Geschichte der Internet-Browser: 1993, die Geburtsstunde der Browser

Daß sich der Browser, der das Fenster zum World Wide Web bildet, zu einem der wichtigsten und erfolgreichsten PC-Produkte der 90er Jahre entwickeln würde, hat sich Marc Andreessen sicher nicht träumen lassen. Der findige Student am National Center for Supercomputing Applications (NCSA) erkannte bereits früh, daß das von Tim Berners-Lee ins Leben gerufene World Wide Web eine grafische Oberfläche braucht. Bis 1993 arbeiteten die meisten World Wide Web-Anwender – es waren nur ein paar hundert, vor allem am Europäischen Institut für Teilchenphysik (CERN) – noch mit zeichenorientierten Programmen. Marc Andreessen entwickelte daraufhin den ersten grafischen Web-Browser namens NCSA Mosaic, programmiert für das X-Windows-System und Microsoft Windows. Bereits die erste Version des Web-Browsers hatte maßgeblich Anteil an der explosionsartigen Zunahme der Popularität des World Wide Web. Er diente lange Zeit als Vorbild für alle zukünftigen Web-Browser.

Im März 1994 verließ Marc Andreessen mit weiteren Kommilitonen NCSA, um die Mosaic Communications Corporation zu gründen, die sich kurze Zeit später in Netscape Communications Corporation, dem heutigen Marktführer in Sachen Web-Browser, umtaufte. Die junge Firma hatte gleich mit dem ersten Produkt, dem Netscape Navigator 1.0 einen durchschlagenden Erfolg. Der Web-Browser war einfach zu bedienen, sah ansprechend aus und war im Vergleich zu anderen Browsern sehr schnell. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten; der Navigator von Netscape entwickelte sich schnell zum Standard-Browser für das World Wide Web.

Lange Zeit sah es so aus, daß die Konkurrenz dem Quasi-Monopolisten Netscape das Feld der World-Wide-Web-Software kampflos überlassen würde. Von einem ernsthaften Konkurrenzprodukt war auch 1995 weit und breit nichts zu sehen. Das Internet wurde „damals“ noch nicht ernst genommen, kaum einer gab dem Internet ein Chance. Oftmals wurde es wenig lukrative als Spielwiese für Studenten und Universitäten herabgestuft. Die meisten Anbieter von Online-Informationen setzten statt dessen auf propietäre Lösungen und etablierten eigene, geschlossenen Online-Dienste. Microsoft präsentierte zusammen mit der neuen Betriebssystem-Version Windows 95 beispielsweise das Online-Angebot Microsoft Network (MSN).

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