Versicherungsbetrug: So wappnen sich Versicherungen gegen Betrüger

Haben Sie auch bereits einmal versucht, Ihre Versicherung über das Ohr zu hauen? Dann sind Sie nicht der einzige. Mittlerweile versucht in etwa jeder Zehnte, seine Versicherung zu betrügen, um an möglichst viel Geld zu kommen. Doch Achtung: Jetzt haben sie neue Strategien, um Betrüger besser entlarven zu können.

Betrug – eine teure Angelegenheit für Versicherungen

Viele Versicherungen haben täglich mit Betrugsversuchen zu kämpfen. Versicherungsbetrug ist für Versicherer europaweit ein teures und ein sich schnell verbreitendes Problem. Experten zufolge soll sich der bisher dadurch entstandene Schaden in ganz Europa auf zwischen acht und zwölf Milliarden Euro belaufen. Alleine in den letzten zwei Jahren soll die Zahl der Betrugsversuche einen Anstieg von 10 Prozent erlebt haben. Die meisten Betrugsversuche gibt es bei KFZ Versicherungen und bei der privaten Haftpflichtversicherung. Sobald wieder einmal eine neue iPhone Generation auf dem Markt erhältlich ist, gehen plötzlich enorm viele Schadensmeldungen bei den Versicherungen ein – welch ein Zufall. Vor allem dann, wenn die wirtschaftliche Lage zu wünschen übrig lässt, reagieren Versicherte häufig mit einem Betrugsversuch.

Betrug bei Versicherungen künftig unmöglich?

Im Jahr 2011 war im Zusammenhang mit den Betrugsversuchen gegenüber Versicherungen erstmals die Rede von einer Anti-Betrugs-Software. Erfinder davon war das Schweizer Versicherungsunternehmen Zurich Financial Services. Diese soll bei der Überprüfung von Schadensmeldungen insgesamt circa 100 Faktoren berücksichtigen, die einen Betrug kennzeichnen. Sobald diese Software Alarm schlägt, wird ein Gutachter zum Versicherten geschickt, um der Sache auf den Grund zu gehen. Versicherte, die angeben, ein Einbrecher hätte die Scheibe eingeschlagen, um ins Haus zu kommen, obwohl die Scherben außerhalb des Hauses liegen, wird künftig vonseiten seiner Versicherung keine Zahlungen mehr erhalten. Dieselbe Software soll künftig auch jene Betrüger entlarven, die immer wieder von derselben Telefonnummer aus verschiedene Schäden bei unterschiedlichen Versicherungen melden. Dieses System funktioniert an sich sehr gut, kommt aktuell aber noch zu wenig zum Einsatz, da viele Versicherungen noch eher auf die alte und sich bewährte Technik setzen. Diesbezüglich wird es jedoch voraussichtlich bald eine Veränderung geben, denn 74 Prozent aller Versicherungen sind dazu bereit, innerhalb der nächsten drei Jahre eine Umstellung zu wagen.

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