debugging vorgesehene Applikation soll vor der Ausführung auf die Aktivierung des Debuggers warten.
  • Apps über USB bestätigen: Per ADB/ADT installierte Apps werden auf schädliches Verhalten geprüft.

Eingabe:

  • Berührungen anzeigen: Berührungen werden visuell auf dem Bildschirm dargestellt.
  • Zeigerposition: Blendet eine Overlay-Grafik mit aktuellen Touch-Daten ein.

Zeichnung:

  • Oberflächenaktualisierungen: Blendet eine blinkende Animation bei Oberflächenaktualisierungen ein.
  • Layoutgrenzen einblenden: Zeigt Klickgrenzen, Rahmen usw.
  • Maßstab Fensteranimation: Bestimmt die Fenster-Animationsgröße oder schaltet die Animationen aus.
  • Maßstab Übergangsanimation: Bestimmt die Übergangsanimationsgröße oder schaltet die Animationen aus.
  • Maßstab für Animatorzeit: Bestimmt das Animationsdauerverhältnis oder schaltet die Animationen aus.
  • Sekundäre Displays simulieren: Simuliert andere Display- und Bildschirmgrößen bzw. -auflösungen.

Hardwarebeschleunigtes Rendering

  • GPU-Rendering erzwingen: Erzwingt die Berechnung von 2D-Inhalten durch die die GPU (Grafikkarte).
  • Updates m. GPU-Ansicht: Bildschirmbereiche blinken auf, wenn diese von der GPU aktualisiert werden.
  • Hardwareebenen-Updates: Lässt die Hardwareebenen bei Aktualisierung grün aufblinken.
  • GPU-Überlastung anzeigen: Zeigt GPU-Überlastungsstatus grafisch an; in den Farben Blau -> Grün -> Hellrot -> Rot (von optimal bis schlecht).
  • 4x MSAA erzwingen: Aktiviert vierfaches MSAA bei OpenGL ES 2.0-Applikationen.
  • HW-Overlays deaktivieren: Der Bildaufbau soll immer von der GPU übernommen werden.

Überwachung

  • Strikter Modus aktiviert: Der Bildschirm blink, solange der Haupt-Thread ausgeführt wird.
  • CPU-Auslastung anzeigen: Zeigt ein Overlay mit der aktuellen CPU-Auslastung.
  • GPU-Rendering für Profil: Dient zum Messen der Rendering-Zeit bei adb shell dumpsys gfxinfo.
  • OpenGL-Traces aktivieren: Bestimmt die App für OpenGL-Traces.

Apps

  • Aktionen nicht speichen: Löscht sämtliche Aktivitäten, nachdem sie vom Nutzer beendet wurden.
  • Hintergrundprozesslimit: Bestimmt, wie viele Prozesse maximal im Hintergrund ausgeführt werden können.
  • Alle ANRs anzeigen: Zeigt die „App reagiert nicht“-Dialoge auch bei Hintergrund-Apps.

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