So funktionieren Internetadressen Com, De & Co.

Wer die Internet-Adressen genau betrachtet, erkennt schnell, daß die Adressen in der Regel nach dem gleichen Muster aufgebaut sind. Die meisten Adressen bestehen aus drei Teilen, die durch Punkte voneinander getrennt sind. Den meisten Adressen steht ein www. voran, etwa www.audi.de. Die drei W’s kennzeichnen die Adresse als World-Wide-Web-Seite, jeder Internet-Anwender weiß sofort: Dahinter steckt eine Web-Seite.

Der wichtigste Teil kommt zumeist direkt nach dem www; hier steht in der Regel der eigentliche Name der Seite. Zumeist sagt der Name sofort aus, um welchen Anbieter es sich handelt oder welche Art von Informationen Sie auf der Seite finden. Bei der Adresse www.audi.de wird sofort klar, daß es sich um das Web-Angebot des Autobauers Audi handelt. Auf der Internet-Seite www.auto.de dreht sich beispielsweise alles rund um den fahrbaren Untersatz, und unter www.gewinner.de finden Sie jede Menge Gewinnspiele. Kurz: Die Web-Adresse sagt bereits viel über den Inhalt der Seite aus.

Leider gilt das nicht in allen Fällen. Oftmals trifft man im Internet auf regelrechte Bandwurmadressen mit nur geringer Aussagekraft. Hierzu gehören vor allem private Internet-Seiten, die beispielsweise auf dem Computernetzwerk von Universitäten abgelegt sind. Die Adresse kann dann durchaus schon mal das weniger aussagekräftige Format www.physcip.uni-duisburg.de/~TKrome aufweisen.

Goldgräberstimmung auf dem Namen-Markt

Im Internet sind die Namen für World-Wide-Web-Seiten einmalig. Die Adresse www.bmw.de existiert nur ein einziges Mal und weist auf das Web-Angebot der Bayerischen Motorenwerke. Da für die Vergabe der Internet-Namen das Recht „Wer zuerst kommt, malt zuerst“ gilt, kommt es teilweise zur regelrechten Goldgräberstimmung auf dem Domain-Namen-Markt. Potentielle Internet-Anbieter stecken in weiser Voraussicht bereits frühzeitig ihren „Claim“ ab, um den Namen für einen späteren Internet-Auftritt zu reservieren.

Die Namen werden langsam knapp, teilweise werden Domain-Namen sogar gehamstert und auf Verdacht reserviert, in der Hoffnung, sie später an Interessenten verkaufen zu können. So geschehen beim Drucker-Hersteller Epson. Da die Adresse epson.de bereits registriert war und mit dem Besitzer des Namens keine Einigung erzielt werden konnte, ist Epson im Internet jetzt nur unter dem längeren Namen www.epson-deutschland.de erreichbar. Mittlerweile existieren im Internet sogar erste Tausch- und Verkaufsbörsen für Domain-Namen.

Die Rechtslage ist zwar noch nicht eindeutig, doch bietet § 12 BGB und §§ 14, 15 Markengesetz einen gewissen Schutz vor dem Namenklau. Wenn ein Anbieter die Rechte für einen Namen, eine geschäftliche Bezeichnung oder eine Marke besitzt, kann die stibitzte Web-Adresse zurückgefordert werden. Nicht schützbar sind allerdings Gattungsbezeichnungen wie Obst, Mineralwasser oder Zeitschrift. Namensverletzungen liegen jedoch dann vor, wenn die unbefugte Benutzung eine Verwechslungsgefahr birgt. So erstritt die Stadt Heidelberg vor dem Landgericht Mannheim (Az. 7 O 60/06) das Namensrecht für die Web-Adresse www.heidelberg.de.

Besonders interessant und aufschlußreich ist der dritte und zumeist letzte Part einer URL: Die Länderkennzeichnung. Anhand des Kürzels .de in der Adresse www.zdf.de ist beispielsweise sofort ersichtlich, daß es sich um ein deutsches Angebot handelt. Für jedes Land gibt es im Internet ein eigenes Kürzel; mit wenigen Ausnahmen entspricht die Kennzeichnung der ISO-3116-Norm. Unsere niederländischen Nachbarn verwenden beispielsweise das Kürzel .nl, während französische Web-Seiten mit .fr enden.

Kürzel für die Länderkennzeichnung (Auszug)

Kürzel Land

at Österreich

be Belgien

ca Kanada

ch Schweiz

de Deutschland

es Spanien

fr Frankreich

hk Hong Kong

it Italien

nl Niederlande

nz Neuseeland

uk Großbritannien

us USA

Das Kürzel .us zur Kennzeichnung US-amerikanischer Seiten findet im World Wide Web jedoch nur sehr selten Anwendung. Angebote aus den USA weisen überwiegend die Kennung .com auf. Das liegt an der Kinderstube des World Wide Web. Da zu Beginn die meisten Angebote in den USA zu finden waren, wurden die verschiedenen Angebote nicht mit einer Länderkennzeichnung, sondern mit einem Kürzel der jeweiligen Organisation versehen. Kommerzielle Unternehmen haben im Internet-Namen beispielsweise das Kürzel .com, Hochschulen und Universitäten sind an der Endung .edu zu erkennen, und amerikanische Regierungseinrichtungen schmücken sich mit .gov. Das weiße Haus in Washington findet sich beispielsweise unter der Adresse www.whitehouse.gov.

Kennzeichnung der US-amerikanischen Organisationen

.com Commercial, kommerzielle Unternehmen

.edu Educational, Hochschulen und Universitäten

.gov Government, amerikanische Regierungseinrichtungen

.mil Military, militärische Einrichtungen und Organisationen

.net Network, administrative Einrichtungen für ein Netzwerk oder Internet-Anbieter

.org Organization, private Organisationen

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