Schilddrüsenüberfunktion – und jetzt?

Schilddrüsenerkrankungen entwickeln sich in Deutschland langsam aber sicher zum Volksleiden. Einer aktuellen Untersuchung nach sind ein Drittel der Deutschen von einem Schilddrüsenleiden Betroffen. Eigentlich ist die Schilddrüse ein sehr kleines Organ, funktioniert sie jedoch nicht richtig, kann das zu einer ganzen Reihe an Beschwerden führen. Zu den häufigsten Funktionsstörungen dieses unter dem Kehlkopf sitzenden Organes zählt die Schilddrüsenüberfunktion. In erste Linie produziert die Schilddrüse die Hormone Thyroxin und Triiodthyronin. Bei einer Überfunktion werden zu viele dieser Hormone produziert, was sich auf den Energieverbrauch und Grundumsatz im Körper auswirkt. Bei einer Überfunktion verlieren Betroffene rasant an Gewicht, völlig ungeachtet der Ernährung. Was genau die Gründe für eine Überfunktion der Schilddrüse sein können, das steht detailliert bei Netdoktor.

Eine vergrößerte Schilddrüse, geht oftmals mit einem Kropf (auch Struma genannt) einher. Tipp: Das normalerweise walnussgroße Organ lässt sich beim zurückgeneigten Kopf ertasten, bei deutlicher Vergrößerung auch sehen. Bei Verdacht auf eine Schilddüsenerkrankung sollte man sich aber nicht bloß auf das Internet verlassen, sondern einen Arzt aufsuchen. Dieser wird meist zunächst einen Bluttest anordnen und falls dessen Ergebnisse auf eine Erkrankung des Organes hinweisen, verschafft eine ultraschalluntersuchung Gewissheit.

Die Therapie bei einer Hyperthyreose ist schon allein deshalb notwendig, weil die Überproduktion der Hormone Herz und Kreislauf zusetzen kann. Zwar kommt es bei der häufigsten Ursache einer Überfunktion, dem Morbus Basedow, mitunter zu Selbstheilungen des Körpers nach einer medikamentösen Therapie, so ganz unbehandelt sollte man es trotzdem nicht belassen. Medikamente können den Hormonspiegel wieder in Balance bringen. Diese hemmen die Schilddrüsenfunktion. In vielen Fällen schließt an die medikamentöse Behandlung eine Radiojodtherapie oder eine Operation an. Bei der Radiojodtherapie wird dem Patienten radioaktives Jod verabreicht, welches das Gewebe durch radioaktive Strahlung zerstört. Für drei bis fünf Tage wird man bei einer gutartigen Schilddrüsenerkrankung in einer gesonderten Abteilung des Krankenhauses behandelt. Die Erfolgsrate der Radiotherapie ist hoch, jedoch zeigen sich Erfolge oft erst zeitverzögert.

Eine Operation an der Schilddrüse wird dann vorgenommen, wenn das vergrößerte Organ auf die Luftröhre drückt oder zu viele „heiße Knoten“ übermäßig Hormone produzieren. Ganz ohne ist der Eingriff nicht, denn der Stimmbandnerv kann bei der OP verletzt werden. Zudem hinterlässt der Schnitt am Hals eine große Narbe. Vor einigen Jahren waren Operationen an der Schilddrüse bei einer Überfunktion noch weitaus häufiger, inzwischen versucht man die Krankheit aber zu einem großen Teil durch die Radiojodtherapie in den Griff zu bekommen. Die Wahl der Therapie fällt der behandelnde Arzt in Absprache mit seinem Patienten.

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