Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf: Tachotrickser entlarven

Beim Kauf eines gebrauchten Autos beschleicht einen oft ein mulmiges Gefühl. Stimmt die angegebene Kilometerleistung? Oder wurde der Tacho manupuliert und „runtergedreht“? Wichtige Fragen, schließlich spielt der Kilometerstand beim Gebrauchtwagenkauf eine entscheidende Rolle.

Und die Tricks der Betrüger werden immer raffinierter. Dank immer ausgeklügelterer Methoden ist es mittlerweile eine Leichtes, die Laufleistung eines Autos fast unmerkbar zu manipulieren. Da der Tachostand längst nicht mehr auf Walzen, sondern elektronisch im Chip festgehalten wird, ist der Betrug selbst für Experten nur schwer erkennbar. Im Strafgesetzbuch gibt es hierzu sogar schon einen eigenen Tatbestand „Tachomanipulation“.

Trotzdem gibt es einige wichtige Tipps und Hinweis, um Tachotricks zu erkennen. Wenn Sie folgende Hinweise beachten, stehen die Chancen gut, einen Gebrauchten ohne manipulierten Tacho zu erwischen:

1. Seriöse Händler

Kaufen Sie den Gebrauchtwagen am besten bei einem Händler Ihres Vertrauens und nicht auf dem erstbesten Hinterhof.

2. Misstrauisch bleiben

Prüfen Sie die Angaben des Verkäufers auf Plausibilität. Wenn ein fünf Jahre altes Auto erst 25.000 Kilometer auf dem Tacho hat, sollten Sie genau nach den Gründen für die geringe Laufleistung fragen. Sind diese unplausibel, lassen Sie lieber die Finger davon.

3. Passt die Abnutzung zum Kilometerstand?

Werfen Sie einen Blick auf die Abnutzung von Sitzen, Polstern, Schalthebel, Pedale und Lenkrad. Hat das Fahrzeug nur wenige Kilometer auf dem Zähler, weist aber erhebliche Abnutzungserscheinungen im Innenraum auf, ist garantiert etwa faul.

4. Belege prüfen

Einen guten Einblick in den Lebenslauf eines Fahrzeugs bieten Belege wie Werkstattrechnungen, Einträge im Serviceheft oder TÜV-Untersuchungsberichte. Hier sind stets die zum jeweiligen Zeitpunkt aktuellen Kilometerstände vermerkt. Auch auf dem Ölwechsel-Schildchen am Öleinfüllstutzen ist zumeist der Kilometerstand zum Zeitpunkt des letzten Ölwechsels vermerkt. Prüfen Sie, ob die Angaben in den Belegen mit den aktuellen Werten übereinstimmen. Hat das Fahrzeug aktuell weniger Kilometer runter als in den letzten TÜV-Berichten oder Werkstattrechnungen, wurde am Tacho gedreht.

Wer alle Hinweise beachtet, fällt kaum noch auch Tachotrickser herein. Im Zweifelsfall lassen Sie lieber die Finger vom „Schnäppchen“ und suchen einen anderen Händler oder Verkäufer auf.

Ein Kommentar

  1. Diagnosetechnik F. Pioreck 19. Dezember 2011

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