Zerrungen – Was hat es damit auf sich?

Nicht nur Fußballer kennen sie. Lästig wie Mücken im Sommer kommen sie immer zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Gerade wollten Sie einen schönen Fahrradausflug machen, doch leider war der letzte Ausflug in Ihren Heizungskeller von einer schnellen Bewegung begleitet, welche in Ihrem Oberschenkel einen stechenden Schmerz hervorgerufen hat. Was ist Ihnen da passiert? Sie denken sofort daran, sich irgendetwas gezerrt zu haben. Ist dies tatsächlich so? Was genau ist eine Zerrung eigentlich?

Zerrung: Eine Überdehnung der Muskeln, die nicht nur Hochleistungssportler lahm legt

Überdehnen Sie – wie in diesem Beispiel im Heizungskeller – eine bestimmte Muskelgruppe über das physiologisch mögliche Maß hinaus, kommt es zu einer Überdehnung. Ihre Gelenke hören nicht einfach auf und führen die Bewegung weiter, doch irgendwann ist der Punkt erreicht, wo Ihre Muskeln die geforderten Beanspruchungen nicht mehr leisten können. Es kommt zu einer Zerrung, die Sie meistens als stechenden Schmerz wahrnehmen.

Warum passiert Ihnen das überhaupt? Warum bekommen Menschen Zerrungen?

Muskeln sind einfach nicht in jeder Lebenslage zur gleichen Arbeit fähig. Sind sie kalt, so haben sie eine relativ geringe Dehnungsfähigkeit. Das „wissen“ aber Ihre Gelenke nicht und führen die Bewegungen trotzdem so durch, als wenn alles ganz normal wäre. Ein Bestandteil Ihrer Gelenkkapseln sorgt dann für die Bewegung der Muskeln selbst.

Häufig ist in diesem Zusammenhang auch Unachtsamkeit bei rutschigen Bodenverhältnissen oder schlechtem Licht ein Faktor für das Entstehen einer zu starken Bewegung. Sie rutschen mit Ihrem Standbein weg – wie beispielsweise im Heizungskeller – und Ihre Muskeln können nicht mit der Bewegung „Schritt halten“. Das ist typisch für die Entstehung von Zerrungen. Abrupte Bewegungen oder plötzliche Beschleunigungen – beides sind die häufigsten Ursachen für muskuläre Sportverletzungen – können immer und überall die Muskeln überfordern. Denn auch für Sie gilt dies ganz genauso. Sicher sind Sie auch schon mal zum Bus oder etwas Ähnlichem gesprintet. Das kann schmerzhafte Folgen haben. Ebenfalls sehr geeignet, Ihnen unangenehme Schmerzen zuzufügen, sind Drehungen oder Schlagbewegungen. Passen Sie auch beim Werfen von Gegenständen oder Bällen auf.

Wie können Sie einer Zerrung vorbeugen?

Sorgen Sie für eine gute Durchblutung Ihrer Muskeln. Sind diese kalt oder übermüdet, werden sie eben nicht mit genug Blut versorgt. Sie sehen schon, Aufwärmen und Erholung sind essenziell für die Vorbeugung. Gerade viele Hobbysportler – und hier vor allem die vielen Kraftsportler – sollten dies beherzigen. Je stärker die Beanspruchung, desto sorgfältiger sollten Sie sich aufwärmen.

Eis, Eis und immer wieder Eis: Wie müssen Sie Ihre gezerrten Muskeln behandeln?

Halten Sie die verletzte Stelle kühl. Nehmen Sie am besten einen Beutel mit Eiswürfeln und halten sie diesen 15 bis 30 Minuten lang auf Ihre lädierten Muskeln. Achten Sie dabei aber darauf, genug Stoff zwischen Eis und Haut zu legen, um einer Verbrennung vorzubeugen. Erst im Anschluss an diese halbe Stunde können Sie mit den ersten Bewegungen beginnen. Seien Sie dabei ganz vorsichtig. Ihr Körper wird dafür sorgen, die Muskeln wieder schnell zu heilen, doch rasche Bewegungen und Überanstrengungen können – und wollen – sie hier nicht an den Tag legen. Mit einer geeigneten Sportsalbe und dem stetigen Wiederholen der Kühlungen können Sie zudem die Schmerzen etwas lindern.

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