Digitale Musik und das richtige Dateiformat: Die Qual der Wahl

Eines der größten Probleme digitaler Musik war lange Zeit die enorme Datenmenge. Eine normale Audio-CD belegt im Rohformat pro Minute knapp 10 Megabyte Speicher. Ein Song mit fünf Minuten Spieldauer kommt auf ca. 50 MB. Zu viel, um einen Titel „mal eben“ aus dem Internet herunterzuladen. Selbst mit einer schnellen DSL-2000-Anbindung würde es pro Titel über drei Minuten dauern, mit ISDN sogar über eineinhalb Stunden.

Daher wurde in den letzten Jahren intensiv nach Lösungen gesucht, um das Datenaufkommen zu verringern, ohne dabei die Klangqualität zu beeinflussen. Das Ergebnis sind spezielle Formate, in denen die Musik in komprimierter Form gespeichert ist. Dank der Kompressionsverfahren benötigt digitale Musik heute nur noch einen Bruchteil der ursprünglichen Datenmenge. Ein im Rohformat 50 Megabyte großer Titel verbraucht komprimiert nur noch ein Zehntel, knapp 5 Megabyte Speicherplatz. Bei Sprache – etwa Hörbüchern – sind die Verfahren sogar noch effizienter.

Das Prinzip der Datenreduktion ist einfach: Die Kompressionsverfahren überlisten das menschliche Gehör. Alle für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbaren Töne werden einfach aus der Musikdatei entfernt. Nur die hörbaren Frequenzbereiche bleiben erhalten. Zusätzlich werden Töne, die durch andere überlagert werden, durch einen Maskierungseffekt herausgefiltert. Fachleute sprechen dabei von Irrelevanzreduktion. Das Ergebnis ist eine platzsparende Datei ohne merkliche Klangverluste. Selbst Profis sind nicht in der Lage, eine komprimierte von einer Originaldatei zu unterscheiden.

Wie bei Textdokumenten oder Fotos gibt es auch für digitale Musik unterschiedliche Formate, die sich untereinander nicht vertragen. Jeder Hersteller „kocht sein eigenes Süppchen“ und hat ein eigenes Kompressionsverfahren entwickelt. Die Klangqualität ist bei allen Formaten ähnlich gut, Unterschiede gibt es aber in der Handhabung. Das Datenformat und der darin enthaltene Kopierschutz schränken teilweise die Wahl der tragbaren Abspielgeräte sowie der Abspielsoftware auf dem PC ein.

WMA – Windows Media Audio

Viele Musikanbieter nutzen das Format Windows Media Audio (WMA), das sich mit dem bei Windows enthaltenen Windows Media Player und mit den meisten tragbaren Geräten abspielen lässt.

AAC – Advanced Audio Coding

Beim Musikportal iTunes von Apple kommt das AAC-Format (Advanced Audio Coding) zum Einsatz. Die gekauften Stücke lassen sich fast ausschließlich mit dem eigenen Abspielprogramm iTunes nutzen. Als tragbare Abspielgeräte steht hier lediglich der Apple iPod, Apple iPhone sowie bestimmte Handys zur Auswahl.

MP3

Einige wenige Anbieter haben Musikstücke Songs auch im MP3-Format im Programm. MP3 ist praktisch das Universalformat, dass auf den meisten Computern – Windows, Apple oder Linux – ohne Zusatzsoftware abgespielt werden kann. Auch fast alle tragbaren Abspielgeräte beherrschen das Format.

MP3 hat jedoch – aus Sicht der Musikanbieter – einen entscheidenden Nachteil: Das Dateiformat unterstützt keinen Kopierschutz. Einige Anbieter wie Akuma (www.akuma.de) setzten trotzdem auf das MP3-Format und ergänzen es um digitale Wasserzeichen, die Rückschlüsse auf den ursprünglichen Käufer zulassen.

ATRAC und Open MG Audio

Weniger Beachtung findet das ATRAC3-Dateiformat (Adaptive Transform Acoustic Coding), das beim Musikanbieter Connect (www.connect-europe.com) von Sony zum Einsatz kommt. Die gekauften Titel lassen sich nur mit der eigenen Connect-Software abspielen. Als tragbare Geräte kommen lediglich Sony Walkman sowie Memory Stick Recorder in Frage. Seit Sonys Walkman neben dem ATRAC-Format auch das MP3-, WMA- und AAC-Format unterstützen, verliert das ATRAC3-Format zunehmend an Bedeutung.

Ogg Vorbis

Bei Internetnutzern äußerst beliebt ist das Format Ogg-Vorbis. Es zeichnet sich durch sehr gute Klangqualität bei extrem niedrigen Datenraten aus. Allerdings bieten nur wenige Musikdownloaddienste das Format an. Der Grund: Ogg Vorbis bietet kein Rechtemanagement und damit keinen Schutz vor Raubkopien. Auch portable Abspielgeräte mit Ogg-Vorbis-Unterstützung gibt es kaum.

Real Audio

Real Audio ist das Audioformat des Software-Herstellers RealNetworks. (www.real.com). Real-Audio-Dateien bieten trotz hoher Komprimierung eine sehr gute Klangqualität. Das Real-Audio-Format kommt vornehmlich bei der Übertragung von Webradio über das Internet zu Einsatz. Zur Wiedergabe ist der kostenlos erhältliche RealPlayer erforderlich. Bei Musikdownloaddiensten spielt das Real-Audio-Format allerdings keine Rolle.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die wichtigsten Musikformate in der Übersicht:

DateiformatDatei­kennungMusikportale, die dieses Format anbieten (Auswahl)Tragbare Geräte, die dieses Format unterstützen (Auswahl)Abspielsoftware (Auswahl)
WMA – Windows Media Audio.wmaMusicload (www.musicload.de)

AOL

(musikdownloads.aol.de)

Conrad
(www.music.conrad.de)

Medion
(www.medionmusic.com)

MediaOnline

(musik.mediaonline.de)

Freenet

(musikdownload.freenet.de)

One4Music

(www.one4music.de)

– Creative Zen

– Philips SA

– Samsung YP

– Sony NW-Reihe („MP3 Walkman“)

– Transcend T.Sonic

– Thomson Lyra

– Trekstor i.Beat

Windows Media Player (PC und Mac)
AAC – Advanced Audio Coding.aac

.m4a

iTunes (www.itunes.de)– Apple iPod

– Apple iPhone

Apple iTunes (PC und Mac)
MP3.mp3Akuma

(www.akuma.de)

Medion
(www.medionmusic.com)

– Apple iPod

– Apple iPhone

– Creative Zen

– Philips SA

– Samsung YP

– Sony NW-Reihe („MP3 Walkman“)

– Thomson Lyra

– Transcen T.Sonic

– Trekstor i.Beat

Apple iTunes (PC und Mac)

Windows Media Player (PC)

ATRAC.omaSony Connect

(www.connect-europe.com)

– Sony NW-Reihe („MP3 Walkman“)Sony Connect
Ogg Vorbis.ogg– Samsung YP

– Trekstor Vibes

– Maxfield MAX-SIN

WinAmp (PC)

Audacity (PC und Mac)

 

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