Mosaic Browser: Was ist eigentlich aus dem Urvater der Browser geworden?

Der Erfolg des Netscape Navigators und später des Internet Explorers von Microsoft ging nicht spurlos am Geburtsort des Browsers, dem National Center for Supercomputing Applications (NCSA) vorüber. Zwar wurde der Mosaic-Browser in den nächsten Jahren weiterentwickelt, er erreichte jedoch nie die Popularität der Netscape-Produkte. Der Mosaic-Browser hinkte immer der Zeit hinterher und unterstützte lediglich die verabschiedeten HTML-Standards. Neuerungen, die Netscape einführte und die sich zum Quasi-Standard entwickelten, blieben beim Mosaic-Browser außen vor. Selbst die aktuelle Version 3.0, die Anfang 1997 erschien, kann noch immer keine Frames (Rahmen) darstellen, die bei anderen Browsern längst zum Standard-Repertoire gehören. NCSA hat die Entwicklung eigener Browser mittlerweile an den Nagel gehängt. Die Version 3.0 ist die letzte Mosaic-Version. *** Ende Kasten ***

Eine echte Konkurrenz für Netscape war die Microsoft-Lösung jedoch nicht. Erst Mitte 1996, mit der Entwicklung der dritten Generation der Browser, zeichnete sich eine Aufholjagd an. Vor allem in technischer Hinsicht. Erst seit den Versionen 3.0 des Netscape Navigators und des Internet Explorers sind beide Browser technisch auf gleicher Höhe. Beide unterstützen die jeweils aktuellen Entwicklungen der HTML-Sprache, allerdings mit einem bitteren Beigeschmack. Da ein offizieller HTML-Standard für neue Web-Entwicklungen fehlte, bastelten beide Kontrahenten an eigenen Lösungen für die Umsetzung der innovativen Ideen. Mit teilweise fatalen Folgen: Einige Internet-Seiten lassen sich entweder mit dem Netscape Navigator oder mit dem Interner Explorer betrachten. Autoren, die die Spezialfunktionen eines Browsers einsetzen, schließen damit die Benutzer anderer Browser aus oder schränken den Zugriff zumindest ein. In den harmlosesten Fällen kann man die Seite des für den Konkurrenten optimierten Browsers zwar noch darstellen, muß aber Einbußen in der Funktionalität bzw. der Darstellung der Seite hinnehmen. Tabellen sind beispielsweise verrutscht, Grafiken erscheinen in anderen Farben oder Fehlermeldungen weisen auf Inkompatibilitäten zwischen den Browsern hin.

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