VoIP-Internettelefonie: 032 – Die Vorwahl exklusiv für VoIP

Gut gemeint, bisher aber kaum genutzt: Wenn es nach der Bundesnetzagentur ginge, würden alle VoIP-Telefonanschlüsse mit der einheitlichen Vorwahl 032 beginnen. Das Problem der Ortsbezogenheit (siehe oben) wäre mit der Standard-Vorwahl erledigt.

In der Praxis haben sich die 032-Vorwahlen bislang aber nicht durchsetzen können. Das ist auch kein Wunder. Zwar vergeben bereits einige VoIP-Anbieter – darunter auch T-Com – die 032-Nummer für neue VoIP-Anschlüsse; die neue Nummer ist aber noch mit vielen Problemen behaftet:

– Schlechte Erreichbarkeit

Obwohl seit der Einführung der 032-Nummern Ende 2004 bereits einige Jahre vergangen sind, sind die neuen Nummern noch immer nicht von überall erreichbar. Zwar lassen sich die 032-Rufnummern aus dem Festnetz der Deutschen Telekom erreichen, bei alternativen Telefonanbietern oder einigen Call-by-Call-Anbietern scheitert der Verbindungsaufbau zu 032-Anschlüssen. Auch aus dem Ausland sind 032-Rufnummern noch nicht erreichbar. (Stand: März 2006).

– Hohe Gesprächskosten

Die sicherlich größte Hürde: Die hohen Gesprächskosten zu 032-Anschlüssen. In den meisten Tarifen der Deutschen Telekom sind die Kosten zu 032-Rufnummern identisch mit einem Ferngespräch. Und damit deutlich zu hoch.

– Geringes Interesse

Die mangelnde Erreichbarkeit sowie die hohen Gesprächskosten führen zu einem weiteren Problem, das den Erfolg der neuen Rufnummern in Frage stellen: Kaum jemand hat derzeit Interesse an einer 032-Rufnummer. Sie ist zwar schick und neu, aber mit zu vielen Problemen behaftet.

Zudem bieten die meisten VoIP-Anbieter aus fast allen Ortsnetzen „echte“ Telefonnummern zur Verfügung. Die lässt sich meist viel leichter merken und ohne zusätzliche Erläuterung zur neuen Vorwahl bequemer an Freunde und Bekannte weitergeben.

– Laufende Diskussionen

Seit der Einführung der neuen 032-Rufnummer sind die Diskussionen um die neue VoIP-Vorwahl noch immer in vollem Gange. Die Bundesnetzagentur steht zum Beispiel noch vor der Frage, wie Notrufe geregelt werden. Bei Notrufen aus dem normalen Telefonnetz können Polizei und Feuerwehr anhand der Vorwahl schnell erkennen, wo der Notruf herkommt und ihn direkt an die nächste Rettungsleitstelle weiterleiten. Bei einer bundeseinheitlichen 032-Vorwahl ist das nicht mehr möglich. Zudem drängen die Ermittlungsbehörden auf die so genannten G10-Abhörmaßnahmen, um im Falle eines Falles auch VoIP-Gespräche abhören zu können. Die laufende und noch nicht abgeschlossene Diskussion (Stand: März 2006) trägt nicht gerade zum Erfolg der neuen Rufnummern bei.

Übrigens: Das Thema Notrufe ist gerade für VoIP noch ein großes Problem. Ein VoIP-Telefon kann schließlich überall in der Welt stehen – auch wenn im Display die Vorwahl 030 für München angezeigt wird.

Unser Tipp: Setzen Sie nicht „mit der Brechstange“ auf eine 032-Rufnummer, nur weil diese neu, schick und modern ist. So lange die oben genannten Probleme noch nicht gelöst sind, sollten Sie auf eine „normale“ VoIP-Rufnummer mit „normaler“ Ortsvorwahl setzen.

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