So verwirklichen Sie sich den Traum vom Eigenheim

Der Traum vom Eigenheim – jeder Mensch möchte ihn verwirklichen. Für die meisten bedeutet das: Viel planen, einen Kredit aufnehmen und mit diesem das gewünschte Haus kaufen oder bauen. Dieser Ratgeber liefert Interessierten praktische Tipps auf den Weg zum Traumhaus.

Finanzierung: Planung ist alles

Nicht selten ist von Fällen zu hören, wo Familien aufgrund von Zahlungsunfähigkeit ihr Haus verloren haben. Die erschreckende Realität sollte ein Weckruf an alle sein: Den Traum vom Eigenheim verwirklichen ist kein Kinderspiel. Ohne eine ausführliche Planung kann der Traum schnell zum Albtraum werden. Interessierte müssen als Erstes die Finanzierung planen:

  1. Eigenkapital ermitteln: Zukünftige Hausbesitzer müssen genau wissen, wie ihr Budget aussieht. In Betracht kommen alle Anlageformen, die zum gewünschten Zeitpunkt abrufbar sind, beispielsweise Anlagen aus Tagesgeldkonten. Fonds- und Aktienbestände sind erst dann zu berücksichtigen, wenn sie in risikoarme Geldanlagen umgeschichtet sind. Wichtig: Bei der Berechnung sollte immer eine Geldreserve für Notfälle und Reparaturen übrig bleiben.
  2. Maximale Monatsrate festlegen: Ist das Budget ermittelt, müssen Häuslebauer festlegen, wie hoch ihre monatliche Kreditrate sein kann. Dabei müssen sie bedenken, dass genügend Spielraum vorhanden sein muss, um eventuelle Einkommensschwankungen auszugleichen.
  3. Kreditvolumen ermitteln: Auf Basis der aktuellen Zinsen kann man nun die Obergrenze des Kredits berechnen. Hier ist auch das Eigenkapital einzukalkulieren. Das Ergebnis ist der Gesamtbetrag, der für die Immobilieninvestition nötig ist.
  4. Kaufnebenkosten berechnen: Notargebühren und Grunderwerbsteuer machen etwa fünf bis sieben Prozent des Immobilienpreises aus. Wer sein Eigenheim über einen Makler ermittelt, zahlt zusätzliche Provisionen, es sei denn, er nutzt Portale wie www.null-provision.de, die Immobilien provisionsfrei vermitteln.
  5. Außenanlagen und Renovierungen: Beim Kauf oder Bau eines Hauses vergessen viele Menschen, dass auch der Garten angelegt werden muss beziehungsweise im Laufe der Jahre Reparaturen oder Renovierungen anfallen. Hier muss eine ausreichende Reserve einkalkuliert werden.

Eigenleistung: Nicht immer sinnvoll

Wenn das Eigenkapital knapp ist, versuchen viele Häuslebauer mit Eigenleistung auszugleichen. Im Finanzierungsplan fungiert die Eigenleistung als Eigenkapital. Klassische Maßnahmen der „Do it yourself“-Agenda sind Tapezier- und Malerarbeiten, das Anlegen der Außenanlagen aber auch das Verlegen von Fliesen und Fußböden. Während diese Eigenleistungen durchaus machbar sind, überschätzen sich viele Bauherren beim Zeitplan, schließlich müssen sie nebenbei noch ihrem Beruf nachgehen. Diese Eigenleistungen können Bauherren übernehmen:

  • Maler- und Tapezierarbeiten
  • Verlegen von Laminatböden und Fliesen
  • Anlegen von Außenanlagen
  • Trockenbau

Geübte Handwerker könnten sich theoretisch auch um schwierigere Aufgaben wie die Heizungungsanlage und Sanitärinstallation kümmern. Hierzu benötigen sie allerdings viel Zeit und Hilfe. Diese Aufgaben lohnen sich aus diesem Grund nicht.

Baupläne und Berechnungen

Wer ein Haus kauft oder baut, muss zahlreiche Verträge für die Kreditfinanzierung, Architekten, Grundstückskauf, Versicherungen und vieles mehr unterschreiben. Viele dieser Verträge sind Pflicht, jedoch wissen nur wenige Immobilienkäufer, was auf sie zukommt. Dementsprechend arglos gehen sie an die Sache heran.

Problematisch ist der Kauf von sogenannten Schlüsselfertighäusern. Grundsätzlich handelt es sich bei diesem Angebot um eine Kombination aus Kaufvertrag für das Grundstück und Werkvertrag für den Bau der Immobilie. In Deutschland müssen alle Grundstücksgeschäfte über einen Notar abgewickelt werden – auch bei schlüsselfertigen Häusern. Und genau hier sind viele Bauherren voreilig. Zwar liest der Notar den Vertrag vor, viele Menschen unterschreiben ihn allerdings blind, ohne zu wissen, was darin geschrieben steht. Der Notar hat nicht die Aufgabe, zu klären, ob der Vertrag „fair“ ist. Somit ist es ihm auch egal, ob das schlüsselfertige Gebäude überhaupt bezugsfertig ist. Die Bezeichnung „schlüsselfertig“ ist nämlich nur eine Werbebotschaft und nicht gesetzlich definiert. Deshalb sollten Bauherren auf Folgendes achten:

  • vor jeglichem Vertragsabschluss einen unabhängigen Bauberater beauftragen
  • alle vorhandenen Planungsunterlagen vor Vertragsabschluss aushändigen lassen:
    • Baugenehmigung oder Baufreistellungsunterlagen
    • Positionspläne und statische Berechnung
    • Wärmeschutznachweis und Wärmebedarfsausweis
    • für spezielle Fördermaßnahmen: energetische Sondernachweise
    • Schallschutznachweise (optional)
    • Lüftungskonzept nach DIN 1946–6
    • Bauausführungspläne
    • Planungsunterlagen über Sonderbauweisen (falls zutreffend)
  • die Planungsunterlagen beim Bauberater einreichen und auf ihre Richtigkeit prüfen lassen

Auch nach Fertigstellung des Baus und Übergabe der Immobilie müssen die Besitzer einige Dokumente erhalten, dazu gehören unter anderem Prüfberichte zur Statik, die Abnahmeberichte des Prüfingenieurs sowie alle Installationspläne.

Förderungen sichern

Vor dem Bau oder Kauf des Eigenheims ist es wichtig daran zu denken, ob man gegebenenfalls von diversen Förderungen profitieren möchte. Häuslebauer mit grünem Gewissen können beispielsweise sparen, wenn sie erneuerbare Energien zum Heizen oder für die Stromversorgung nutzen. Seit dem 15. August 2012 gibt es für den Einbau von Biomasse-Heizanlagen, Solarkollektoren und Wärmepumpen attraktive Bonuszahlungen sowie Investitions- und Tilgungszuschüsse. Bauherren sollten allerdings das Kleingedruckte studieren, häufig werden nur bestimmte Anlagen gefördert. Die KfW übernimmt beispielsweise für Solarkollektor-Anlagen mit einer Fläche von mindestens 40 Quadratmetern mittlerweile bis zu 50 Prozent der Investitionskosten als Tilgungszuschüsse. Bauherren sollten allerdings nicht nur an die Förderungen denken. Schließlich können sie mit dem Einbau von erneuerbaren Energien unabhängiger von der Energiepreisentwicklung werden. Dennoch sind die staatlichen Förderungen für alle Bauherren und Immobilienkäufer interessant. Teilweise werden Neu- und Altbauten gefördert. Welche Systeme für das persönliche Eigenheim geeignet sind, hängt von der Art der Nutzung und dem Standort ab. Hier hilft ein persönliches Gespräch mit einem Energieberater sowie ein Blick auf das Angebot der KfW.

Artikelbild: Creative Commons by ~konny / Flickr.com

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