Windows-Grundlagen: Die Registrierdatenbank Registry

Ohne sie geht gar nichts: Die Registrierdatenbank, kurz Registry, ist auf gewisse Weise das Herz des Betriebssystems . Hier merkt sich Windows die komplette Konfiguration Ihres PCs. Mit welchem Hintergrundbild Sie den Desktop schmücken, welche Sounds aus dem Lautsprecher kommen oder wie schnell die Maus sich über den Desktop bewegt. Nur einige der unzähligen Einstellungen, die sich Windows in der Registrierdatenbank merkt. Mehrere Tausend solcher Konfigurationsmerkmale sind hier gespeichert.

Entsprechend empfindlich reagiert Windows auf Änderungen in der Registrierdatenbank. Das heißt aber nicht, dass Sie auf jeden Fall einen großen Bogen um sie machen müssten. Im Gegenteil: Die Registrierdatenbank ist ein äußerst interessantes Werkzeug. Ein Blick in das mächtige Tool lohnt immer. Wenn Sie Hand anlegen und die Datenbankeinträge direkt verändern, ist allerdings Vorsicht angeraten. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen kann aber im Prinzip nicht viel passieren.

Gefahrlos einen Blick riskieren: So sieht die Registry aus

In der Registrierdatenbank laufen sämtliche Informationen über die Konfiguration des Betriebssystems zusammen, seien es Dateipfade, Umgebungsvariablen oder Benutzer- und Hardwareinformationen. Die Registrierung ist im Grunde nichts anderes als eine Datenbank, in der Windows alle relevanten Daten in fünf unterschiedlichen Abschnitten, auch Hauptschlüsseln genannt, speichert.

Um einen gefahrlosen Einblick in die Registrierdatenbank von Windows zu nehmen, gehen Sie folgendermaßen vor:

1. Klicken Sie auf die Start-Schaltfläche, und rufen Sie den Befehl Ausführen auf.

2. Geben Sie in das Dialogfenster Ausführen den Befehl regedit ein, und bestätigen Sie die Eingabe mit OK.Windows startet daraufhin den Registrierungseditor. Voilá – schon sind Sie mittendrin in der Registrierdatenbank.

Der Bildschirmaufbau des Registrierungseditors ähnelt dem des Explorers: In der linken Hälfte erhalten Sie einen Hierarchiebaum, den Sie per Mausklick auf die Plus- bzw. Minuszeichen auf- bzw. zuklappen können. In der rechten Hälfte zeigt Windows den Wert des im linken Bereich markierten Elements.

4. Um die Registrierdatenbank wieder zu schließen, rufen Sie den Menübefehl Datei | Beenden auf.

So ist die Registry aufgebaut

Mit dem Registrierungs-Editor halten Sie ein mächtiges und scharfes Werkzeug in der Hand. Im Editor können Sie nicht nur die aktuellen Windows-Einstellungen betrachten, sondern auch direkt Änderungen vornehmen. Auf den ersten Blick sieht die Registrierungsdatenbank kompliziert aus. Das ist sie aber gar nicht. Sie ist sehr logisch und strukturiert aufgebaut und sieht wilder aus als sie ist.

Der Schein trügt: Auf den ersten Blick sieht es so aus, als sei die Registry eine in sich geschlossene Datei. In Wirklichkeit ist die Registry eine umfangreiche Datenbank, die sich aus insgesamt sieben Dateien zusammensetzt. Die sieben Dateien werden beim Windows-Start ausgewertet und stehen in Form der Registrier-Datenbank Windows selbst als auch den anderen Anwendungen zur Verfügung. Zum Ablegen, Speichern und wieder Auslesen der unzähligen Einstellungsmöglichkeiten.

Die folgenden Dateien bilden zusammen die Registrierdatenbank:

Security

Inhalt: Sicherheitsrichtlinien, System- und Zugriffs-Rechte

Speicherort: WINDOWSSystem32Config

Sam (Security Account Manager)

Inhalt: Benutzerkontendatenbank, die alle System- und Zugriffsrechte verwaltet

Speicherort: WINDOWSSystem32Config

System

Inhalt: Systemkonfiguration von Windows

Speicherort: WINDOWSSystem32Config

Software

Inhalt: Informationen über installierte Software und deren Konfiguration

Speicherort: WINDOWSSystem32Config

Default

Inhalt: Standard-Benutzerprofil

Speicherort: WINDOWSSystem32Config

Ntuser.dat

Inhalt: Konfiguration jedes einzelnen Benutzers

Speicherort: Dokumente und EinstellungenBenutzername

UsrClass.dat

Inhalt: Benutzerspezifische Software-Einstellungen, für jeden Benutzer individuell

Speicherort: Dokumente und EinstellungenBenutzernameLokale EinstellungenAnwendungsdatenMicrosoftWindows

Um die mehreren tausend Einstellungen von Windows und den installierten Programmen geordnet abzulegen, sortiert Windows den Inhalt der Registrierdatenbank in fünf Hauptbereiche. Das verschafft Übersicht und erleichtert den Einstieg in die Tiefen der Datenbank.

Folgende fünf Hauptbereiche finden Sie im Registrierungseditor:

* HKEY_CLASSES_ROOT

* HKEY_CURRENT_USER

* HKEY_LOCAL_MACHINE

* HKEY_USERS

* HKEY_CURRENT_CONFIG

Jeder der Hauptbereiche enthält viele weitere Unterbereiche – so genannte Schlüssel – , die wiederum Schlüssel enthalten. Bei der Navigation durch die Bereiche gilt: Ein Klick auf das Pluszeichen vor einem Schlüssel blendet alle Unterschlüssel ein – das Minuszeichen klappt den Bereich wieder zu.

 Zugegeben: Die Namen sind recht kryptisch und wenig aussagekräftig. Welche Informationen und Unterbereiche sich hinter den kryptischen Abkürzungen verbergen, verraten die folgenden Abschnitte.

HKEY_CLASSES_ROOT

Hier speichert Windows alle Verknüpfungen zwischen Dateien und den dazugehörigen Programmen. Ist auf Ihrem PC beispielsweise Microsoft Word installiert, finden Sie hier den Eintrag .doc für Word-Dokumente. Die Einträge regeln elementare Einstellungen für die Arbeit mit Windows, beispielsweise was beim Doppelklick auf eine Datei passieren soll und welche Menüpunkte erscheinen, wenn Sie mit der rechten Maustaste auf eine Datei klicken.

HKEY_CURRENT_USER

Alles über den aktuellen Benutzer. In zahlreichen Unterschlüsseln speichert Windows hier alle Konfigurationseinstellungen des Benutzers, der zurzeit mit Windows arbeitet. Dazu gehört beispielsweise das Aussehen des Desktops, Form und Geschwindigkeit der Maus, Sounds und vieles mehr. Zudem sind hier alle Netzwerkverbindungen, alle Verbindungen zu Geräten wie Druckern oder USB-Sticks abgelegt.

HKEY_LOCAL_MACHINE

Hier verwaltet Windows die Hard- und Software Ihres Computers. Beispielsweise welche Hardware mit welchen Parametern an Ihrem Computer angeschlossen ist. Hinzu kommen Informationen über die Sicherheit, die installierte Software, den Systemstart, die Treiber sowie die Dienste von Windows.

HKEY_USERS

Hier steckt die Benutzerverwaltung von Windows. Alle Benutzer, die sich an den Computer anmelden können, haben hier ihren eigenen Unterschlüssel mit jeweils individuellen Einstellungen. Hierzu gehören beispielsweise Einstellungen für den Desktop, die Systemsteuerung, die Netzwerkverbindungen und die installierten Programme.

HKEY_CURRENT_CONFIG

Hier ist die aktuelle Konfiguration Ihres Computers abgelegt. Und nicht nur eine, sondern gleich mehrere. Wenn Sie beispielsweise für Ihr Notebook zwei Hardware-Profile angelegt haben – einmal mit, einmal ohne Docking-Station – erhält jede Konfiguration einen eigenen, individuellen Unterbereich.

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