PC-Grundlagen Netzwerk: Kabelnetzwerke vs. WLAN-Funknetze

Ein Computer kommt selten allein: Kaum ein Computer ist heute noch solo, sondern in ein Netzwerk eingebunden. Auch im privaten Bereich gehören miteinander verbundene Computer mittlerweile zum guten Ton. Und wer mit seinem Computer ins Internet geht, ist damit sowieso gleichzeitig an das größte Netzwerk der Welt angebunden.

Der Klassiker: Mit Kabel und Karte

Netzwerke gibt es grundsätzlich in zwei Varianten: Mit Kabel und ohne Kabel. Der klassische Weg geht über das Netzwerkkabel. Zwei Netzwerkkarten und ein Netzwerkkabel dazwischen genügen, um aus zwei einzelnen Computern ein Netzwerk zu bilden. Ab drei Rechnern ist ein so genannter Switch oder Hub notwendig, der die Verteilung der Daten im Netz übernimmt.

Neben dem klassischen Netzwerkkabel gibt es für die Verbindung von zwei Rechnern noch weitere Möglichkeiten. Die sind aber wesentlich langsamer und eignen sich daher nur als Notbefehl oder um rasch ein Notebook ins Netzwerk zu bringen:

– Laplink-Kabel: max. 2 MBit/s

– USB Link Kabel (USB 1.1): max. 1,5 MBit/s

– USB Link Kabel (USB 2.0): max 480 MBit/s

– Nullmodem-Kabel: max. 115 kBit/s

So schnell sind Kabel-Netzwerke

Der Vorteil eines Kabel-gebundenen Netzwerks: Es ist schnell. Die Daten können ungestört durch das Kabel flitzen und sind in Windeseile am Ziel. Die meisten Netzwerke arbeiten mit einer Geschwindigkeit von 100 MBit/s. Moderne Netzwerke sogar mit 1000 MBit/s – im Fachjargon auch Gigabit-Netzwerk genannt.

Vorsicht, Denkfalle: Lassen Sie sich von der Geschwindigkeitsangabe 100 MBit pro Sekunde nicht täuschen. Die Einheit MBit (Megabit) wird gerne mit MByte (MegaByte) verwechselt. Wichtig ist: Jedes Byte besteht aus genau acht Bit. Erst acht Megabit sind also ein Megabyte. Die Geschwindigkeit 100 MBit pro Sekunde sind in Wirklichkeit "nur" 12,5 Megabyte (100 geteilt durch 8). Ein 100 MBit-Netzwerk schaufelt maximal 12,5 Megabyte pro Sekunde durch die Leitung.

Allerdings: Die genannten Zahlen sind nur graue Theorie. Keine Netzwerkkarte schafft in der Praxis tatsächlich die genannten 100 MBit pro Sekunde. Das ist nur eine theoretische Maximalgröße. Vergleichbar mit der Höchstgeschwindigkeit Ihres Autos. Auch wenn Ihr Auto eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h schafft: Auf der Strecke Hamburg-München werden Sie die 200 km/h nie dauerhaft nutzen können; die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt weit darunter.

So auch im Netzwerk: Die Durchschnittsgeschwindigkeit im Netz – egal ob mit Kabel oder kabellos – liegt weit unter den auf der Netzwerkkarte angegebene Werten. Der Grund: Im Netzwerk werden nicht nur die reinen Daten – zum Beispiel ein Word-Dokument – übertragen, sondern zusätzliche Informationen. Die sind wichtig, damit die Kommunikation reibungslos über die Bühne läuft. Die wichtigsten Zusatzinformationen, die die Durchschnittsgeschwindigkeit im Netzwerk drücken sind:

Verwaltungsinformationen

Nicht nur bei der Post, auch im PC-Netzwerk ist viel Verwaltung notwendig. Jedes Datenpaket muss mit zahlreichen Verwaltungsinformationen ergänzt werden. Von welchem Absender kommt die Datei, wer ist der Empfänger, wie groß ist sie und vieles mehr. Das macht zirka 10 Prozent der Datenmenge aus.

Fehlererkennung

Bei jeder im Netzwerk übertragenen Datei kommt eine so genannte Fehlererkennung zum Einsatz. Der Empfänger kann daran erkennen, ob die Daten eventuell fehlerhaft übertragen wurden. Die fehlerhaften Teile müssen dann noch einmal durch das Netz geschickt werden. Das erneute Zustellen der Datenpakete senkt die Durchschnittsgeschwindigkeit noch einmal beträchtlich.

Modern und ohne Kabel: WLAN

Netzwerke ganz ohne Kabelsalat. Dank moderner WLAN-Technologie (Wireless LAN) sind Netzwerke unsichtbar. Die Daten kommen nicht durch das Kabel zum PC, sondern schweben drahtlos durch die Luft.

Die Vorteile der entfesselten Netzwerke liegen auf der Hand: Überall dort, wo Mobilität und Flexibilität gefordert sind, sorgen WLAN-Netzwerke für grenzenlose Produktivität. Ob im Garten, im Hobbykeller oder auf dem Dachboden: Überall, wo das Verlegen von Kabeln nicht möglich oder zu aufwändig ist, sorgen Drahtlos-Netzwerke für ein Überall-Surf-Vergnügen.

Die wichtigsten Vorteile gegenüber verkabelten Netzwerken:

– Geringer Installationsaufwand.

– Niedrigere Installationskosten.

– Mehr Bewegungsfreiheit.

– Mehr Ästhetik: Weniger Kabelsalat.

– Schnelles Internet auch unterwegs mittels Hotspots.

Allerdings glänzt nicht alles, was kabellos ist. Ohne Kabel ist es wesentlich komfortabler; keine Frage. Doch erkaufen Sie sich den Komfort mit einigen Nachteilen. Gegenüber kabelgebundenen Netzwerken müssen Sie bei WLAN-Netzwerken mit folgenden Einbußen leben:

– Geringere Geschwindigkeit.

– Nach ein paar Metern kann schon Schluss sein.

– Funknetze sind ein willkommenes Fressen für Hacker und andere Eindringlinge.

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