Spyware löschen mit Spybot Search & Destroy

Das bei Windows Vista mitgelieferte Antispywareprogramm Windows Defender macht seine Arbeit im Grunde sehr gut. Es lässt sich auch von Laien bedienen und einrichten. Erfahrenen PC-Benutzern fehlen bei der Microsoft-Lösung aber einige Komfort- und Sicherheitsfunktionen. Etwa die Möglichkeit, Windows und den Internet Explorer gegen potenziell gefährliche Downloads zu immunisieren. Diese und weitere Funktionen bietet das kostenlose Antispywareprogramm Spybot Search & Destroy. Es ist innerhalb weniger Minuten installiert und einsatzbereit:

1. Rufen Sie die Internetseite www.safer-networking.org/de auf, und klicken Sie auf Herunterladen.

2. Klicken Sie auf den Downloadlink Spybot – Search & Destroy und Hier herunterladen. Im Downloadfenster klicken Sie auf Ausführen.

3. Folgen Sie den Anweisungen des Installationsassistenten, um die Installation abzuschließen. Nach der Installation wird das Programm gestartet und ist sofort bereit für die Jagd nach Spyware.

4. Da täglich neue Spyware-Varianten entdeckt werden, sollten Sie im ersten Schritt das Programm sowie die interne Spywareliste auf den neuesten Stand bringen. Das ist wichtig, da Spybot Search & Destroy nur dann erfolgreich gegen Schnüffler vorgehen kann, wenn es seine „Gegner“ genau kennt.

Das Update können Sie wahlweise manuell herunterladen oder die Arbeit automatisch erledigen. Ideal ist ein manuelles Update direkt nach der Installation. Klicken Sie hierzu auf Nach Updates suchen. Wählen Sie anschließend einen Updateserver aus, zum Beispiel das FreewareArchiv. Im nächsten Fenster sollten Sie alle Einträge ankreuzen und anschließend auf Download klicken.

5. Anschließend sollten Sie Spybot Search & Destroy so konfigurieren, dass es bei jedem Programmstart automatisch nach neuen Versionen sucht und diese installiert. Hierzu wechseln Sie mit dem Befehl Modus | Erweiterter Modus in den Profimodus. Dann wechseln Sie in das Register Einstellungen und klicken erneut auf Einstellungen. Kreuzen Sie im Bereich Web-Aktualisierung die Kontrollkästchen Bei Programmstart nach neuen Versionen suchen und Neuere Dateien sofort herunterladen an. Spybot – Search & Destroy ist jetzt so konfiguriert, dass bei jedem Programmstart zuerst die Programmdateien und Spyware-Datenbanken aktualisiert werden.

Sobald das Programm konfiguriert ist, geht es der Spyware an den Kragen. Klicken Sie auf die Schaltfläche Überprüfen, um den Spybot auf die Suche zu schicken. In der Statuszeile am unteren Fensterrand erkennen Sie, wie weit der Prüfvorgang bereits abgeschlossen ist. Je nach Festplattengröße dauert die Komplettprüfung zwischen einer und ca. 20 Minuten.

Im Prüfbericht finden Sie alle Spyware-Komponenten, die es sich hinter Ihrem Rücken im System bequem gemacht haben. Bei rot markierten Einträgen handelt es sich um gefährliche Spyware, die Sie und Ihren Computer ausspionieren. Grüne Einträge sind harmlose Cookies, die auf dem Rechner verbleiben können. Es schadet aber nicht, auch diese zu entfernen. Markieren Sie die Spyware, die Sie entfernen möchten, und klicken Sie auf Markierte Probleme beheben. Bestätigen Sie die Sicherheitsabfrage mit einem Klick auf Ja.

Die meisten gefundenen Eindringlinge lassen sich problemlos löschen. Nur in seltenen Fällen sind Spyware und Hauptprogramm, mit dem es Huckepack gereist ist, so fest miteinander verknüpft, dass das Hauptprogramm nicht mehr funktioniert. In diesem Fall können Sie über die Schaltfläche Wiederherstellen sich alle Änderungen, die Spybot Search & Destroy am System vorgenommen hat, wieder rückgängig machen. Ratsamer ist es jedoch, auf die mit Spyware „verseuchte“ Software zu verzichten und auf andere Lösungen umzusteigen.

Besonders interessant ist die Funktion Immunisieren. Damit lässt sich Windows gegen Spyware impfen. Hierzu klicken Sie auf die Schaltfläche Immunisieren, um einen Präventivschutz einzurichten, der Spione erst gar nicht auf die Platte lässt. Auf der nächsten Seite listet Spybot Search & Destroy alle „Impfstoffe“ auf, die Sie anwenden können. Für einen bestmöglichen Schutz, lassen Sie alle Präventivmaßnahmen angekreuzt und klicken auf Immunisieren. Ihr Rechner ist jetzt vor über 50.000 bekannten Spyware-Komponenten geschützt. Hierzu gehören zum Beispiel alle Webseiten, die auf der schwarzen Liste stehen und bekannt dafür sind, Spyware auf dem Rechner zu installieren. In der Spalte Geschützt erkennen Sie, ob und welche Schutzmaßnahmen erfolgreich aktiviert wurden.

Der Trick beim Immunisieren: Spybot Search & Destroy passt die Sicherheitseinstellungen des Browsers an; es sperrt gefährliche Webseiten, unbekannte Active-X-Inhalte und Spyware-Cookies. Sobald ein Schadprogramm versucht, über eine dieser Hintertüren in den Rechner zu gelangen, wird die Installation sofort unterbrochen. Der Spion muss draußen bleiben.

Für Fortgeschrittene PC-Anwender ist der Erweiterte Modus von Spybot Search & Destroy interessant. Hier können Sie beispielsweise exakt einstellen, ob und welche Programme oder Cookies nicht als Spyware erkannt werden sollen. Das ist bei Shoppingseiten wichtig, um über den Cookie beim nächsten Besuch automatisch wiedererkannt zu werden.

Die Profifunktionen finden Sie im erweiterten Modus, den Sie mit dem Befehl Modus | Erweiterter Modus erreichen. Im Bereich Produkt-Ausnahmen sind alle berühmt-berüchtigten Spyware-Programme aufgeführt. Soll Spybot Search & Destroy bestimmte Programme während des Prüfvorgangs ignorieren, kreuzen Sie den entsprechenden Eintrag an, zum Beispiel die Tracking-Spyware der Google Toolbar. Sinnvoll ist das aber nur, wenn Sie dieses Programm unbedingt nutzen und unverändert lassen möchten.

Im Bereich Cookie-Ausnahmen finden Sie alle Cookies, die derzeit im Internet Explorer, Netscape oder Firefox hinterlegt sind. Rot markierte Einträge sind eindeutig Schnüffel-Cookies, die Spybot beim nächsten Prüfvorgang entfernt. Bei einigen Cookies macht es jedoch Sinn, die zugehörigen Cookies zu behalten, zum Beispiel in Onlineforen, um beim nächsten Besuch nur noch alle ungelesenen Forenbeiträge angezeigt zu bekommen. Über die Kontrollkästchen legen Sie fest, welche Cookies unangetastet bleiben sollen.

Ein Kommentar

  1. Thomas 13. November 2012

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