WLAN-Funknetzwerke: So arbeiten Hacker

Ob nur zum Spaß oder mit böser Absicht: Oft sind private oder Firmen-WLANs das Ziel von Hackerangriffen. Einige Hacker machen dies nur zum Zeitvertreib und schnüffeln unterwegs nach offenen Netzwerken. Die Angriffslust macht auch vor verschlüsselten und scheinbar sicheren Funknetzwerken nicht halt. Oft sind die Werbeversprechen auf der Verpackung wie „Sicher durch WEP- und WPA-Verschlüsselung“ nichts als heiße Luft. Findige Hacker haben die Verschlüsselungsmechanismen längst geknackt. Dazu sind zwar jede Menge Computer-Knowhow und einiger technischer Aufwand nötig; oft stellt aber auch das keine allzu hohe Hürde mehr dar. Genügend kriminelle Energie und technisches Equipment vorausgesetzt, lässt sich heute fast jedes WLAN knacken.

Das heißt nicht automatisch, dass in Ihrer Nachbarschaft bereits ein Hacker auf Ihr WLAN lauert und es auf Ihre Daten abgesehen hat, es zeigt aber deutlich wie verwundbar selbst scheinbar sichere Funknetzwerke sein können.

Offene Netze für Gelegenheits-Hacker

Bequemlichkeit kann schwere Folgen haben. Viele Anwender stellen WLAN-Router auf, ohne sich um die Sicherheit ihres eigenen Netzes zu kümmern. Nach dem Motto „Hauptsache es funktioniert“ wird der neue WLAN-Router kurzerhand mit den Standardeinstellungen in Betrieb genommen. Das geht schneller und man braucht sich nicht mit den verschiedenen Einstellmöglichkeiten auseinanderzusetzen.

Mit gravierenden Folgen: Stichproben in großen Städten ergaben, dass rund ein Viertel aller WLANs ohne Verschlüsselung arbeitet. Angreifern wird damit Tür und Tor ins eigene Netz geöffnet.

Dabei bedarf es noch nicht einmal besonders hoher krimineller Energie oder spezieller Hard- oder Software. Jedes handelsübliche WLAN-Notebook genügt, um sich in ungeschützte Netzwerke einzuklinken. Wenn beispielsweise in der Liste der verfügbaren Drahtlosnetzwerke ein ungesichertes Netzwerk auftaucht, genügt oft ein Mausklick auf Verbinden, und schon ist man drin im fremden Netzwerk.

Nicht selten findet man sogar in der eigenen Nachbarschaft ungesicherte Funknetzwerke – ein Blick in die Liste der verfügbaren Drahtlosnetzwerke genügt. Falls Sie ein solches Netz entdecken und Hinweise finden, dass es Ihr Nachbar ist,, sollten Sie ihn kurz auf die potenzielle Gefahr hinweisen. Vielen Anwendern ist gar nicht bewusst, dass das eigene Netzwerk und persönliche Daten bedroht sind.

Wardriving – Die Geheimsprache der Hacker

Das Schnüffeln nach offenen Funknetzwerken hat sich mittlerweile sogar zum Hobby einiger Anwender entwickelt. Ausgerüstet mit einem WLAN-Notebook fahren sie durch die Innenstädte und spüren offene Netze auf – im Fachjargon auch „Wardriving“ genannt.

Die Motivation der Wardriver ist unterschiedlich: Für einige ist es lediglich ein Zeitvertreib, andere nutzen die Informationen, um die jeweiligen Betreiber auf Sicherheitslücken hinzuweisen. Gefährlich wird es, wenn Wardriver versuchen, in die gefundenen Netze einzubrechen und Daten zu stehlen oder zu beschädigen.

Im Internet hat sich sogar eine rege Community gebildet, deren Mitglieder in Foren und Diskussionsräumen Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig Tipps zum Aufspüren offener Netze geben. Selbst Landkarten mit eingezeichneten offenen Netzen sind frei verfügbar.

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