Was ist eigentlich eine IP-Adresse?

Eigentlich hat schon fast Jeder mal etwas von ihr gehört. Spätestens wenn der Rechner „IP-Adresse wird abgerufen…“ anzeigt, wird man mit ihr konfrontiert. Doch was genau ist die IP-Adresse eigentlich? Welchen Sinn und Zweck erfüllt sie, und warum sieht sie so komisch aus? Die Antwort auf die letzte Frage ist einfach. Die IP-Adresse sieht so komisch aus, damit sie nicht noch komischer aussieht. Warum dies so ist, wird hier erklärt.

Entwicklung der Schreibweise einer IP-Adresse

Eigentlich ist die IP-Adresse eine 32-stellige Zahlenkolonne aus Einsen und Nullen. Eine solche „binäre“ Darstellungsweise (s.u.) ist aber nur für eingefleischte Computerspezialisten lesbar. Um dies zu ändern, wurden die 32 Stellen zunächst in vier Teile – in der Fachsprache „Octets“ genannt – aufgeteilt, die durch einen Punkt getrennt wurden. Doch auch diese Schreibweise brachte noch keine großartige Besserung. Also wurden die einzelnen Octets in numerische Zahlen umgerechnet. Die heutige Darstellungsform war geboren.

Nehmen wir mal als Beispiel die IP-Adresse 192.168.10.142 und rechnen sie in die binäre Schreibform um. Das Ergebnis lautet 11000000.10101000.01111011.10000100 und ist bereits kaum noch lesbar. Nehmen wir nun die Punkte auch noch weg, entsteht ein „11000000101010000111101110000100“, was für Normalsterbliche eher befremdlich wirkt.

Die IP-Adresse – ohne sie geht nichts im Internet

Jeder Rechner muss eine eindeutige Adresse haben, damit er von den anderen Komponenten im Netz auch kontaktiert werden kann. Stellen Sie sich einfach vor, die Datenwege des Internets sind Straßen. Die IP-Adressen sind dann die einzelnen Häuser an den Straßenrändern. Damit eine Anwendung – beispielsweise Ihr Internet-Browser – auch tatsächlich ihr Ziel erreicht, gehört allerdings noch viel mehr dazu. Mit der IP-Adresse haben wir es erst geschafft, den richtigen Zielrechner zu erreichen. Mehr ist damit noch nicht passiert. Welche Applikation dort mit uns kommunizieren soll, wird u.a. durch einen weiteren Mechanismus geregelt, von dem viele schon mal gehört haben können. Portnummern heißt hier das Zauberwort. Bekannt ist die Portnummer 80, die für das Internet-Protokoll http steht. Was es genau damit auf sich hat, kann an andere Stelle erklärt werden.

IP-Adresse oder MAC-Adresse – was ist denn nun die Adresse Ihres Rechners?

Im Grunde braucht ein PC nur seine Hardware-Adresse, um kommunizieren zu können. Doch mit der wachsenden Zunahme an Endgeräten wurde schnell klar, dass sie alleine nicht mehr ausreicht, um mit allen anderen Teilnehmern Kontakt aufnehmen zu können. So wurde die IP-Adresse im Wesentlichen aus zwei Gründen eingeführt. Erstens ist sie eine Umwandlung – oder auch ein Stellvertreter – der Hardware-Adresse. Jede Hardware-Adresse (auch „MAC-Adresse“ genannt) benötigt eine IP-Adresse. Im Internet und in größeren Unternehmen übernimmt diese Aufgabe ein DHCP-Server. Sie bekommen diesen Vorgang immer dann mit, wenn Ihr PC „IP-Adresse wird abgerufen…“ anzeigt. Zeigt Ihr Gerät schließlich „Verbunden“ an, so wurde Hardware-Adresse Ihres Rechners vom DHCP-Server Ihres Providers eine IP-Adresse zugeordnet. Zweitens bietet die IP-Adresse im Gegensatz zur „MAC“ die Möglichkeit, die Daten auch über die Grenzen des eigenen lokalen Netzes hinweg zu verschicken. IP-Adressen werden „geroutet“. Mit MAC-Adressen funktioniert dies nicht.

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