Schulden durch das Studium – So schützt Du Dich

Um es frei nach Karl Valentin auszudrücken: „Studieren ist schön, kostet aber viel Geld.“ Damit Du nicht während des Studiums in die Schuldenfalle gerätst, solltest Du einige Dinge beachten.

Studieren ist bisweilen ein teurer Spaß. Nach Angaben des Hochschulinformationssystems (HIS) liegen die durchschnittlichen Monatsausgaben von StudentInnen bei 740€. Mit Büchern, Exkursionen, Semesterbeiträgen, Miete, Lebensmitteln, Telefon und DSL sowie Ausgaben für Freizeitaktivitäten kommst Du ganz schnell auf einen ähnlichen Betrag. Bei manchen StudentInnen und vor allem Doktoranden kommen darüber hinaus auch noch die Beiträge für die Krankenkasse zu den monatlichen Ausgaben hinzu.

Auf der anderen Seite sehen sich Studenten durch die Bologna-Reform aber auch oft einem sehr straffen Studienprogramm ausgesetzt. Da bleibt zwangsläufig wenig Zeit, um genügend Geld zur Kostendeckung zu verdienen. Nur was machst Du, wenn Du Dein Studium nicht selbstständig finanzieren kannst? Damit Du nicht in die Schuldenfalle tappst, haben wir für Dich einige Ratschläge zu diesem Thema aufgeführt.

Studium und Finanzierung: Die Risiken beachten!

BAföG

Der Klassiker unter den Finanzierungsmöglichkeiten für Studenten ist immer noch das BAföG. Zwar ist die Antragsstellung mit viel Papierkram, hast Du aber alles erledigt, bereitet Dir das BAföG relativ wenige Probleme. Der Vorteil des BAföGs liegt darin, dass es die fairste Form der Finanzierung ist. Es ist zinslos und Du musst die Rückzahlung des BAföGs erst vier Jahre nach Abschluss antreten. Dabei zahlst Du immer nur die Hälfte des eigentlichen Betrags zurück und niemals mehr als 10.000€. Du kannst die Rückzahlung auch stunden lassen, solltest Du über kein geregeltes oder ein zu niedriges Einkommen verfügen. Von daher ist das BAföG noch immer die sicherste Möglichkeit zur Vermeidung der Schuldenfalle.

Studentenkredit

Mittlerweile bieten viele private und staatliche Banken – da vor allem die KfW-Bank – Studentenkredite an. So ein Kredit kann Dir zwar das Studium erleichtern, doch sind sie mit Vorsicht zu genießen. Denn im Gegensatz zum BAföG ist der Kredit verzinst und Rückzahlung beginnt meist nach Abschluss des Studiums.

Sollte man aber im Anschluss ohne Stipendium promovieren wollen oder hat bisher noch keine gut bezahle Festanstellung gefunden, dann kann der Studentenkredit zu einem richtigen Problem werden. Auch wenn Du nur zwei Jahre einen geringen Betrag pro Monat erhalten hast, treiben die Zinsen die Summe in die Höhe. Dabei ist die Verzinsung solcher Kredite noch vergleichsweise moderat mit einem Zinssatz zwischen 4% und 9%. Trotzdem befindest Du Dich dann in der Situation, dass Du, je nachdem wie hoch die monatlichen Rückzahlungsraten sind, einige Jahre fast nur die Zinsen abbezahlst. So wächst ein 10.000€ Darlehen ganz schnell auf einen Schuldenstand von über 20.000€ an. Auf diese Weise kann Dich ein Studentenkredit am Schluss doppelt so teuer kommen wie der eigentlich an Dich überwiesene Betrag. Von daher solltest Du einen Studentenkredit als letzte Option und vor allem nur als Ergänzung nutzen. Denn die Gefahr in die Schuldenfalle zu gelangen relativ hoch.

Bildungsfonds

Ein weitere Möglichkeit, Dein Studium extern zu finanzieren, sind so genannte Bildungsfonds. Diese unterscheiden sich im Gegensatz zu Krediten dadurch, dass man sich um sie bewerben muss. Grundlage des Rückzahlungsbetrags ist eine Schätzung des nach Abschluss zu erwartenden Einkommens. Davon werden dann zwei bis zehn Prozent an den Fonds zurückgeführt. Diese Summe wird zu Beginn vertraglich festgelegt.

Bildungsfonds arbeiten profitorientiert und genau hier liegt ein Problem. So kann bei einem Studien- oder Universitätswechsel der Vertrag aufgelöst werden und Du bleibst auf den Schulden sitzen.

Schuldenfalle abseits von Studienfinanzierungen

Auf großem Fuß leben

Die Attraktivität des Studentenlebens besteht auch darin, dass man mit seinen Kommilitonen um die Häuser zieht und die Nacht zum Tag macht. Das kann auf Dauer aber ganz schön ins Geld gehen. Denn wenn Du nicht aufpasst, hast Du in einer Woche mal gut und gerne 50€ für Alkohol und sonstige Annehmlichkeiten verbrannt. Das bedeutet jetzt nicht, dass Du auf Dein Vergnügen verzichten sollst. Es empfiehlt sich aber, einen genauen Blick auf die Partykosten zu werfen und gegebenenfalls für solche Zwecke Geld zur Seite zu legen. Sonst landest Du ganz schnell selbstverschuldet in der Schuldenfalle.

Es muss vielleicht auch nicht immer der teure Jahrgangswein oder ein Edel-Wodka sein. Darüber hinaus gibt es vor allem in Universitätsstädten oft Gastronomieangebote, die sich speziell an die Studenten richten. Du kannst also allein mit Deinem Studentenausweis einiges an Geld einsparen.

Studiengebühren an Hochschulen

Noch haben wir in Deutschland zwar keine amerikanischen Verhältnisse in Bezug auf die Höhe von Studiengebühren, aber manche und vor allem private Hochschulen nähern sich diesen mit großen Schritten. Denn Studiengebühren von 25.000 € für einen Bachelor-Studiengang sind mittlerweile keine Seltenheit. Und wenn Du dieses Studium abbrechen solltest, bleibst Du auf den Kosten sitzen. Die Wahl eines privaten Studiums sollte daher sehr gut bedacht sein. In solchen Fällen lohnt es sich auch, wenn Du Dich um ein Stipendium bemühst.

So kannst Du selber aktiv Schulden vermeiden

Wahl der Wohnung

Am günstigsten kommt Dich mit Abstand immer noch eine WG oder ein Zimmer in einem Wohnheim. Auf diese Weise kannst Du einerseits Deine Mietkosten gering halten, andererseits ist ein WG-Leben natürlich mit ganz besonderen Erfahrungen verbunden. Allerdings ist nicht jedermann für eine WG geeignet. Genauso gut kann man dem WG-Leben nach einer Weile überdrüssig werden. Es ist natürlich lustig, mit den Mitbewohnern die Abende zu verbringen. Jedoch kann das Studium auch darunter leiden.

Wenn Du dementsprechend in eine eigene Wohnung ziehen möchtest, solltest Du darauf achten, dass sie günstig, klein und gut gelegen ist. Und mal ehrlich: Als Student braucht man nicht wirklich eine 3-Zimmer-Wohnung, oder?

An den richtigen Stellen sparen

Vielen StudentInnen ist es häufig nicht bewusst, dass sie diverse Möglichkeiten haben, sich Unterstützung abseits finanzieller Förderung zu holen. Dazu zählt unter anderem die Befreiung von der Rundfunkgebühr durch die GEZ. Zwar können nicht alle StudentInnen die Befreiung beantragen und zudem muss diese auch jährlich erneuert werden, jedoch kannst Du so monatlich einige Euros sparen. Darüber hinaus haben Studenten, deren Miete einen bestimmten Betrag übersteigt und deren Einkommen nicht ausreicht, in der Regel Anspruch auf einen „Mietzuschuss“ in Form von Wohngeld.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat zu diesem Thema ein Buch veröffentlicht, welches zahlreiche Tipps zur richtigen Finanzierung während des Studiums parat hat.

Autor: Thomas Mücke, selbständig im Finanzbereich, informiert seit Jahren im Internet über alle relevanten Themen rund um das wichtige Thema Geld. Er vergleich hierzu unter anderem auf guenstigekredite.info Banken und hilft Interessenten, gute Finanzierungsangebote zu finden.

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