PC-Grundlagen: Manuelle Netzwerkonfiguration und IP-Adressvergabe ohne DHCP

DHCP ist eine praktische Arbeitserleichterung. Sie als Anwender brauchen sich damit nicht um die Vergabe der Netzwerkadressen zu kümmern, sondern überlassen die Aufgabe einfach dem Router.

Mitunter kann es aber sinnvoll sein, selbst Hand anzulegen und eigenhändig für die Vergabe der IP-Adressen zu sorgen. Statische IP-Adressen erhöhen zum einen die Sicherheit im WLAN, zum anderen haben Sie damit die volle Kontrolle, welcher Computer unter welcher Adresse erreichbar ist. In einem kleinen Netzwerk mit drei oder vier Computern ist der Aufwand zudem überschaubar.

Unter Sicherheitsaspekten können statische IP-Adressen Hackern das Eindringen in das eigene WLAN-Netz erschweren. Bei einem DCHP-Netzwerk bekommt der Eindringling vom WLAN-Router die richtige IP-Adresse praktisch auf dem silbernen Tablett serviert. Ist DHCP hingegen ausgeschaltet und erhält jeder PC manuell eine statische IP-Adresse, müssen Eindringlinge zunächst eine gültige IP-Adresse herausfinden und ihren eigenen PC entsprechend konfigurieren. Das verhindert zwar nicht komplett die Möglichkeit, mit einer gültigen IP-Adresse in das Netz einzudringen, macht einen potenziellen Angriff aber zumindest komplizierter.

Das Deaktivieren von DHCP und die manuelle Vergabe von IP-Adresse erfolgt in zwei Schritten, die auf den folgenden Seiten ausführlich erläutert werden:

1. Ausschalten des DHCP-Servers im Router

2. Manuelle Vergabe der IP-Adressen bei jedem Netzwerk-PC

DCHP-Server im Router ausschalten

Im ersten Schritt gilt es, im Router den DHCP-Server und damit die automatische Vergabe von IP-Adresse zu deaktivieren. Hierzu verändern Sie die Netzwerkeinstellungen im Konfigurationsmenü des Routers.

1. Zunächst starten Sie den Internet Browser und geben anschließend die Adresse des WLAN-Routers ein, z.B. 192.168.0.1. Hier eine Leiste der Standardadressen und -kennwörter der wichtigsten Hersteller:

Hersteller 3com:
http://192.168.1.1
Benutzername: Admin
Kennwort: admin

Hersteller D-Link:
http://192.168.0.1
Benutzername: Admin
Kennwort: (leer)

Hersteller AVM:
http://fritz.box
Benutzername:(leer)
Kennwort: (leer)

Hersteller Linksys:
http://192.168.1.1
Benutzername: Admin
Kennwort: admin

Hersteller Netgear:
http://192.168.0.1
Benutzername: Admin
Kennwort: password

2. Im Konfigurationsmenü des Routers wechseln Sie in den Bereich für die Netzwerkeinstellung. Bei AVM-Routern heißt das Menü Einstellungen | System | Netzwerkeinstellungen | IP-Adresse. Bei Routern der Firma Netgear gehen Sie in das Menü General | DHCP, bei Routern der Firma D-Link in den Bereich Home | DHCP.

3. Schalten Sie das Kontrollkästchen DHCP-Server aktivieren aus. Bei einigen Routern kann die Option auch Disable DHCP Server oder DHCP Disable lauten.

Die automatische Vergabe der IP-Adressen ist damit ausgeschaltet. Jeder Computer muss sich ab sofort selbst um die richtige Adresse kümmern.

4. Nicht nur die PCs im Netzwerk, auch der Router selbst braucht eine eigene IP-Adresse. Geben Sie die gewünschte Adresse in das Feld IP-Adresse ein, und tragen Sie in das Feld Subnetzmaske den Wert 255.255.255.0 ein.

Typischerweise wählen Sie für den Router eine IP-Adresse, die mit 192.168. beginnt. Beim dritten und vierten Ziffernblock haben Sie die freie Wahl aus Zahlen zwischen 0 und 255. In den meisten Netzwerken haben die Router eine der folgenden Adressen:

192.168.0.1

192.168.1.1

192.168.10.1

Welche Adresse Sie verwenden, können Sie selbst bestimmen. Falls Sie sich nicht sicher sind, wählen Sie einfach die Adresse 192.168.0.1.

Ganz wichtig: Merken Sie sich die Adresse des Routers – sie ist praktisch die „Master“-Adresse, aus der sich später die IP-Adressen der angeschlossenen PCs ableiten. Dabei gilt: Bei allen IP-Adressen der PCs entsprechen die ersten drei Ziffernblöcke exakt der Router-Adresse. Hat der Router beispielsweise die Adresse 192.168.0.1, können Sie später bei den PCs aus den Adressen zwischen 192.168.0.2 und 192.168.0.255 wählen.

5. Sobald Sie die gewünschten Einstellungen vorgenommen haben, klicken Sie auf Speichern bzw. Save oder Close, um die Änderungen zu aktivieren.

Ab sofort ist die automatische Vergabe der IP-Adressen per DHCP ausgeschaltet. Davon sind auch direkt alle angeschlossenen PCs betroffen. Im nächsten Schritt müssen Sie bei jedem Netzwerk-PC manuell die IP-Adresse eintragen.

IP-Adressen der PCs festlegen

Nachdem Sie den DCHP-Server im Router ausgeschaltet haben, sind die angeschlossenen PCs zunächst orientierungslos. Es gibt keine Instanz mehr, die sie mit gültigen IP-Adressen „füttert“. Daher müssen Sie im nächsten Schritt bei jedem PC von Hand eine gültige IP-Adresse eintragen. Um dem PC manuell eine korrekte IP-Adresse zuzuweisen, sind folgende Schritte notwendig:

1. Rufen Sie den Befehl Start | Systemsteuerung auf. Klicken Sie auf Netzwerk- und Internetverbindungen und anschließend auf Netzwerkverbindungen.

2. Markieren Sie Ihre Netzwerkverbindung, und rufen Sie den Befehl Datei | Eigenschaften auf. Üblicherweise sind Kabel-Netzwerkverbindung mit LAN-Verbindung gekennzeichnet. WLAN-Verbindungen bezeichnet Windows als Drahtlose Netzwerkverbindung.

3. Markieren Sie im Feld Diese Verbindung verwendet folgende Elemente den Eintrag Internetprotokoll (TCP/IP), und klicken Sie auf die Schaltfläche Eigenschaften.

4. Im folgenden Dialogfenster ist zunächst die Option IP-Adresse automatisch beziehen aktiv. Die automatische Zuteilung per DHCP wurde jedoch im Router deaktiviert; wählen Sie daher jetzt die Option Folgende IP-Adresse verwenden.

5. Anschließend tragen Sie in die Eingabefelder den manuellen Netzwerkdaten ein.

Geben Sie in das Feld IP-Adresse die gewünschte IP-Adresse des Computers ein. Welche IP-Adressen Sie verwenden können, hängt von der zuvor gewählten IP-Adresse des Routers ab. Dabei gilt: Die ersten drei Ziffernblöcke müssen dabei genau so aussehen, wie die IP-Adresse des Routers. Beim vierten Ziffernblock haben Sie dann die Wahl aus Ziffern zwischen 0 und 254. Die folgende Tabelle zeigt einige Beispiele:

Wenn der Router über folgende Adresse verfügt, … … können Sie für den PC eine der folgenden IP-Adressen verwenden

192.168.0.1 bis 192.168.0.255

192.168.2.1 bis 192.168.2.255

192.168.10.10 bis 192.168.10.255

192.168.200.1 bis 192.168.200.255

Wichtig ist dabei, dass beim vierten Zahlenblock alle Adressen bis 255 erlaubt sind, mit zwei Ausnahmen: Nicht erlaubt ist die Adresse, die der Router bereits besitzt sowie Adressen, die Sie bereits anderen PCs im Netzwerk zugewiesen haben. Grundsätzlich darf jede IP-Adresse im Netzwerk nur einmal vorkommen.

6. Tragen Sie in das Feld Subnetzmaske die folgende Adresse ein:

255.255.255.0

7. In das Feld Standardgateway geben Sie die IP-Adresse des WLAN-Routers ein. Haben Sie Ihrem Router beispielsweise die IP-Adresse 192.168.0.1 gegeben, tragen Sie hier ebenfalls die Adresse 192.168.0.1 ein.

8. Tragen Sie in das Feld Bevorzugter DNS-Server ebenfalls die IP-Adresse des WLAN-Routers ein, z.B. 192.168.0.1.

Der DNS-Server (Domain Name System) sorgt im Internet dafür, dass Webadressen wie www.stiftung-warentest.de in die entsprechende internen IP-Adresse des Webservers übersetzt werden. Diese Aufgabe übernimmt der WLAN-Router für Sie, wenn Sie als DNS-Adresse die IP-Adresse des Routers eintragen.

9. Die restlichen Einstellungen des Dialogfensters können Sie unverändert lassen. Schließen Sie das Fenster mit OK.

Windows unterbricht daraufhin kurz die Netzwerkverbindung und aktiviert die neuen Einstellungen. Sofern alles korrekt eingegeben wurde, können Sie jetzt auch wieder das Konfigurationsmenü des Routers erreichen oder im Internet surfen.

Wichtig: Wiederholen Sie den Vorgang bei jedem PC, das per Kabel oder WLAN mit dem Netzwerk verbunden ist. Jeder PC muss dabei eine andere IP-Adresse aus demselben Adressraum erhalten.

Ein Kommentar

  1. MatzeL aus H 6. Juni 2017

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