Ratgeber: Girokontoeröffnung trotz negativer Schufa

Ohne ein Girokonto können Bundesbürger kaum noch am täglichen Leben teilnehmen. Ob sie ihre Miete oder Telefonanschluss zahlen möchten – für die simpelsten Dinge wird eine Kontoverbindung vorausgesetzt. Doch mit einem negativen Schufa-Eintrag ist die Eröffnung eines Girokontos meist nicht möglich. Wir erklären, wie Betroffene trotz negativem Schufa ein Girokonto eröffnen können.

Was ist Schufa?

Schufa ist die Abkürzung für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Die Gemeinschaftseinrichtung von Wirtschaftsunternehmen räumt Verbrauchern Geld-, Waren- und Dienstleistungskredite ein. Ziel der Schufa Holding AG ist es, ihre Vertragspartner vor möglichen Kreditausfällen zu bewahren. Eigenen Angaben zufolge enthält die Schufa Informationen von über 66 Millionen Bundesbürgern (Stand 2010).

Sobald ein Verbraucher ein Girokonto eröffnen möchte, prüft die Bank, den Schufa-Eintrag des Antragsstellers. Die Schufa teilt der Bank dann den sogenannten Schufa-Score mit. Beim Schufa-Score handelt es sich um einen Wert, der die Bonität oder Kreditwürdigkeit beurteilt. Der Wert wird mithilfe eines statistisch-mathematischen Analyseverfahrens errechnet und ist praktisch eine Prognose, ob es zu Problemen bei der Kreditrückzahlung kommen könnte. Für Banken ist der Schufa-Score letztendlich ein Indiz, wie wahrscheinlich es ist, ob ein Kunde seine Kontoüberziehung zurückzahlen kann.

Verbraucher können bei der Selbstauskunft der Schufa ihren sogenannten Basisscore einsehen. Der Wert liegt zwischen 0 und 100 Prozent und wird alle drei Monate aktualisiert. Der Basisscore beschreibt nicht einzelne Personen, sondern ganze Gruppen: Die Prozentzahl 90 Prozent gibt an, dass 90 von 100 Menschen dieser Gruppen ihren Zahlungspflichten nachkommen. Der Schufa-Score wäre somit hoch und positiv.

Informationen zum genauen Analyseverfahren zur Ermittlung des Schufa-Scores ist ein Geheimnis der Schufa Holding AG. Dennoch gibt es Informationen darüber, welche Dinge den Score negativ beeinflussen, dazu gehören Kredite sowie Mobilfunkverträge, welche von den jeweiligen Unternehmen aufgrund von Zahlungsunfähigkeit gekündigt wurden.

Die Konsequenzen eines negativen Schufa-Eintrages

Die Folgen des negativen Schufa-Eintrages hängen vom „Umfang der Probleme“ und dem Verwendungszweck ab. In vielen Fällen gewähren Banken keinen Überziehungskredit, auch Dispo genannt. Selbst der Antrag auf eine EC- oder Kreditkarte wird abgewiesen. Glücklicherweise gibt es ein spezielles Bankprodukt für Betroffene: Das Girokonto ohne Schufa steht allen offen, die aufgrund ihres Schufa-Eintrages kein herkömmliches Girokonto mit Überziehungsfunktion erhalten würden.

Wer ein Girokonto auch bei Problemen mit der Schufa eröffnen möchte, der kann dies sowohl in Deutschland als auch im Ausland tun. Für Inlandskosten fallen in der Regel Gebühren von einigen Euro pro Monat an, ein normales Girokonto ist dagegen meist kostenlos. In einigen Fällen müssen Verbraucher auch eine Einrichtungsgebühr zahlen. Der Grund für die Notwendigkeit dieses Kontos besteht darin, dass man heute kaum noch am ohne Konto am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann. Bei regelmäßigen Ausgaben für Energie, Miete, Telefon und Internet wird ein Konto vorausgesetzt.

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