VoIP-Internettelefonie: Darum ist VoIP so viel besser als das klassische Telefon

Das Interesse an VoIP ist riesengroß. Zahlreiche Anbieter locken mit attraktiven VoIP-Anschlüssen, neuen Internet-Telefonen und Adaptern. Stellt sich die Frage: Ist VoIP wirklich so toll wie versprochen? Die Antwort ist einfach: Ja.

Die acht wichtigsten Vorteile von VoIP im Einzelnen:

– Weniger Kosten: VoIP-Gespräche sind günstiger

– Kostenlose Gespräche: Viele VoIP-Gespräche sind gratis

– Keine Grundgebühr: 0 Euro Fixkosten

– Mehr Kostentransparenz: Übersichtliche Kostenaufstellungen im Web oder direkt im Telefon

– Stabile Tarifstruktur: Ein Tarif für alle Gespräche

– Mehr Komfort: VoIP bietet tolle Komfortfunktionen

– Überall erreichbar: Mit VoIP sind Sie weltweit unter derselben Nummer erreichbar

– Klingeln überall: Mehrere Telefone gleichzeitig klingeln lassen

Weniger Kosten: VoIP ist günstiger

Wichtigster Vorteil der Internet-Telefonie: Es ist billiger. Pro Gespräch zahlen Sie wesentlich weniger als im klassischen Festnetz.

Ein Beispiel: Ein Gespräch von München nach Hamburg kostet mit VoIP zwischen 0 Cent und 1,5 Cent pro Minute – im Schnitt zahlen Sie pro VoIP-Gespräch knapp 1 Cent pro Minute. Im Netz der Deutschen Telekom sind hierfür hingegen knapp 4 Cent fällig, der günstigste Call-by-Call-Anbieter schafft es nicht unter 1,6 Cent (Stand: März 2006). Ein gewaltiger Unterschied.

Wieso sind Internet-Telefonate so günstig? Die Antwort ist einfach: Bei einem normalen Telefongespräch zwischen Hamburg und München muss ein Telefonanbieter für die gesamte Strecke eine separate Telefonleitung aufbauen – die auch nur für dieses Gespräch genutzt werden kann. Die Internet-Telefonie hat es da einfacher: Einfach gesprochen geht das Telefonat in Hamburg erst einmal ins kostengünstigere Internet, kommt erst in München – praktisch vor der Haustüre des Gesprächspartners – wieder aus dem Internet heraus und wechselt erst dort in das Festnetz. Das ist wesentlich kostengünstiger, da praktisch nur die kurze Strecke der so genannten „letzte Meile“ zum Gesprächspartner über das klassische Telefonnetz geführt wird.

Darum ist VoIP so günstig: Im Gegensatz zum normalen Ferngespräch (links) findet beim Internet-Telefonieren der Übergang zum Festnetz („Letzte Meile“) erst kurz vor dem Ziel statt. Jedes Ferngespräch ist damit praktisch ein günstiges Ortsgespräch

Die VoIP-Telefonie hält allen Preisvergleichen Stand. Egal, ob Sie lokal, ins Festnetz, zum Handy oder ins Ausland telefonieren.

Günstiger als Standard-Telefonanschlüsse

Einem Standard-Telefonanschluss der Deutschen Telekom ist VoIP haushoch überlegen. Das gilt auch für die scheinbar attraktiven Tarifoptionen, bei denen Sie sich günstigere Gesprächskosten oder Freiminuten mit einer höheren Grundgebühr erkaufen.

Ein Beispiel: Das Angebot „Call Time“ der Deutschen Telekom ermöglicht für monatlich knapp 4 Euro mehr deutschlandweit bis zu 240 Freiminuten. Per VoIP können Sie zu den gleichen Kosten fast doppelt so lange telefonieren: ca. 400 Minuten. Ebenfalls deutschlandweit.

Günstiger als Telefon-Flatrates

Und wie sieht es bei Telefon-Flatrates aus? Auch hier heißt der Sieger in den meisten Fällen: VoIP. Die Flatrates der traditionellen Festnetzanbieter wie Telekom und Arcor oder Mobilfunkflatrates wie „Base“ lohnen sich nur für wirkliche Vieltelefonierer. Bei der Telefon-Flatrate von Arcor für knapp 20 Euro lohnt sich im Vergleich zur Internet-Telefonie erst, wenn Sie regelmäßig mehr als 2.000 Stunden telefonieren.

Übrigens: Mittlerweile gibt es auch für die Internet-Telefonie attraktive Flatrates. Die liegen mit knapp 10 Euro pro Monat (z.B. von GMX)  für grenzenloses Telefonieren weit unter den klassischen Festnetz-Flatrates.

Günstiger als Call-by-Call

Im Vergleich zum Call-by-Call schmilzt zwar der Vorsprung von VoIP, Sieger bleibt aber in den meisten Fällen auch hier die Internet-Telefonie. Sowohl bei Orts- als auch bei Fern- und Auslandsgespräche ist die Internet-Telefonie deutlich günstiger als die meisten Call-by-Call-Anbieter. Wenn Sie Ihren klassischen Telefonanschluss nicht mehr bei der Deutschen Telekom, sondern z.B. bei Arcor haben, hat sich das Thema Call-by-Call sowieso erledigt: Bei Nicht-Telekom-Anschlüssen ist Call-by-Call fast immer ausgeschlossen.

Zugegeben: Auch bei Call-by-Call-Anbietern finden Sie immer mal wieder 1-Cent-Tarife, die den VoIP-Tarifen ebenbürtig sind. Allerdings ist hier das Kleingedruckte wichtig: Oftmals gelten die niedrigen Tarife nur zu später Abendstunde oder sind nur örtlich begrenzt verfügbar. Nicht selten verschwinden die Spartarife genau so schnell wieder wie sie aufgetaucht sind.

In einem Punkt ist das klassische Call-by-Call häufig noch unschlagbar: Telefonate in die Mobilfunknetze sind in der Regel mit Call-by-Call günstiger als mit VoIP. Während per Internet-Telefonie zwischen 17 und 20 Cent pro Minute anfallen, liegen die Call-by-Call-Anbieter mit knapp 13 Cent noch einiges darunter. Vermutlich wird es aber nicht mehr lange dauern, bis sich auch hier die Preise angenähert haben und VoIP auch bei Gesprächen zum Handy als Sieger hervorgeht.

Ganz konkret: So viel sparen Sie bei VoIP

Ob VoIP-Anbieter, Fachzeitschriften oder Hersteller von Internet-Telefonen: Von allen Seiten hören Sie „VoIP ist billiger“. Doch wie viel billiger ist es genau? Wie viel lässt sich beim Internet-Telefonieren wirklich sparen? Folgendes Beispiel zeigt Ihnen, wie viel Sparpotenzial drin ist.

Als Praxisbeispiel dient eine Telefonrechnung mit knapp 15 Euro Gesprächskosten im Monat. Sie können auch Ihre eigene Telefonrechnung zur Hand nehmen, mitrechnen und sofort erfahren, wie viel Sie sparen können. Gehen Sie zur Ermittlung des Sparpotenzials folgendermaßen vor:

1.    Nehmen Sie Ihre aktuelle Telefonrechnung zur Hand. Bei der Rechnung der Deutschen Telekom finden Sie Ihre aktuellen Gesprächskosten im Bereich Verbindungen Deutsche Telekom – zumeist auf der zweiten Seite. Dort sind alle City- und Deutschland- und Auslandsverbindungen aufgeführt, z.B. in der Form:

Leistung                                                          Menge             Einzelbetrag    Gesamt

22 Cityverbindungen                                      53                    0,0517             2,74

30 Deutschlandverbindungen Tagtarif          93                    0,0775             7,21

Summe Verbindungen Deutsche Telekom                                                  13,50

2.    Nehmen Sie daneben die Tariftabelle Ihres VoIP-Anbieters zur Hand. Falls Sie noch keinen VoIP-Anbieter ausgesucht haben, können Sie beispielhaft einen beliebigen VoIP-Anbieter auswählen – für einen Näherungswert reicht das vollkommen aus. Sehr übersichtlich sind beispielsweise die Tarifseiten von sipgate (www.sipgate.de/user/tarife.php) und dus.net (www.dus.net/index.php?id=preise).

3.    Jetzt geht es ans Vergleichen: Tragen Sie auf der Rechnung hinter dem Einzelbetrag den passenden Einzelbetrag (Cent pro Minute) Ihres VoIP-Anbieters ein. Bei Deutschlandverbindungen beispielsweise 0,0129 Euro, wenn Ihr VoIP-Anbieter 1,29 Cent pro Minute berechnet.

4.    Multiplizieren Sie nun den VoIP-Einzelbetrag mit der Menge, und tragen Sie das Ergebnis auf der Rechnung rechts neben dem Gesamtbetrag, z.B. 0,06837.

5.    Wiederholen Sie diese Schritte mit allen aufgeführten Verbindungen. Zugegeben, das ist zunächst ein wenig mühsam – das Ergebnis wird Sie aber positiv überraschen. Versprochen.

6.    Wichtig: Die Beträge auf der Rechnung der Deutschen Telekom sind Nettobeträge, also ohne Umsatzsteuer. Sie müssen bei der Summe auf der Originalrechnung noch die Umsatzsteuer hinzufügen. Hierzu multiplizieren Sie die Summe einfach mit 1,16 und schon haben Sie die Bruttosumme inklusive Umsatzsteuer, zum Beispiel 13,50 * 1,16 = 15,66.

7.    Spannend wird es, sobald Sie die neu ermittelten VoIP-Gesamtbeträge addieren. Tragen Sie die VoIP-Summe rechts neben die Bruttosumme Rechnung. Mit Sicherheit wird die VoIP-Summe weit niedriger ausfallen als die Summe auf der Rechnung.

7.    Wie viel Sie prozentual sparen, lässt sich ebenfalls leicht ausrechnen: Subtrahieren Sie zunächst von der Telekom-Bruttosumme die VoIP-Summe, z.B. 15,66 – 4,15 = 11,51.

Anschließend teilen Sie das Ergebnis durch die Telekom-Bruttosumme, z.B. 11,51 / 15,66 = 0,73499. Das Ergebnis: Mit VoIP sparen Sie in diesem realen Beispiel knapp 73,5% oder in absoluten Zahlen 11,51 Euro pro Monat. VoIP lohnt sich damit auf jeden Fall.

Beachten Sie bei der Berechnung des Sparpotenzials, dass sich die Ersparnis nur auf die reinen Gesprächskosten beschränken. Die Grundgebühr für den Telefonanschluss können Sie zurzeit noch nicht einsparen – zumindest nicht bei der Deutschen Telekom. Die Ersparnis bei den reinen Gesprächskosten ist aber dennoch beeindruckend.

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