PC-Grundlagen: Die Schnittstellen im und am PC

Ihr PC ist ein wahres Multitalent. Hunderte verschiedener Hardware-Komponenten lassen sich problemlos anschließen oder einbauen. Drucker, Grafikkarten, Scanner, Telefone, Joysticks, Lautsprecher und vieles mehr – Ihr PC ist offen für jede Menge Hardware. Ermöglicht durch zahlreiche Schnittstellen.

Die Schnittstellen machen ihrem Namen alle Ehre: Sie ermöglichen der angeschlossenen Hardware den Zugang zum PC. Über die Schnittstellen geht es in den PC hinein – und wieder hinaus. So groß wie die Vielfalt der anschließbaren Hardware ist auch die Vielfalt der möglichen Schnittstellen Ihres PC. Sowohl im Inneren als auch außen am PC-Gehäuse finden Sie die verschiedensten Schnittstellen mit den unterschiedlichsten Buchsen, Steckern und Öffnungen.

Schnittstellen im Inneren des PC

Ein Blick in das Innere des PCs verrät: Jeder Computer verfügt auf der Hauptplatine über eine Vielzahl von Schnittstellen. Zumeist in Form länglicher Slots in unterschiedlichen Länge, Farben und Formen. Die wichtigsten Schnittstellen im Inneren Ihres PC und deren Funktionen sind:

– PCI

PCI (Peripheral Component Interconnect) ist die Standard-Schnittstelle in Ihrem PC. Sie erkennen die PCI-Schnittstelle meist anhand von weißen, länglichen Steckplätzen auf der Hauptplatine Ihres PCs. Typische PCI-Produkte sind Netzwerkkarten, Modems, Soundkarten oder Videoschnittkarten. Eine Weiterentwicklung der PCI-Schnittstelle ist PCI-X. Diese etwas längeren PCI-X-Slots finden Sie aber meist nur in professionellen Servern.

– PCIe (PCI Express)

PCI Express ist eine neue, extrem schnelle Schnittstelle speziell für Grafikkarten. Alle modernen Grafikkarten sind nur noch als PCI-Express-Version erhältlich. Sie erkennen die PCI Expresse-Schnittstelle auf der Hauptplatine zumeist anhand einer roten, gelben oder schwarzen Schnittstelle, die etwas länger ist als die PCI-Schnittstelle. Zudem verfügt Sie am Anfang über eine zusätzliche „Nase“ oder einen kleinen Hebel zum Fixieren der Karte.

Vorsicht: PCI-X und PCI Express werden leicht verwechselt. Die Namen sind zwar ähnlich, gemeint sind aber zwei völlig unterschiedliche Schnittstellen: PCI-X ist eine Erweiterung der PCI Schnittstelle. PCI Express hingegen ist eine völlig neu entwickelte Schnittstelle.

Empfehlung: Wenn Sie einen neuen PC kaufen, achten Sie darauf, dass er über eine PCI Express-Schnittstelle verfügt. Alle schnellen Grafikkarten werden in Zukunft fast nur noch als PCI-Express-Variante angeboten.

– AGP

AGP (Advanced Graphics Port) ist eine Schnittstelle ausschließlich für Grafikkarten. AGP ist wesentlich schneller als PCI, allerdings wird AGP mittelfristig durch die noch schnellere Grafikkarten-Schnittstelle PCI Express ersetzt. Die meisten Grafikkarten nutzen derzeit noch die AGP-Schnittstelle. Die AGP-Schnittstelle erkennen Sie auf der Hauptplatinen zumeist als braune, längliche Schnittstelle über den weißen PCI-Schnittstellen. Sie ist etwas kürzer als ein PCI-Slot. Die meisten AGP-Ports haben zusätzlich rechts einen kleinen Haken oder eine „Nase“, um die AGP-Karte auf der Platine zu fixieren.

– (E)IDE

Die IDE-Schnittstelle sowie die modernere Variante EIDE (Enhanced Integrated Drive Electronics) ist die Standard-Schnittstelle für Festplatten und CD- und DVD-Laufwerke. Auf der Hauptplatine sind die IDE-Schnittstellen zumeist am Rand platziert. Sie sind schwarz oder gelb, rechteckig und verfügen in der Mitte über eine Aussparung.

Damit die Laufwerks-Kabel nicht falsch angeschlossen werden können, wird der Verpolungsschutz durch Nasen an den Steckern sowie durch verschlossene Pinlöcher gewährleistet. Jedoch sind noch ältere Kabel von Billiganbietern im Umlauf, die diese Schutzfunktion nicht besitzen. Im Zweifelsfall halten Sie sich an folgende Regel: Die farblich markierte Seite (meist rote Linie) des Flachbandkabels zeigt beim Motherboard immer auf die Beschriftung 1 am Anschluss, gleiches gilt für die Buchse direkt am Laufwerk.

Empfehlung: IDE und EIDE sind mittlerweile veraltet. Moderne PC-Systeme verwenden stattdessen den schnellen SATA-Anschluss. Beim Kauf eines neuen PCs sollten Sie darauf achten, dass sowohl IDE als auch SATA-Schnittstellen vorhanden sind.

– SATA

SATA – auch Serial-ATA oder S-ATA genannt – ist eine besonders schnelle Schnittstelle für moderne Festplatten. Die SATA-Schnittstelle ist wesentlich schneller als IDE. Mehr noch: Die SATA-Kabel sind wesentlich dünner als die breiten IDE-Flachbandkabel. Im Inneren des PCs ist es dadurch wesentlich aufgeräumter. SATA-Schnittstellen erkennen Sie anhand von kleinen, schwarzen, rechteckigen Steckerbuchsen – zumeist am Rand der Hauptplatine.

Empfehlung: Achten Sie beim Kauf eines neuen PCs darauf, dass dieser neben IDE-Schnittstellen auch SATA-Schnittstellen aufweist. Alle modernen Festplatten sind nur noch mit der SATA-Schnittstelle zu haben.

– USB

Der Universal Serial Bus – kurz USB – ist wahrlich universell. Er wurde erfunden, um der Schnittstellenvielfalt ein Ende zu bereiten. Das Ziel von USB: Nur noch eine einzige Schnittstelle für alle Geräte. Und tatsächlich: Fast alle neue Hardware-Komponenten kommen mit einer USB-Schnittstelle auf den Markt. Egal, ob Maus, Tastatur, Drucker, Scanner, USB-Sticks, mobile Festplatten, MP3-Player oder Lautsprecher – die Liste der USB-Hardware ist lang. Die anderen PC-Schnittstellen sind damit zwar noch nicht tot, werden aber immer unwichtiger.

Sie erkennen die USB-Schnittstellen vorne oder hinten am PC-Gehäuse anhand von kleinen, schmalen, silbernen, rechteckigen Buchsen.

Wichtig: Die USB-Stecker und -Buchsen sind zwar seit der Einführung gleich geblieben, es gibt aber mittlerweile zwei unterschiedliche USB-Standards: Der erste Standard USB 1.1 ist noch sehr langsam. Wesentlich schneller ist der moderne USB 2.0-Standard. USB 2.0 ist allerdings erst ab dem Service Pack 1 für Windows XP nutzbar.

Empfehlung: Beim Kauf eines neuen PC sollten Sie darauf achten, dass der Computer über mindestens sechs, besser acht oder zehn USB-Schnittstellen verfügt. Das hört sich auf den ersten Blick viel an, die Zahl der USB-Geräte steigt jedoch unaufhaltsam – da können die USB-Schnittstellen schnell knapp werden. Beim Kauf neuer USB-Geräten empfiehlt es sich zudem, ausschließlich USB-2.0-Geräte anzuschaffen. Der alte 1.1-Standard ist für Festplatten oder USB-Sticks viel zu langsam. Erst USB-2.0-Geräte sind rasend schnell.

Auch wenn alle USB-Schnittstellen belegt sind, können Sie weitere USB-Hardware anstöpseln. Schließen Sie einfach einen so genannten USB-Hub an. Der Hub erweitert Ihren PC um weitere freie USB-Schnittstellen.

– Firewire

Ein toller Name. Und eine tolle Schnittstelle: Firewire hört sich nicht nur gut an, sondern ist auch rasend schnell. Daher kommt Firewire – im Fachjargon mit dem langweiligereren Namen IEEE 1394 bezeichnet – auch gerne beim Videoschnitt zum Einsatz. Digitale Videokameras oder Videorekorder werden zumeist über die Firewire-Schnittstelle an den PC angeschlossen. Weit verbreitet ist Firewire allerdings trotz der hohen Geschwindigkeit nicht. PCs verfügen – wenn überhaupt – meist nur über einen einzigen Firewire-Anschluss.

Sie erkennen den Firewire-Anschluss hinten am PC-Gehäuse an einem kleinen rechteckigen Anschluss, der an einer Seite eckig ist und an der anderen Seite Spitz zuläuft.

Empfehlung: Wenn Sie Videos von Ihrer digitalen Videokamera überspielen und bearbeiten möchten, kommen Sie um Firewire kaum herum. Bei allen anderen Hardware-Geräten ist Firewire wenig verbreitet und daher auch nicht unbedingt notwendig.

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