Diplomarbeit "Eine Klassifizierung von Geschäftsmodellen im Internet" – Regionalisierung

Auszug aus der Diplomarbeit „Eine Klassifizierung von Geschäftsmodellen im Internet„.

4.1.1 Regionalisierung

Durch das Internet lassen sich im globalen Maßstab regionale Märkte erobern . Im weltweiten Medium Internet sind die Angebote zumeist auf eine weltweite oder zumindest auf eine nationale Zielgruppe beschränkt, beispielsweise Suchmaschinen. Mit zunehmender Popularität des Internet spielt jedoch die Regionalisierung der Angebote eine zunehmende Rolle, um Alleinstellungsmerkmale gegenüber Mitbewerbern zu etablieren und um die Wünsche der Kunden nach lokalen Internet-Angeboten zu befriedigen.

Beispielsweise lassen sich Suchmaschinen nicht nur in nationale Suchdienste wie Yahoo! Canada oder Yahoo! Japan usw. aufteilen, sondern weiter in regionale Gebiete unterteilen. Je mehr Internet-Angebote sich beispielsweise um die Hansestadt Hamburg drehen, um so dringender wird das Bedürfnis für eine eigene Internet-Suchmaschine für Hamburg. Der Suchmaschinenbetreiber Yahoo! hat derartige Dienste beispielsweise bereits für Großstädte wie San Francisco, New York oder Chicago etabliert.

Ein weiteres Potential für Regionalisierungen im Internet bieten beispielsweise Kleinanzeigenmärkte, Online-Auktionen oder Gewinnspiel-Sammlungen, deren Angebote oftmals nur für eine Zielgruppe in einer bestimmten Region interessant sind. Finden sich im Internet beispielsweise genügend Gewinnspiele, die nur für Bewohner im Umkreis von München interessant sind, bietet sich hier eine Regionalisierung der Gewinnspiele-Sammlung an.

Bei Regionalisierungen im internationalen Rahmen, beispielsweise bei Fokussierung auf deutschsprachige Gemeinden in Süd- oder Nordamerika, ist allerdings auf die regionalen Eigenheiten des Zielgebiets zu achten . Hierzu gehören juristische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, sprachliche Lokalisierungen sowie kulturelle Anpassungen wie die Nutzung von Symbolen oder Farben, die je nach Kulturkreis unterschiedliche Bedeutungen haben können.

4.1.2 Suchmaschinen-Eintrag

Für zahlreiche Internet-Nutzer stellen Suchmaschinen wie Yahoo! oder Fireball die ersten Anlaufpunkte im Internet dar. Aufgrund der wenig strukturierten Inhalte im Internet fungieren Suchmaschinen oftmals als Navigatoren durch das Informationsangebot. Das zeigen die Besucherzahlen der etablierten Suchmaschinen, die sogenannten Search-Engines stehen bei den PageViews weit vor reinen Content-Anbietern. Die Suchmaschine Fireball verzeichnete im Juni 1999 beispielsweise 35 Millionen PageViews und 17 Millionen Visits; eines der beliebtesten Content-Angebote, Focus Online, erreichte hingegen „nur“ 17 Millionen PageViews und 6 Millionen Visits .

Daher gilt es, neue Internet-Angebote in Suchmaschinen anzumelden. Die Anmeldung kann dabei direkt online beim Suchmaschinenbetreiber erfolgen und ist in der Regel kostenlos. Da weltweit ca. 800 Suchmaschinen existieren, haben sich Dienstleister etabliert, die gegen eine Gebühr das Eintragen in die wichtigsten Suchmaschinen übernehmen, beispielsweise PromoWare (http://www.promoware.de) oder Hello Engines (http://www.hello-engines.de).

Der reine Eintrag in der Suchmaschine reicht in der Regel allerdings nicht aus. Da eine Suchmaschine zu einem Suchbegriff nicht selten mehrere tausend Fundstellen ermittelt, sollte zudem eine möglichst hohe Plazierung in den „vorderen Rängen“ der Suchergebnisse erzielt werden. Dieses Ziel wird vor allem durch eine geschickte Plazierung sogenannter META-Tags erreicht, die bei der Indizierung des Webangebots seitens der Suchmaschine für eine höhere Plazierung sorgt. In den META-Tags sind Zusatzinformatonen über Art, Umfang und Zielgruppe des Webangebots kodiert, die innerhalb der Suchmaschine in der Regel für eine höhere Trefferquote sorgen . Auch in diesem Segment haben sich bereits Dienstleister etabliert, die gegen eine Gebühr für eine höhere Plazierung in der Liste der Suchergebnisse sorgen, beispielsweise RankWare (http://www.rankware.de).

4.1.3 Gewinnspiele

Internet-Nutzer gelten als verspielt. Bereits das reine Surfen durch das Webangebot bietet an sich bereits ein hohes spielerisches Element. Beispiele aus der Praxis zeigen, daß die Integration von Gewinnspielen den Bedürfnissen der Surfer nach interaktiven Erlebnisangeboten gerecht wird und einen direkten Zuwachs an Zugriffen nach sich zieht . Gewinnspiele sind daher ein geeignetes Instrument, um interessierte Zielgruppen auf die eigene Internet-Präsenz zu locken. Kostenlose Gewinnspiele locken Kunden zum eigenen Webangebot, binden Kunden an das Internet-Angebot und reizen mit attraktiven Preisen. Ein weiterer entscheidender Vorteil ergibt sich aus dem Feedback der Gewinnspielteilnehmer. Die Ergebnisse, die neben reinen Adressinformationen auch Profile wie Kaufverhalten oder Konsumpräferenzen enthalten können, lassen sich für Direktmarketingaktionen wie E-Mail-Werbung oder klassische Mailings verwenden.

Neben Gewinnspielen können weitere Unterhaltungselemente wie Online-Spiele, Rätsel oder Fortsetzungsgeschichten den Nutzer veranlassen, die Webseite regelmäßig zu besuchen . Eine der beliebtesten Fortsetzungsgeschichten mit täglichen Gewinnchancen ist beispielsweise Johnny Walker des Magazins Stern (bereits seit 1996) oder Tommy Zack der Deutschen Post AG.

Abbildung 25: Gewinnspiele und tägliche Fortsetzungsgeschichten wie Johnny Walker steigern die Attraktivität einer Webseite

Die Attraktivität von Gewinnspielen wird durch prominente und publikumswirksame Gewinnspielsammlungen im Internet unterstützt. Die Gewinnspielsammlung Kostenlos.de umfaßt beispielsweise ca. 1.000 deutschsprachige Gewinnspiele und wird monatlich von ca. 1,8 Millionen Anwendern besucht. Wer etwa aufgrund attraktiver Preise, anspruchsvoll gestalteter Gewinnspiele oder pfiffiger Gewinnspielideen prominent auf Gewinnspielsammlungen plaziert wird, erhält auf diese Weise eine – im Vergleich zu klassischer Werbung – kostengünstige Werbeplattform.

4.1.4 Newsletter

Zu einem weiteren wichtigen Instrument zur langfristigen Kundenbindung gehören kostenlose E-Mail-Newsletter. Um Kunden an die Webseite oder die Produkte eines Anbieters zu binden, können sie einen kostenlosen Newsletter abonnieren, der in regelmäßigen Abständen per E-Mail verschickt wird. Der Newsletter informiert über aktuelle Entwicklungen und Neuigkeiten zu den Themen der entsprechenden Webseite oder des entsprechenden Anbieters. Das Marketinginstrument Newsletter bietet dabei folgende Vorteile:

• Individualisierung: Bei der Anmeldung zum Newsletter müssen sich Kunden zumeist mit Name, Adresse und weiteren Informationen wie Konsumpräferenzen identifizieren. Die auf diese Weise ermittelten Kundenprofile lassen sich für zielgruppengerechte Direktmarketingaktionen nutzen.

• Dauerhafte Bindung: Kunden, die einen Newsletter abonnieren, gehören zu besonders wertvollen Kunden, da sie sich selbst aktiv als Newsletter-Abonnent angemeldet haben. Werbungen und Ankündigungen im Newsletter werden daher mit hoher Wahrscheinlichkeit wahrgenommen.

• Generieren von PageImpressions: Innerhalb des Newsletters kann der Kunde direkt per Mausklick weiterführende Informationen abrufen, die auf der jeweiligen Webseite des Anbieters abgelegt sind. Auf diese Weise lassen sich zusätzliche PageImpressions generieren.

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