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Identitätsdiebstahl und E-Mail-Hack: So prüfen Sie, ob Ihre E-Mail-Adresse betroffen ist

Der Identitätsdiebstahl geht weiter. Nachdem bereits im Januar der Diebstahl von zig Millionen E-Mail-Zugangsdaten bekannt wurde, sind jetzt weitere 21 Millionen geknackte E-Mail-Adressen samt Passwörter aufgetaucht. Diesmal hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schneller reagiert und einen Selbsttest online gestellt. Hier kann jeder selbst prüfen, ob die eigene Adresse betroffen ist und möglicherweise gehackt wurde.

Darum geht’s

Von der Staatsanwaltschaft Verden hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einen Datensatz mit über 20 Millionen E-Mail-Adressen erhalten, die möglicherweise gehackt wurden, sprich: E-Mail-Adresse plus Kennwort wurden ausspioniert und stehen im Klartext in der Hackerdatei. Die Folgen können gravierend sein: Die Hacker erhalten nicht nur Zugriff auf das E-Mail-Konto und können darüber problemlos andere Konten, etwa von Amazon, ebay oder Facebook übernehmen – selbst wenn Sie dort andere Kennwörter verwenden. Die Hacker müssen nur die Passwort-Vergessen-Funktion des Anbieter verwenden, um an die Zugangskennwörter zu gelangen.

Derzeit informiert das BSI die Inhaber der betroffenen E-Mail-Adressen. Zudem gibt es wieder einen Sicherheitstest, mit dem jeder selbst prüfen kann, ob die eigene E-Mail-Adresse in der Hacker-Datenbank steht.

Bin ich betroffen? So testen Sie Ihre E-Mail-Adresse

Ob die eigene E-Mail-Adresse betroffen und möglicherweise von den Hackern zum Identitätsdiebstahl genutzt wird, lässt sich leicht herausfinden. Das BSI hat dafür in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom einen Sicherheitstest eingerichtet, zu finden auf der Seite www.sicherheitstest.bsi.de. Nach Eingabe der eigenen E-Mail-Adresse wird diese mit den Datenbeständen der gefundenen Botnetze und Dropzones abgeglichen. Verwenden Sie mehrere E-Mail-Adressen, sollten der Test für jede Adresse wiederholt werden.

Wird das Testprogramm fündig, die Adresse plus Zugangsdaten also vermutlich ausspioniert, erhalten Sie per E-Mail an diese Adresse entsprechende Informationen und Empfehlungen zu erforderlichen Schutzmaßnahmen. Zur Sicherheit wird nach dem Test ein vierstelliger Betreff-Code angezeigt, den Sie sich merken oder notieren sollten. Die Antwortmail sollten Sie nur öffnen, wenn genau dieser Code im Betreff angegeben ist. Damit ist sichergestellt, dass die Antwortmail auch tatsächlich vom BSI stammt. Ist Ihre Adresse nicht betroffen, erhalten Sie keine Benachrichtigung; dann brauchen Sie auch den angezeigten Betreff-Code nicht.

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Meine Adresse wurde gehackt, was nun?

Ist die eigene E-Mail-Adresse betroffen, sollte man den Identitätsdiebstahl nicht auf die leichte Schulter nehmen. Um den Kriminellen das Handwerk zu legen und ihnen gar nicht erst die Möglichkeit zu geben, die geklauten Logins zu missbrauchen, sollten Sie als Sofortmaßnahme alle Passwörter zu Onlinediensten wie Facebook oder Google+, allen Onlineshops und den E-Mail-Diensten ändern. Verwenden Sie für jeden Dienst ein anderes und vor allem sicheres Kennwort. Wie sichere Passwörter aussehen und wie Sie sich trotzdem für jeden Onlinedienst ein anderes sicheres Kennwort merken können, steht im Tipp “Unknackbare und sichere Kennwörter“.

Ebenfalls wichtig: Da die Hacker vermutlich über ein Schadprogramm an die Zugangsdaten gelangt sind, sollten Sie Ihren Rechner auf Virenbefall überprüfen. Dazu verwenden Sie am einen kommerziellen oder einen der guten kostenlosen Virenscanner, die wie wir im Tipp “Virenscanner kostenlos” vorgestellt haben. Das BSI stellt zudem auf der Seitewww.sicherheitstest.bsi.de/avira einen guten kostenlosen Virenscanner zum Download bereit. Ebenfalls hilfreich: Die Rescue-Disc des Virenexperten Kaspersky, mit der sich virenverseuchte Rechner reinigen und reparieren lassen; mehr dazu im Tipp “Viren entfernen mit dem Rescue Disk Maker von Kaspersky“.

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Die behördlich abgesegnete De-Mail: Trügerische Sicherheit beim vertraulichen Nachrichtenversand

Die kürzlich vom Bundestag abgesegnete De-Mail soll eine sichere und vertrauliche Kommunikation zwischen Absender und Empfänger ermöglichen. Soweit die Theorie. Leider ist das nur eine Halbwahrheit. Die Gesellschaft für Informatik hat herausgefunden, dass De-Mails sind nicht sicherer als die herkömmlichen Mails sind. Der Grund hierfür ist die fehlende „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“.

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Abgesichert ist nur der Datentransfer

Tatsächlich ist nur der Transport der E-Mail verschlüsselt, die Speicherung Ihrer vertraulichen E-Mail wird auf den Servern aber unverschlüsselt abgelegt. Diese „Transferverschlüsselung“, die das Abhören des Datentransfers verhindert ist nicht neu. Sie wird bereits seit geraumer Zeit auch von den anderen E-Mail-Anbietern benutzt.

Komplette Verschlüsselung ist möglich, aber nicht vorgeschrieben

Die „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“, die den kompletten Vorgang absichern soll, ist aber auch keine Neuheit und technisch gesehen durchaus möglich. Die Bundesregierung hat die „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ zwar prinzipiell vorgesehen, sie aber nicht zur Voraussetzung gemacht.

Ärgerlich in diesem Zusammenhang ist, dass die De-Mails kostenpflichtig sind und keinen zusätzlichen Schutz gegenüber den herkömmlichen E-Mails bieten. Schließlich möchte man ja auch kein Fahrrad geliefert bekommen, wenn man doch ein Auto bezahlt hat.

Maximale Sicherheit wäre möglich

Es wäre sogar möglich, einen komplett vertraulichen Nachrichtenaustausch zu ermöglichen. Die Kombination aus dem neuen elektronischen Personalausweis und der „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ lässt dann nur noch authentifizierte Teilnehmer zu.

Bis dieser Zustand endlich eintritt, bleibt einem nur die Möglichkeit, bei vertraulicher Kommunikation der postalische Weg oder das Gespräch unter vier Augen.

Die komplette Meldung der Gesellschaft für Informatik (GI) zu diesem Thema finden Sie hier.

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Hochwasser: Steuer-Entlastungen für alle Hochwasser- und Flut-Geschädigten

Das Hochwasser geht langsam zurück – die großen Schäden bleiben. Die Bundesregierung hat für alle Betroffenen schnelle Hilfe versprochen. Dazu gehören auch steuerliche Maßnahmen. Wir zeigen, was damit im Detail gemeint ist.

Steuererleichterungen im Überblick

Die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben ein ganzes Bündel von Steuererleichterungen beschlossen. Beispielsweise werden Steuerschulden zinslos gestundet, sofern bis zum 30. September 2013 ein entsprechender Antrag beim Finanzamt gestellt wird. Desweiteren verfahren die Finanzämter bei steuerlichen Nachweisen großzügiger. Sollten während der Flut Buchführungsunterlagen verloren gegangen sein, entstehen dadurch keine Nachteile.

Durch welche Sofortmaßnamen „zu Vermeidung unbilliger Härten“ die Steuerlast gesenkt werden kann, steht ausführlich auf der folgenden Seite des Bundesfinanzministeriums:

www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/2013-06-07-Flutopfer-Hilfe.html

Die Bundesländer Bayern, Sachsen und Thüringen haben auf ihren Internetseiten zudem eigene länderspezifische Informationen zusammengestellt, zu finden unter:

Bayern:
www.stmf.bayern.de/internet/stmf/aktuelles/neuigkeiten/21719/index.htm
www.stmf.bayern.de/service/finanzielle_hilfen/hochwasser_2013

Sachsen:
www.medienservice.sachsen.de/medien/news/184854
www.smf.sachsen.de/download/2013-06-04_Hochwasser-Erlass.pdf

Thüringen:
www.thueringen.de/th1/tsk/aktuell/veranstaltungen/72025/index.aspx

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Steuererleichterungen für Arbeitnehmer

Von Fluten betroffene Arbeitnehmer, die von Ihren Vorgesetzten eine finanzielle Unterstützung erhalten, können bis zu 600 Euro netto behalten und müssen nichts davon ans Finanzamt abführen. Bayern, Brandenburg, Sachsen und Thürigen verzichten sogar auf die 600-Euro-Grenze; hier bleiben auch finanzielle Unterstützungen über 600 Euro steuerfrei.

Außergewöhliche Belastungen

Falls Hausrat und Kleidung nicht von der Versicherung ersetzt werden, sind alle Wiederbeschaffungskosten als außergewöhnliche Belastungen steuerlich absetzbar. Dazu gehören allerdings nur die Kosten für Neukauf oder Reparatur existenziell notwendiger Güter wie Möbel, Hausrat und Kleidung. Nicht dazu gehören Gegenstände für Bereiche wie den Keller, den Garten, die Garage oder das Auto.

Wer Schäden von der Hausratversicherung oder Elementarschadenversicherung ersetzt bekommt, dafür aber einen Selbstbehalt tragen muss, kann den Selbstbehalt ebenfalls in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung absetzen. Das gilt auch, wenn die Versicherung nur einen Teil zahlt. Die darüber hinaus gehende eigene finanzielle Belastung wirkt sich ebenfalls steuermindernd aus.

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Abschaffung der Praxisgebühr – das ändert sich für Sie

Lange schon wurde die Abschaffung der Praxisgebühr gefordert, nun ist sie endlich beschlossen. Diese Gebühr, die Versicherte davon abhalten sollte, wegen jeder Kleinigkeit einen Arzt aufzusuchen, hat nicht nur ihre Wirkung verfehlt, sondern sogar zu vermehrten Arztbesuchen geführt. Doch was bedeutet die Abschaffung der Praxisgebühr für Sie als Versicherte oder Versicherter genau?

Die einzelnen Änderungen im Vergleich

Ab 2013 haben Sie weder bei Ihrem Hausarzt, Ihrem Zahnarzt, noch bei einem anderen Facharzt die Praxisgebühr zu zahlen, die bislang bei jedem ersten Arztbesuch im Quartal fällig war. Für Sie bedeutet dies gleichzeitig, dass Sie nicht zunächst zu Ihrem Hausarzt müssen, wenn Sie einen Facharzt aufsuchen möchten. Bislang war hierfür eine Überweisung nötig, um die zehn Euro Praxisgebühr beim Facharzt nicht noch einmal zahlen zu müssen. Sie können daher beliebig viele Fachärzte aufsuchen, ohne ihren Hausarzt hiervon in Kenntnis zu setzen. Eine Ausnahme bilden allerdings einige Spezialisten wie die Radiologen. Für diese Ärzte benötigen Sie weiterhin eine Überweisung Ihres Hausarztes. Eine weitere Einschränkung gilt für alle Kassenpatienten, die an einem Hausarztmodell ihrer Krankenkasse teilnehmen. Wenn Sie ein Hausarztmodell mit ihrer Krankenkasse vereinbart haben, müssen Sie in der Regel immer zuerst Ihren Hausarzt aufsuchen. Die Regelungen der einzelnen Krankenkassen sind jedoch unterschiedlich, erkunden Sie sich daher bei Fragen immer bei Ihrer eigenen Krankenkasse.

Was heißt das konkret?

Ob Sie durch die Aufhebung der Praxisgebühr langfristig Geld sparen, wird sich erst in den folgenden Jahren zeigen. Den Krankenkassen fehlen durch die Abschaffung der Gebühr pro Jahr rund 1,8 Milliarden Euro. Gleichzeitig wurden aber auch die Bundeszuschüsse gekürzt, mit denen der Bund die Krankenkassen aus Steuermitteln bezuschusst. Sollten die Krankenkassen mit den geringeren Einnahmen nicht auskommen, werden sie daher sicherlich die Beitragssätze erhöhen oder Zusatzbeiträge erheben.