Voraussetzungen für VoIP-Internettelefonie: Ein schneller Internetanschluss

Viel hilft viel. Dieses einfache Motto gilt insbesondere für Ihren Internet-Anschluss. Wenn Sie regelmäßig via VoIP telefonieren möchten, sollte Ihr Internet-Zugang besonders schnell sein.

Ganz wichtig: Ein Modem- oder ISDN-Zugang ist für Internet-Telefonie zu langsam. Ein solcher Internet-Anschluss ist einfach nicht schnell genug für die Übertragung der Sprachdaten über das Internet. Hinzu kommt, dass es bei Modem- und ISDN-Internetzugängen meist nur teure Minutentarife gibt, die VoIP unrentabel machen. Zum Ausprobieren und Schnuppern reicht ein Modem- oder ISDN-Zugang zwar aus, wenn Sie jedoch dauerhaft im Internet telefonieren möchten, empfiehlt sich der Umstieg auf einen schnellen DSL-Anschluss.

DSL 1000 oder besser

Als Untergrenze für einen schnellen Internet-Anschluss gilt ein DSL-1000-Anschluss, also ein DSL-Internetzugang mit einer maximalen Geschwindigkeit von 1.024 kBit pro Sekunde. DSL 1000 ist der Einsteiger-DSL-Anschluss und die preisgünstigste DSL Variante.

Mit einem DSL-1000-Anschluss können Sie gleichzeitig im Internet surfen und ein Telefongespräch in glasklarer Qualität führen. Die Betonung liegt aber auf „ein“, denn viel mehr ist bei einem DSL-1000-Anschluss nicht drin. Mit einem einzigen Gespräch ist die DSL-1000-Leitung bereits fast ausgeschöpft.

Das liegt an der so genannten Upload-Geschwindigkeit: Auch wenn sich 1.024 kBit pro Sekunde viel anhören, die hohe Geschwindigkeit gilt nur für eine Richtung. Für den Download. Alles, was Sie aus dem Internet herunterladen – Webseiten, Fotos, Dateien usw. – wandert zwar mit einer Geschwindigkeit von 1.024 kBit pro Sekunde auf Ihren Rechner. Umgekehrt geht es allerdings viel langsamer: Wenn Sie von Ihrem Computer Daten verschicken – dazu gehört auch das Telefongespräch -, müssen Sie sich mit 128 kBit pro Sekunde begnügen. Und da für ein Telefongespräch in glasklarer Qualität pro Richtung knapp 100 kBit verbraucht werden, ist bei einem Gespräch die Leitung damit fast schon „dicht“.

DSL ist schnell, aber nur in eine Richtung. Fürs Telefonieren sind aber beide Richtungen wichtig. Bei DSL 1000 stehen als Upload z.B. „nur“ 128 kBit/s zur Verfügung. Das reicht nur für ein Gespräch.

Wenn Sie mehr als ein Gespräch gleichzeitig über die Internet-Leitung führen möchten oder neben dem Telefongespräch umfangreiche Downloads tätigen möchten, empfiehlt sich ein noch schnellerer DSL-Anschluss.

Ab DSL 2000 mit 2.048 kBit/s Download- und 192 kBit/s Upload-Geschwindigkeit macht VoIP richtig Spaß. Und bietet genügend Reserven für mehrere Gespräche gleichzeitig oder umfangreiche Downloads während des Telefonierens.

Wenn Sie bereits über einen DSL-Anschluss verfügen, sind Sie bereits bestens gerüstet für VoIP. Doch welcher DSL-Anschluss liegt eigentlich im Haus? Auf Anhieb weiß man oft gar nicht mehr, wie schnell der eigene DSL-Anschluss eigentlich ist. DSL 1000, 2000 oder gar 6000? Da hilft ein Blick in die aktuelle Telefonrechnung. Dort erfahren Sie genau, mit welcher Geschwindigkeit Sie ins Internet gehen.

Kabel, Satellit und andere Alternativen

In Sachen Internet-Telefonie ist ein schneller DSL-Anschluss erste Wahl. Doch nicht überall ist der schnelle DSL-Anschluss verfügbar. Keine Sorge: Neben dem klassischen DSL-Anschluss gibt es noch einige DSL-Alternativen wie Kabel oder Satellit.

Ein Vorteil der DSL-Alternativen wie Kabel oder WiMAX: Die sonst übliche Koppelung von Telefonanschluss und DSL-Anschluss entfällt. Damit können Sie schnell im Internet surfen und telefonieren und gleichzeitig die Grundgebühr für den Telefonanschluss sparen.

Aber aufgepasst: Nicht jede DSL-Alternative eignet sich für die Internet-Telefonie. Welche DSL-Alternativen interessant sind und welche sich für VoIP eignen – und welche nicht -, zeigt folgende Übersicht:

– Internet per Kabel

Einige Kabelnetzbetreiber bieten Internet über das Fernsehkabel an. Der Vorteil: Der Kabelanschluss vereint digitales Fernsehen, Internet und damit auch VoIP in Einem. Ein separater Telefonanschluss ist überflüssig. Allerdings lohnt sich der Kabelzugang aufgrund der relativ hohen monatlichen Kosten nur, wenn Sie ohnehin Kabelfernsehen wünschen.

Ein Internet-Kabelanschluss ist grundsätzlich auch für VoIP bestens geeignet. Wichtig dabei: Wählen Sie einen Kabeltarif mit einem Upload von mindestens 128 kBit/s, damit in beide Richtungen genügend Bandbreite für glasklare Gespräche zur Verfügung steht.

– Internet per Satellit

Auf den ersten Blick hört sich der Internetzugang via Satellit – z.B. skyDSL von Teles (www.skydsl.de) – auch für VoIP interessant an. Download-Geschwindigkeiten von bis zu 16.000 kBit pro Sekunde versprechen störungsfreie Gespräche.

Doch der Schein trügt: Die hohe Geschwindigkeit gibt es nur in eine Richtung; vom Satelliten zu Ihnen nach Hause. Für die Internet-Telefonie brauchen Sie aber hohe Geschwindigkeiten in beide Richtungen. Und da sieht es beim Satelittenzugang schlecht aus. Denn die andere Richtung – von Ihnen zu Hause ins Internet – wird per analoger oder ISDN-Telefonleitung realisiert und ist mit gerade einmal 33,6 bzw. 64 kBit pro Sekunde viel zu langsam für VoIP. Internet via Satellit scheidet damit für VoIP aus.

– Internet aus der Steckdose

Interessant, aber kaum verbreitet ist der Internetzugang aus der Stromsteckdose, kurz Powerline genannt. Mit Bandbreiten von bis zu 1.000 kBit pro Sekunde in beide Richtungen ist Powerline für VoIP gut geeignet.

Leider fristet Powerline ein Nischendasein und ist nur in wenigen Städten verfügbar, darunter Dresden (www.powerkom-dd.de), Ellwangen (www.tkg.odr.de), Hameln (www.piper-net.de), Haßfurt (www.schnell-im-netz.de) und Mannheim (www.vype.de).

– Internet per WiMAX

Als interessante Alternative zum klassischen DSL-Anschluss entwickelt sich WiMAX (Worldwide Interoperability für Microwave Access). Bei WiMAX kommt das Internet per Funk ins Haus – WiMAX ist praktisch ein „aufgebohrtes“ WLAN für ganze Städte. Auf Kirchtürmen und ähnlich hohen Gebäuden werden hierzu Funksender und -empfänger installiert.

Bei Bandbreiten von 1.500 kBit/s bis 3.500 kBit/s in beide Richtungen ist WiMAX für VoIP bestens gerüstet. WiMAX steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Nur in wenigen Großstädten wie Bonn, Kaiserslautern (www.wimax-kl.de) oder Berlin (www.dslonair.de) ist die Funklösung bislang nutzbar. Der bundesweite Ausbau geht allerdings rasant vonstatten.

– Internet via UMTS

Einige Mobilfunkunternehmen bieten einen vollwertigen Internetzugang via UMTS an. Das Angebot „Surf@Home“ von O2 (www.o2online.de) beinhaltet beispielsweise einen UMTS-Router, der das Internet über das schnelle Handynetz ins Haus bringt.

Für VoIP sind die meisten UMTS-Anschlüsse allerdings nur bedingt geeignet. Zwar bietet UMTS eine Downloadgeschwindigkeit von 384 kBit pro Sekunde. In die andere Richtung geht es aber nur mit maximal 64 kBit pro Sekunde – für VoIP zu wenig.

Mittelfristig planen die Mobilfunkunternehmen, UMTS auf 1.000 kBit/s und später auf über 2.000 kBit/s zu beschleunigen. Auch die für VoIP wichtigen Upload-Geschwindigkeiten sollen erhöht werden. Dann wird UMTS auch für VoIP interessant. Fraglich bleibt dann nur noch, ob die hohen UMTS-Kosten die VoIP-Ersparnisse nicht wieder aufzehren.

Fazit: Wenn Sie bereits über eine DSL-Flatrate verfügen, ist die Entscheidung einfach: Bleiben Sie dabei. Die Flatrate eignet sich ideal für die Internet-Telefonie, alle Internet-Kosten sind damit bereits gedeckt. Die Internet-Telefonie ist dann praktisch nur noch ein „Schmankerl“ oben drauf.

Falls Sie bisher per ISDN oder Modem ins Internet gegangen sind und jetzt auf DSL umsteigen, kann der Volumentarif für Sie interessant sein. Wenn Sie nur wenig im Internet surfen und den DSL-Zugang hauptsächlich zum Telefonieren möchten, empfiehlt sich statt einer teuren Flatrate ein günstiger Volumentarif.

Ein Beispiel: Für den Volumentarif „DSL sun“ von freenet (www.freenet.de) mit einem Datenvolumen von 2.000 Mbyte sind pro Monat nur 2,90 Euro fällig. Mit 2.000 Mbyte können Sie dann pro Monat über 1.300 Stunden oder 21 Stunden telefonieren. Für ein normales Telefonierverhalten vollkommen ausreichend. Andere Anbieter wie Tiscali, Lycos, T-Online oder Congster bieten ähnlich attraktive Volumentarife.

Nicht vergessen: Die genannten Beträge beziehen sich nur auf die Kosten für den Internet-Zugang bzw. die Internet-Nutzung. Wenn Sie dann über diesen Internet-Zugang telefonieren, kommen noch die Gesprächkosten für die Telefongespräche hinzu.

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