So findet man sich im World Wide Web zurecht: Die URL

Die Dimensionen des weltweiten Internet sind enorm: Zirka 70 Millionen Internet-Benutzer tummeln sich auf etwa 17 Millionen Computern. Die Anzahl der World-Wide-Web-Seiten wird auf 30 Millionen geschätzt, Tendenz stark steigend. Wie behält man bei einem derart gewaltigen Informationsangebot den Überblick? Wie gelangt man zu der Informationen, die man sucht? Die Erfinder des World Wide Web haben sich darüber natürlich Gedanken gemacht und eine verblüffend einfache Lösung auf die Beine gestellt.

Eine eindeutige Adresse: die URL

Die Idee: Jede, aber auch wirklich jede Seite im Internet erhält eine eindeutige und weltweit einmalige Adresse. Ähnlich einer weltweit eindeutigen und einmaligen Postanschrift oder Telefonnummer. Die Firma Microsoft ist im World Wide Web beispielsweise unter der Adresse http://www.microsoft.de erreichbar, das weiße Haus in Washington hört auf die Adresse http://www.whitehouse.gov, und der Deutsche Bundestag ist im World Wide Web unter der Adresse http://www.bundestag.de präsent. Jedes Angebot im World Wide hat eine ähnlich aufgebaute Adresse, die im weltweiten Netz einmalig ist und von keiner anderen Seite benutzt wird. Das zugrundeliegende Konzept heißt Uniform Resource Locator (URL), frei übersetzt: Eindeutiger Objekt-Bezeichner.

Das Prinzip ist einfach: Die Adresse jeder World-Wide-Web-Seite beginnt mit dem Kürzel http://, es kennzeichnet die Adresse als World-Wide-Web-Adresse. Das Kürzel steht für HyperText Transfer Protocol, die netzinterne Sprache des WWW. Nebem dem World Wide Web existieren im Internet noch andere Dienste, denen ein anderes Kürzel voransteht, beispielsweise ftp:// oder news://. Hinter dem Kürzel steht jeweils der Name des Computers, beispielsweise www.siemens.de für den Web-Server der Firma Siemens. Diese beiden Angaben genügen eigentlich schon zur eindeutigen Identifizierung eines Computers, etwa des Siemens-Computers.

Doch nicht nur komplette Computer, jede einzelne Seite im World Wide Web verfügt über eine eigene Adresse. Hierzu wird der Name und eine weiter Pfadangabe ergänzt, die genau festlegt, wo die jeweilige Datei zu finden ist. Die Adresse http://www.ard.de/plusminus/wirtschaftspolitik/index.html besagt zum Beispiel, das sich die Seite index.html im Ordner /plusminus/wirtschaftspolitik des Computers www.ard.de befindet. Somit erhält jede Seite seine individuelle Bezeichnung, und das weltweit.

Das Geheimnis der Internet-Namen

Die Vergabe von Namen für jeden einzelnen World-Wide-Web-Server ist eigentlich eine Notlösung, wenn auch eine elegante Notlösung. Denn eigentlich verfügen die Internet-Computer über eindeutige Nummern. Der Server der ARD hat beispielsweise die Nummer 192.141.101.141. Natürlich kann sich kein Mensch die Ziffernfolgen der unzähligen Internet-Rechner merken. Die Abkürzungen à la www.ard.de oder www.mercedes.de ist in den meisten Fällen nicht nur kürzer, sondern läßt sich wesentlich einfacher merken. Unter der Motorhaube arbeitet das Internet aber weiterhin mit der Ziffernfolge. Um Zahlensalat zu vermeiden, stehen bei jedem Internet-Anbieter sogenannte Domain Name Service-Server (DNS). Die DNS-Computer haben nur eine einzige Aufgabe: Sie zaubern aus den Klartext-Adressen, wie www.microsoft.de oder www.kostenlos.de die jeweilige rein numerische Netzwerkadresse nach dem Muster 123.123.123.123. Die DNS-Computer sind praktisch die Adreßbücher des Internet.

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