Tschüss, Hotel Mama! Hallo, erste eigene Wohnung!

Mit Beginn der Volljährigkeit ausziehen? Das trauen sich nur wenige. Die meisten packen ihre Koffer erst dann, wenn eine Ausbildung oder ein Studium ansteht. Wer das Glück hat, in der Nähe des Elternhauses studieren zu können, kann sich auf die Hilfe der Eltern verlassen. Oft bedeutet ein Auszug aber einen weitaus größeren Einschnitt in das Leben eines Fast-Zwanzigers: Das Zurechtkommen in einer neuen, fremden Stadt; die Pflichten, die der Alltag an der Uni mit sich bringt und: die Verantwortung für die neue Wohnung. Das alles muss erst mal unter einen Hut gebracht werden. Viele junge Menschen sind in diesen Situationen zum ersten Mal in ihrem Leben auf sich allein gestellt — und häufig überfordert. Vor allem das Finden einer geeigneten Wohnung stellt sich als schwierigste Aufgabe heraus. „Wie man sich bettet, so liegt man“, heißt es im Volksmund. Doch wo genau das neue Bett stehen soll, ist die entscheidende Frage. Wir finden: Es muss nicht immer die angesagteste Gegend sein oder das klischeehafte Großstadt-Feeling. Auch im Umland der Metropolregionen kann man als Student gut leben.

Wohnort nicht gleich Studienort — Potsdam macht es vor

Der Wohnort richtet sich oft nach dem Studienort. Viele bevorzugen es, in derselben Stadt zu wohnen, in der sie studieren. Nicht immer muss das jedoch der Fall sein, wie die Situation in Berlin zeigt: Viele Studierende aus dem benachbarten Potsdam zieht es in die deutsche Hauptstadt zum Wohnen. Insbesondere die niedrigeren Mieten und das Nachtleben sind die ausschlaggebenden Faktoren — da nehmen viele die längeren Anfahrtszeiten auf sich. Umgekehrt funktioniert es aber genauso: Studierende der FU haben oftmals einen kürzeren Weg von Potsdam oder Babelsberg aus und nutzen die Gelegenheit, in der schönen Stadt an der Havel zu wohnen. Zudem ist die Anbindung an Berlin mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr günstig, da die Universität Potsdam ihren Studenten ein Semesterticket mit großzügiger Reichweite (nämlich ganz Brandenburg) bietet. Da sind auch andere Ortschaften rund um Potsdam „drin“. Wer das Berliner Großstadt-Flair nicht braucht, kann also auch in anderen Städten der Potsdamer Region nach Wohnraum Ausschau halten.

Hannover zieht nach

Dieses Modell ist auch in anderen Städten beliebt. In Hannover, beispielsweise, sind die Mietwohnungen in Innenstadtlage für viele Studierende unerschwinglich, sodass sich neu Zuziehende — falls sie nicht in WG leben möchten — nach preislich attraktiven Wohnungen am Stadtrand von Hannover oder in der benachbarten Umgebung (Langenhagen, Lehrte oder Ronnenberg) umschauen. Immobilienportale im Internet bieten hierbei einen Überblick, wenn man nicht in der Region wohnt, und weder Lage noch durchschnittliche Mietpreise richtig einschätzen kann. Schließlich ist es wichtig, dass nicht nur Miete und Verkehrsanbindung stimmen, sondern auch die individuellen Vorlieben berücksichtigt werden: Nicht jeder ist ein Party Animal oder möchte an einer Hauptstraße wohnen. In diesen Fällen lohnt es sich, einen Blick auf eine ruhigere Umgebung wie Hemmingen zu werfen. In diesem Video finden sich weitere Tipps für alle, die bald das Hotel Mama verlassen müssen.

Nicht vergessen: Die Miete ist nur „die halbe Miete“

Ist das Elternhaus endgültig verlassen und die Wohnung gefunden, stehen weitere Kosten an. Man sollte nie unterschätzen, wie hoch zusätzliche Rechnungen für Heizung (z.B. bei Gasbefeuerung) und Strom sein können, ferner das Entrichten der Rundfunkgebühren, und wie sehr Telefon- und Internetabrechnungen, Handykosten und laufende Versicherungen (Hausrat und Haftpflicht) zu Buche schlagen können. Wer sich auch beim Hochschulsport angemeldet hat oder grundsätzlich andere laufende Kosten hat, der sollte darauf achten, dass die Fixkosten auf keinen Fall höher sind als zwei Drittel der Nettoeinkünfte (ob Bafög, Job oder Elternunterhalt spielt dabei keine Rolle). Das Studierendenportal Unicum.de führt in einer praktischen Liste von A bis Z (quasi einem digitalen Denkzettel) neben den normalen Kosten für die Wohnung auch sämtliche anderen „Kostenfallen“ kompakt auf. Mit diesen Tipps kann nichts mehr schiefgehen, wenn man die elterlichen Gefilde verlässt in Richtung eines neuen Lebensabschnitts …

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