PC-Grundlagen: Die Registrierungsdatenbank bearbeiten

Alles in Windows dreht sich um die Registrierungsdatenbank. Sämtliche Einstellungen, die Sie in Windows vornehmen, speichert das Betriebssystem in der Registrierungsdatenbank. Wenn Sie beispielsweise in der Systemsteuerung die Doppelklickgeschwindigkeit der Maus verändern, trägt Windows Ihren Wunsch direkt in die Registrierungsdatenbank ein. Genauer gesagt, in den Schlüssel

HKEY_CURRENT_USERControl PanelMouseDoubleClickSpeed

Doch wozu Änderungen an der Registrierungsdatenbank vornehmen, wenn es die Systemsteuerung auch tut – viel bequemer sogar? Die Antwort ist einfach: Windows hat zwar die wichtigsten Einstellmöglichkeit in die Systemsteuerung gepackt – aber nicht alle. Unzählige Veränderungen und Optimierungen suchen Sie in der Systemsteuerung vergeblich; sie sind einzig und allein über die Registrierungsdatenbank erreichbar.

Registry-Einträge finden und bearbeiten

Der Bildschirmaufbau des Registrierungseditors ähnelt dem des Explorers: In der linken Hälfte erhalten Sie einen Hierarchiebaum, den Sie per Mausklick auf die Plus- bzw. Minuszeichen auf- bzw. zuklappen können. In der rechten Hälfte zeigt Windows den Wert des im linken Bereich markierten Elements.

Die einzelnen Registrierungsdaten speichert Windows als Werteinträge unter den jeweiligen Registrierungsschlüsseln. Jeder Werteintrag im Registrierungseditor ist in folgende drei Bestandteile aufgeteilt: Name, Datentyp und Wert. Der Wert kann einen bis zu 16.000 Zeichen langen Text beinhalten. Beim obigen Beispiel "Doppelklickgeschwindigkeit" besteht der Eintrag aus den folgenden Komponenten:

Name: DoubleClickSpeed
Datentyp: REG_SZ (Zeichenfolge)
Wert: 500 (hier: Millisekunden)

Registry-Einträge suchen

Besonders praktisch ist die Möglichkeit, nach einem bestimmen Schlüsselnamen zu suchen. Das ist oftmals schneller, als sich mit der Maus durch die Tiefen der Registrierdatenbank zu klicken:

1. Rufen Sie im Registrierungseditor den Menübefehl Bearbeiten | Suchen auf.

2. Geben Sie den gewünschten Suchbegriff ein. Bevor Sie die Suche starten, können Sie im Feld Suchoptionen noch bestimmen, welche Einträge (Schlüssel, Werte oder Daten) Sie in die Suche einbeziehen möchten.

Wenn Sie das Kontrollkästchen Ganze Zeichenfolge vergleichen aktivieren, sucht Windows ausschließlich nach dem eingegebenen Suchbegriff. Bleibt das Kontrollkästchen leer, kann der Suchbegriff auch Teil des gefundenen Wortes sein; “net” findet in diesem Fall “Internet”, “Netzwerk” und “Vernetzung”.

Einige Schlüsselnamen enthalten Leerzeichen, während andere Unterstriche verwenden. Damit Sie auf jeden Fall den gesuchten Schlüssel finden, sollten Sie möglichst nur nach einem Teil des Schlüssels suchen. Geben Sie zum Beispiel für den Schlüssel KEYBORD LAYOUT als Suchschlüssel KEYBOARD ein. Sie sollten dabei auch das Kontrollkästchen Ganze Zeichenfolge vergleichen deaktivieren.

3. Starten Sie die Suche per Mausklick auf Weitersuchen. Sobald ein Schlüssel gefunden wurde, der dem von Ihnen eingegebenen Kriterium entspricht, springt Windows an die entsprechende Stelle in der Registrierungsdatenbank. Falls der gefundene Eintrag nicht der gewünschte ist, können Sie die Suche mit der Taste F3 fortsetzen.

Registry-Einträge ändern

Die stärkste "Waffe" zum Optimieren von Windows stellt das Verändern von Registry-Einträgen dar. In diesem Buch werden Sie an zahlreichen Stellen auf Änderungen in der Registry stoßen. Nur so sind die notwendigen Einstellungen und Verbesserungen überhaupt erst möglich.

Möchten Sie einen Werteintrag ändern, gehen Sie wie folgt vor:

1. Wählen Sie in der linken Fensterhälfte zunächst den Schlüssel aus, der den zu ändernden Wert enthält.

2. Klicken Sie anschließend im rechten Fenster doppelt auf den Eintrag, den Sie ändern möchten.

3. Geben Sie in das nachfolgende Fenster den gewünschten Wert ein, und bestätigen Sie mit Ok. In den meisten Fällen sind die Änderungen sofort aktiv.

Damit die in der Registrierungsdatenbank vorgenommenen Änderungen im Hauptschlüssel HKEY_CURRENT_USER wirksam werden, muss sich der Benutzer neu anmelden.

Achtung: Alle Informationen unter dem Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINEHARDWARE sind zunächst vorläufig. Einträge, die in nicht temporären Schlüsseln vorgenommen werden, behalten solange Gültigkeit bis Sie oder ein Programm diese ändern oder löschen. Informationen in temporären Schlüsseln dagegen werden beim Herunterfahren des Betriebssystems automatisch gelöscht.

Ein gutes Beispiel, um die Wirkung einer Änderung in der Registrierungsdatenbank zu verdeutlichen, ist der Eintrag im Hauptschlüssel HKEY_CURRENT_USER und dort im Schlüssel ControlPanelDesktop. Hier erkennen Sie im rechten Fenster den Werteintrag MenuShowDelay, der standardmäßig einen Wert von 400 besitzt. Klicken Sie auf diesen Werteintrag doppelt und ersetzen Sie die 400 zum Beispiel durch eine Null. Damit erreichen Sie, dass das Aufklappen der Menüs (zum Beispiel im Start-Menü) zukünftig ohne Zeitverzögerung geschieht. Bei dieser Änderung gilt: Melden Sie sich ab und wieder neu an, um die Änderungen wirksam werden zu lassen .

Neue Schlüssel hinzufügen

Sie können auch neue Schlüssel in der Registrierungsdatenbank hinzufügen:

1. Um einen neuen Schlüssel hinzuzufügen, wählen Sie zuerst in dem linken Fenster den gewünschten Schlüssel aus, unter dem der neue Schlüssel erstellt werden soll.

2. Rufen Sie anschließend den Befehl Bearbeiten | Neu | Schlüssel auf.

3. Windows legt daraufhin unter dem zuvor markierten Schlüssel ein Unterschlüssel mit der Bezeichnung Neuer Schlüssel # 1 an. Tippen Sie nun einfach den gewünschten Schlüsselnamen ein und bestätigen Sie mit der Return-Taste.

Hier ist zu beachten, dass der Schlüsselname keinen Schrägstich enthalten darf und unter den anderen Teil-schlüsseln in der selben Hierarchieebene eindeutig sein muss. Daher vergibt Windows für einen neuen Schlüssel auch zunächst eine fortlaufende Nummer.

4. Nachdem Sie einen neuen Schlüssel hinzugefügt haben, müssen Sie noch einen entsprechenden Wert eingeben. Um einem Schlüssel einen neuen Wert zuzuordnen, wählen Sie aus dem Menü Bearbeiten | Neu den Befehl Zeichenfolge, Binärwert oder Dword-Wert, je nachdem, welchen der drei Schlüsseltypen Sie einrichten möchten.

Folgende Übersicht zeigt die Bedeutung der einzelnen Datentypen:

Zeichenfolge: Eine Zeichenkette variabler Größe, maximal jedoch 16.000 Zeichen. Die Informationen erscheinen oft in Klartext, beispielsweise PATH-Einträge oder Meldungen. Der Inhalt der Zeichenfolge kann sich während der Laufzeit ständig ändern.

Binärwert: Enthält reine Binärdateien. Im Grunde macht es wenig Sinn, Binärdaten im Registrierungseditor zu betrachten oder gar zu verändern. Binärdaten tauchen hauptsächlich in den Hardware-Setup-Informationen auf.

Dword-Wert: Enthält reine Binärdaten, die jedoch auf 4 Byte begrenzt sind. Die so genannten Double-Word Dateien haben eine Länge von 32-Bit und können in den Formaten binär, dezimal oder hexadezimal vorliegen.

Geben Sie dem neuen Wert auf die gleiche Art und Weise wie bei dem zuvor erstellten Schlüssel einen Namen, und klicken Sie anschließend doppelt auf den neuen Eintrag, um den endgültigen Wert zu bestimmen.

Übrigens: Im Registrierungseditor haben auch die Möglichkeit, Schlüssel oder Werteinträge zu löschen. Markieren Sie den gewünschten Schlüssel, und rufen Sie den Menübefehl Bearbeiten | Löschen auf. Doch Vorsicht: Wie bereits erwähnt, ist die Bearbeitung der Registrierungsdatenbank mit Vorsicht zu genießen. Löschvorgänge können nicht zurückgenommen werden! Sollte es Ihnen dennoch aus Versehen passieren, dass Sie einen Schlüssel löschen, müssen Sie ihn manuell wieder einrichten oder eine der oben genannten Sicherheitskopien wieder zurückspielen.

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