Digitale Musik: So geht’s weiter – Die Zukunft des Digitalen Rechte-Managements (DRM)

Mit den bislang etablierten DRM-System hat die Musikindustrie ihr Ziel erreicht: Die Zahl der illegal kopierten und bei Tauschbörsen angebotenen Titel ist seit der Verschärfung des Urheberrechts drastisch zurückgegangen. Der legale Erwerb bei Downloadportalen hat sich etabliert.

Eine Verschärfung der derzeitigen digitalen Rechtemanagementsysteme und noch stärkere Beschränkung der Nutzer ist derzeit nicht in Sicht. Zwar gibt es Bestrebungen, das Umgehen von DRM-Systemen durch Hacker oder Spezialsoftware zu erschweren. Ein Ansatz ist die sogenannte Trusted Computing Platform, die mithilfe eines zusätzlichen Chips im Inneren des Rechners – aus Sicht der Musikanbieter – für noch mehr Sicherheit sorgen. Zurzeit verläuft die Entwicklung aber in die entgegengesetzte Richtung. In der Musikwirtschaft reift die Erkenntnis, dass DRM-Systeme den Einkauf und die Nutzung nur unnötig kompliziert machen. Downloadportale wie Apple iTunes bieten Songs mittlerweile auch ohne lästigen Kopierschutz an. Eine erfreuliche Entwicklung, die den Umgang mit digitaler Musik erheblich vereinfacht.

Es geht auch ohne – Musik ohne DRM-Fesseln

Spötter sprechen beim Digitalen Rechtemanagement (DRM) gerne vom „Digital Restrictions Management“ (digitale Rechtebeschränkung) oder „Digitale Rechte Minimierung“. Und tatsächlich: Die restriktiven DRM-Verfahren sorgen bei vielen Anwendern für Verwirrung. Laufen die gekauften Titel auf dem MP3-Player? Welche Software brauche ich zum Abspielen? Ohne DRM gäbe es die Fragen erst gar nicht. „Freie Musik“ ohne DRM lässt sich auf nahezu allen Computern und Endgeräten abspielen und beliebig in andere Formate umwandeln.

Bei einigen Musikanbietern geht daher der Trend weg vom Digitalen Rechtemanagement. Apple bietet seit Frühjahr 2007 im iTunes-Angebot auch DRM-freie Titel zum Download an, erkennbar am Zusatz iTunes Plus. Die „freien Titel“ sind mit 1,29 Euro zwar knapp 30 Cent teurer, kommen aber ohne DRM-Beschränkungen aus. Die Titel lassen sich beliebig kopieren, brennen oder umwandeln. Als Zugabe wurde die Qualität von 128 kbit/s auf 256 kbit/s verdoppelt. Vorerst gibt es nur Titel des Musiklabels EMI Group in der freien Version. Andere Labels werden vermutlich nachziehen. Auch andere Musikanbieter werden voraussichtlich Musik auch ohne DRM-Beschränkungen ins Programm nehmen.

Hier gibt’s Musik ohne Kopierschutz

Neben Apple (iTunes Plus) bieten Akuma (www.akuma.de) und MediaOnline (musik.mediaonline.de) eine Vielzahl von Musiktiteln ohne Kopierschutz an. Leider machen die freien Titel nur einen Bruchteil des Gesamtangebots aus, da die Rechteinhaber damit einverstanden sein müssen – viele sind noch skeptisch.

Die fehlenden DRM-Beschränkungen sind allerdings kein Freibrief für uneingeschränktes Verteilen der Musik, etwa in Internet-Tauschbörsen. Es gilt weiterhin das Urheberrecht, nach dem Privatkopien nur in begrenzter Menge (maximal sieben) angefertigt werden dürfen. Apple und andere Anbieter ungeschützter Musik versehen die Titel mit persönlichen Informationen, die Rückschlüsse auf den ursprünglichen Käufer zulassen.

Audio-CDs wieder ohne Kopierschutz

Seit Anfang 2000 wurden fast alle Audio-CDs mit einem Kopierschutz versehen. Die Folge: Auf einigen CD-Playern – etwa im Auto – ließen sich die gekauften CDs nicht abspielen; die Datenträger wurden gerne auch als „Un-CDs“ betitelt. Mittlerweile rudern die Musiklabels zurück und verzichten auch bei Audio-CDs auf einen Kopierschutz.

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