WINS – Windows Internet Name Service

Namensauflösungen sind eine der wichtigsten Aufgaben für Server in Computernetzwerken. Sie als Benutzerin bzw. Benutzer und die meisten Anwendungen arbeiten vornehmlich mit den Namen für Computer und Server. Ansätze zum Auflösen der Namen gibt es mehrere. Angefangen hat alles mit zwei einfachen Dateien, die es auch heute noch gibt: Die lmhosts- sowie die Hosts-Datei. Aus diesen beiden unterschiedlichen Varianten entwickelten sich in den 1990er Jahren zwei Systeme zur Namensauflösung. Auf der einen Seite entstand das Domain Name System (DNS), welches inzwischen für das Internet sowie die meisten Unternehmens- und Heimnetzwerke ausschlaggebend ist. Parallel dazu betrieb Microsoft den Windows Internet Namen Server (WINS), der auf dem Microsoft-Protokoll netbios aufsetzt. Auch wenn der Betriebssystem- und Softwarehersteller mittlerweile bestätigt, WINS würde keine Rolle mehr spielen, sind netbios und WINS auch unter Windows 8 weiterhin aktiv.

Krieg der Namen: WINS vs. DNS

WINS konnte sich schon in den 1990er Jahren nicht mehr gegen DNS durchsetzen. Der „Krieg der Namen“ wurde bereits mit der damaligen Entscheidung der amerikanischen Regierung entschieden, als Netzwerkprotokoll TCP/IP einzusetzen, auf das DNS direkt aufsetzt. Das Microsoft-Netzwerkprotokoll „netbios wurde nicht für das Internet zugelassen. WINS setzt auf netbios auf und konnte somit nicht mehr mit DNS mithalten. Da Microsoft aber netbios nicht aus Windows entfernen konnte oder wollte, wurde eine Art Zwischenschicht konstruiert. Dieses „netbios over TCP/IP“ hält sich bis Windows 8 im System. Selbst die lmhosts gibt es in dieser Version noch. Genutzt wird beides angeblich nicht mehr. Wer jedoch im Netzwerk mitliest, wird die guten alten Bekannten der netbios-Welt auch unter Windows 8 wiedersehen.

Wie funktioniert WINS?

DNS ist nicht direkt aus der hosts-Datei hervorgegangen. Diese beinhaltet keinerlei hierarchische Domänenstrukturen und stellte nur den Namen mit der IP-Adresse in Bezug. WINS hingegen ist eine reine Weiterentwicklung der lmhosts-Datei. Anders als beim DNS, wo der IP-Adresse nur ein Name zugeordnet wird, existiert beim WINS noch eine weitere Unterteilung. Eine IP-Adresse bzw. ein Computername kann mehrere netbios-Namen besitzen. Diese richten sich nach den Aufgaben des Rechners. So erhält ein Domänencontroller andere netbios-Einträge als ein einfacher Client. Hinzu kommen noch einige weitere Querverbindungen und Abhängigkeiten, die WINS sehr schwergewichtig und fehleranfällig machen und gemacht hatten. Das relativ komplizierte WINS-Verfahren führte immer wieder zu langen Wartezeiten beim Anmelden an das Windows-Netzwerk oder beim Einhängen eines Netzwerklaufwerks. Dies und die zunehmende Verbreitung von DNS inkl. der Nutzung von TCP/IP waren die Gründe, weshalb WINS immer mehr an Bedeutung verlor.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.