Tipps für weniger E-Mail-Werbung: So vermeiden Sie Spam

Spam ist nicht nur lästig, es kostet auch bares Geld. Durch das stundenlange Lesen und Löschen von Spam-Mails hat sich Spam zum regelrechten Arbeitszeitkiller entwickelt. Einer EU-Studie zufolge belaufen sich die Kosten durch Spam allein in Europa pro Jahr auf über 2,5 Milliarden Euro.

Die gute Nachricht: Wenn Sie sorgsam mit Ihrer E-Mail-Adresse umgehen, können Sie das Überfluten des Posteingangs mit Spam-Mails verhindern. Folgende Maßnahmen haben sich in der Praxis bewährt:

– Sorgsam mit der Adresse umgehen

Der wichtigste Ratschlag: Deklarieren Sie Ihre E-Mail-Adresse zur „Geheimsache“. Geben Sie sie nicht blind an jeden weiter. Die private E-Mail-Adresse sollte nur Freunden und Verwandten bekannt sein. Je häufiger Sie die E-Mail-Adresse im Internet angeben – etwa bei Gewinnspielen oder Newsletter-Anmeldungen –, umso schneller fällt sie in die Hände der Spammer. Einmal in einer Adressliste eines Spammers gelandet, kommen Sie aus der Spam-Spirale nicht mehr heraus.

– Separate E-Mail-Adressen für jeden Zweck

Bei einigen Internetanbietern können Sie mehrere E-Mail-Adressen anlegen und diese auf eine Haupt-Adresse umleiten. Diesen Service sollten Sie nutzen, um für jeden Zweck eine eigene Adresse zu verwenden, etwa onlineshop-xyz@meineadresse.de für Bestellungen beim im Onlineshop XYZ. Wenn Sie später genau an diese Adresse Spam-Mails erhalten, wissen Sie zumindest, wer Ihre Adresse an Adresshändler weiterverkauft hat. Viel wichtiger ist jedoch die Möglichkeit, beim Internetanbieter die Adresse zu sperren oder alle dorthin geschickten Mails über den Regelassistenten des Mail-Programms direkt in den Papierkorb umzuleiten.

– Zweit- und Dritt-Adressen einrichten

Falls Ihr Internetanbieter keine Möglichkeit bietet, zusätzliche Adressen anzulegen, können Sie bei anderen Anbietern eine Zweit- oder Drittadresse einrichten. Diese können Sie dann für Internet-Gewinnspiele oder ähnliche Angebote verwenden. Bei diesen Adressen spielt es dann keine Rolle, falls sie mit unerwünschter Werbung überflutet werden. Nimmt die Werbeflut überhand, können Sie das Benutzerkonto für die Zweitadresse löschen und ein neues erstellen. Kostenlose E-Mail-Adressen erhalten Sie bei Anbietern wie GMX (www.gmx.de) oder Web.de (www.web.de). Die Anmeldung dauert nur wenige Minuten und wird ausführlich auf der Internetseite des Anbieters erläutert.

– Einmalige Wegwerf-Adressen verwenden

Bei Anmeldung zu einem Gewinnspiel, einem Forum oder ähnlichen Onlinediensten müssen Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse anmelden, an die dann ein Bestätigungslink geschickt wird. Für solche Zwecke eignen sich Wegwerf-E-Mail-Adressen. Das sind Adressen, die nur einmal und dann nie wieder gebraucht werden. Sollte ein Spammer diese Adresse in die Hände bekommen, bleiben Sie davon unberührt, da alle weiteren Mails an die Einwegadresse ins Leere gehen. Eine kostenlose Wegwerf-Adresse bekommen Sie beispielsweise bei Spamgourmet unter www.spamgourmet.com. Hier können Sie festlegen, dass die Adresse nach einer bestimmten Anzahl eingehender Mails oder einer festgelegten Gültigkeitsdauer automatisch wieder gelöscht wird.

– E-Mail-Adressen verschleiern

Wegwerf-Adressen eignen sich nur für einmalige Verwendungen wie Anmeldungen bei Onlineforen. Mitunter lässt es sich aber kaum vermeiden, die eigene E-Mail-Adresse im Internet zu veröffentlichen, zum Beispiel im Impressum der eigenen Webseite oder in Foren bzw. Newsgroups. Genau hier suchen die sogenannten Adress-Harvester (Adressen-Ernter) nach neuen Adressen. Roboter durchforsten das Internet regelrecht nach hier veröffentlichten E-Mail-Adressen. Daher sollten Sie E-Mail-Adressen so verschleiern, dass zumindest Adressen-Roboter die Adresse nicht automatisiert einlesen können. Hierzu können Sie die Adresse zum Beispiel nicht in Textform, sondern als Grafik einfügen. Geben Sie die Adresse als Text in Word oder Wordpad ein, und legen Sie sie mit der [Druck]-Taste als Grafik in die Zwischenablage. Über den Befehl Bearbeiten | Einfügen können Sie die Grafik anschließend in ein Grafikprogramm einfügen und daraus eine JPG-Datei erstellen. Wenn Sie diese Grafik auf Ihre Webseite platzieren, ist sie zwar für das menschliche Auge lesbar, nicht jedoch für Adress-Roboter.

Wenn Sie Ihre E-Mail-Adresse in Onlineforen oder Newsgroups angeben möchten, lässt sich der Grafiktrick leider nicht anwenden. Hier sollten Sie zu einer anderen List greifen. Verschleiern Sie Ihre Adresse mit Texthinweisen, die Adressroboter nicht entziffern können. Geben Sie die Adresse zum Beispiel statt in der Form

annemariemueller@meine-adresse.de

als

annemariemuellerLOESCHMICH@meine-adresse.de (LOESCHMICH vorher löschen)

oder

annemariemueller-at-meine-adresse.de (-at- durch @ ersetzen)

an. Wer Ihnen eine E-Mail schicken möchte, muss zuvor den angegebenen Hinweis befolgen und beispielsweise den Zusatz LOESCHMICH entfernen.

– Kontaktaufnahmen mit Werbetreibenden vermeiden

Keine Frage, E-Mail-Werbung ist lästig. Doch auch wenn es in den Fingern juckt, den Absendern die Meinung zu sagen und sie aufzufordern, in Zukunft auf Werbemails zu verzichten, sollten Sie darauf verzichten. Vermeiden Sie grundsätzlich jegliche Kommunikation mit dem Absender der Werbemails und antworten Sie keinesfalls auf Spam. Denn dann tritt genau das Gegenteil ein und Sie erhalten noch mehr Werbung. Der Grund: Wenn Sie auf eine Werbemail antworten, wissen die Absender, dass die Adresse tatsächlich existiert und Werbung gelesen wird. Die Adresse ist für Spammer dann noch wertvoller und wird unverzüglich an weitere Werbetreibende verkauft. Die Folge sind noch mehr Spam-Mails.

Vermeiden Sie es auch in Newslettern oder Werbebriefen auf Links zum angeblichen Austragen aus der Liste zu klicken. Meist sind die Links mit Austragen, Remove Me, Unsubsrcibe oder Unlist gekennzeichnet. Auch hier erkennt der Werbetreibende nach dem Klick sofort, dass Ihre E-Mail-Adresse existiert.

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