Maklerprovision beim Hauskauf- welche Tücken gut verpackt sind – Viel Geld für wenig Wert? Wie sich schwarze Schafe in der Branche auf weißen Wolken tarnen

Maklertricks führen oft dazu, dass 10.000 Euro Provision für ein Haus gezahlt werden, dieses aber auch ohne den Verdienst an den Vermittler verkauft worden wäre. Denn es gibt auch unter den Maklern schwarze Schafe, die provisionsfreie Angebote im Internet kopieren und sie im wahrsten Wortsinn verkaufen. Wenn das nicht auffällt, zahlen viele Betroffene ganz blauäugig gutes Geld.

Unnötig mehr zahlen

Ein Fallbeispiel zeigt es auf: Ein Ehepaar besitzt seit Februar eine Doppelhaushälfte in Berlin-Reinickendorf. Preis genial, schönes Haus, alles optimal. Nur am Ende sollte der Tag nicht vor dem Abend gelobt werden, denn: 10.000 Euro Provision wurden direkt an den Immobilienkaufmann gezahlt und das wäre unnötig gewesen. Denn die Familie hatte im Internet nicht gesehen, dass der ursprüngliche Eigentümer das Objekt im Internet ohne Provision bei immobilienscout24 und in der Immowelt selbst finanziert hatte. In der Flut vieler Maklerangebote ging das Inserat unter.

Bunte Welle beim Hauskauf

Die ehemaligen Eigentümer wollten keinen Verkäufer einschalten. Aber nachdem die Anzeige im Netz aktiv war, riefen ständig Immobilienvermittler an, sie hätten Interessenten. Bei den ersten Maklern stimmten die Besitzer zu, dann wollten sie keine weiteren mehr teilhaben lassen. Daraufhin boten aber acht Makler das Haus im WWW an, einige von ihnen hatten Fotos gemacht und Infos von den Eigentümern aus der Zeitungsannonce kopiert und den Text umgestaltet. Fakt: Der Preis im Angebot für das Haus ging runter, um mehr Käufer zu finden.

Provisionsprozess

Natürlich schaden diese Geschäftspraktiken dem Ruf der Makler, die auf seriöser Basis wirtschaften. Denn es geht ganz einfach: Der Eigentümer muss nichts von der Vermittlung im Netz wissen, Fakt ist, dass der Käufer einen seriösen Maklervertrag unterschreibt. Und der kann dennoch ordnungsgemäß ausgefertigt sein, auch wenn der Makler ein dunkles Geheimnis damit hat. Letztlich muss die Unterschrift gar nicht her, es reicht auch ein Exposé mit einem Hinweis auf die Provision und den Besichtigungstermin. Nach Abschluss des Kaufvertrags wird die Provision aber fällig und das sind 3,57 % bis 7,14 % vom Kaufpreis.

Die Folgen

Makler oder solche, die es sein wollen und diese Methoden anwenden, fliegen zugleich aus dem Verband. Die Eigentümer können zwar verbieten, dass das Haus in der Zeitung inseriert wird, aber ein Anwalt wird zumeist nicht eingeschaltet. Letztlich kann man nach Vertragsunterzeichnung nichts mehr machen, der Makler wird aus dem Verband entfernt, das Objekt aus dem Portal im Internet ebenfalls und es ist zu hoffen, dass die Zahl der „falschen Fünfziger“ weniger wird.

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