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Datenrettung: Gelöschte Daten wiederherstellen und retten

Im Eifer des Gefechts ist es schnell passiert: Die Diplomarbeit wurde versehentlich in den Papierkorb geschoben und der Ordner mit den Hochzeitsfotos mit der [Entf]-Taste gelöscht. Das kann selbst erfahrenen PC-Anwendern passieren. Doch mit etwas Glück bleiben solche Versehen folgenlos. Denn auch wenn die Dateien nicht mehr im Windows Explorer auftauchen, besteht noch Hoffnung. Gelöschte Dateien lassen sich – zumindest für einen gewissen Zeitraum – wieder herbeizaubern.

Das liegt an der Art und Weise, wie Dateien gelöscht werden. Denn wenn Sie im Explorer Dateien und Ordner mit dem Befehl Bearbeiten | Löschen oder der [Entf]-Taste löschen, werden sie nicht sofort entfernt. Die Dateien landen zuerst im Papierkorb von Windows und lassen sich dort eine Zeit lang wieder herausfischen.

Versehentliches Löschen sofort wieder rückgängig machen

Wenn Sie das Versehen sofort bemerken, können Sie den Fehler direkt korrigieren. Sämtliche Dateioperationen – ob Kopieren, Verschieben, Umbenennen oder Löschen – lassen sich mit einem Kurzbefehl wieder rückgängig machen. Drücken Sie hierzu die Tastenkombination [Strg][Z], oder wählen Sie im Explorer den Befehl „Bearbeiten | Rückgängig“ bzw. „Organisieren | Rückgängig“. Damit können Sie sogar mehrere Aktionen hintereinander wieder ungeschehen machen.

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Aber selbst wenn Sie den digitalen Papierkorb leeren, ist noch nichts verloren. Denn dann werden die Dateien intern lediglich zum Löschen vorgemerkt. Der Speicherplatz wird praktisch für zukünftige Schreibvorgänge reserviert, auch wenn sich dort noch die alten Daten befinden. Kritisch wird es erst, wenn Sie längere Zeit mit dem Computer weiterarbeiten. Denn sobald Sie neue Dateien auf der Festplatte speichern, verwendet das Betriebssystem die als frei gekennzeichneten Speicherbereiche und legt dort die neuen Daten ab. Erst jetzt sind die ursprünglichen Daten verloren, da sie durch neue überschrieben wurden. Solange die als frei markierten Bereiche noch nicht überschrieben wurden, lassen sich die alten Daten retten.

Gelöschte Dateien aus dem Windows-Papierkorb fischen

Da gelöschte Dateien erst einmal im Papierkorb von Windows landen, lassen sich bereits entfernte Ordner und Dateien noch retten – vorausgesetzt, der Papierkorb wurde noch nicht geleert und die Daten lagen auf der lokalen Festplatte. Dateien von Netzwerklaufwerken landen nicht im Papierkorb, sondern werden sofort entfernt.

Um eine Datei oder Ordner wieder aus dem Papierkorb zu fischen, gehen Sie folgendermaßen vor:

1. Wechseln Sie zum Windows-Desktop; das geht am schnellsten mit der Tastenkombination [Windows-Taste][D].

2. Klicken Sie doppelt auf den Papierkorb. Sollte der Papierkorb nicht auf dem Desktop zu finden sein, öffnen Sie den Explorer ([Windows-Taste][E]). Sie finden den Papierkorb am Ende der Ordnerliste.

3. Markieren Sie die Datei, die Sie wieder retten möchten, und klicken Sie auf die Schaltfläche „Element wiederherstellen“. Die Datei wird daraufhin am ursprünglichen Speicherort wiederhergestellt.

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Wie groß der Papierkorb von Windows werden darf, können Sie übrigens selbst festlegen. Klicken Sie hierzu mit der rechten Maustaste auf den Papierkorb, und wählen Sie den Befehl „Eigenschaften“. Im folgenden Fenster können Sie die maximale Größe des Dateipapierkorbs festlegen. Ideal sind knapp 5% bis 10% der Festplattenkapazität. Weniger ist nur sinnvoll, wenn es auf der Festplatte eng wird und Sie den Platz für Programme und Dateien benötigen.

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Frühere Dateiversionen wiederherstellen

Bei Windows Vista, Windows 7 und Windows 8 gibt es eine interessante Funktion, die wie eine Zeitmaschine für Dateien funktioniert. Windows legt von veränderten oder neu angelegten Dateien sogenannte Schattenkopien bzw. frühere Dateiversionen an. Das sind Sicherheitskopien, in denen alle Veränderungen an einer Datei festgehalten werden. Da Windows die Schattenkopien automatisch und jeden Tag anlegt, können Sie bequem eine Datei „zurückspulen“ und eine frühere Version eines Briefs oder eines bearbeiteten Fotos zugreifen. Schattenkopien verbrauchen kaum Platz, da Windows hier nur die Veränderungen zum Original speichert. Wenn Sie nur drei Wörter in einem langen Word-Brief ändern, merkt sich Windows nur die geänderten drei Wörter. Um bei Windows eine frühere Version einer Datei wiederherzustellen, markieren Sie die Datei und rufen den Befehl „Organisieren | Eigenschaften“ auf. Im Register „Vorgängerversionen“ stehen alle früheren Versionen der Datei zur Auswahl.

Daten retten mit Rettungstools

Wenn die Bordmittel von Windows nicht ausreichen und die Dateien bereits aus dem Papierkorb verschwunden sind, können Sie im nächsten Schritt Rettungstools verwenden. Diese analysieren Festplatten oder Speicherkarten und suchen nach Dateiresten, die sich wiederherstellen lassen.

Je schneller Sie einen Festplattenfehler oder das versehentliche Löschen bemerken, umso besser stehen die Chancen für eine erfolgreiche Datenrettung. Generell sind bei einer Datenrettung folgende Punkte wichtig:

  • Vorher installieren – Die Software zur Datenrettung sollte bereits vor dem Datenverlust installiert sein. Nur dann ist gewährleistet, dass durch die Installation des Rettungstools keine Daten auf der Festplatte überschrieben werden.
  • Nicht weiterarbeiten – Arbeiten Sie nach dem Datenverlust nicht mit dem Computer weiter. Insbesondere sollten Sie auf das Surfen im Internet, das Speicher von Dateien oder die Installation von Software verzichten, um die ursprünglichen Daten nicht zu überschreiben.
  • Andere Partition/Festplatte – Falls möglich sollten Sie die Rettungssoftware auf einer Partition bzw. einer Festplatte installieren, auf der kein Datenverlust eingetreten ist. Hierzu können Sie zum Beispiel die Festplatte ausbauen, in einen anderen Rechner einbauen und von dort den Rettungsversuch starten.

Die Bedienung der Rettungstools ist einfach. Bei den meisten Programmen teilen Sie dem Programm mit, auf welchem Datenträger nach verlorenen Dateien gesucht werden soll. Je nach Datenträgergröße dauert die Suche zwischen wenigen Minuten und mehreren Stunden. Nach Abschluss der Analyse erhalten Sie eine Übersicht aller Dateien, die sich problemlos wiederherstellen lassen. Folgende Rettungstools haben sich in der Praxis bewährt und bieten gute Chancen auf eine erfolgreiche Wiederherstellung:

Datenrettung mit dem Gratis-Recovery-Tool „PC Inspector“ – So geht’s Schritt für Schritt

Um mit dem kostenlosen Rettungstool PC Inspector Datenträger nach gelöschten Dateien zu durchforsten, gehen Sie folgendermaßen vor:

1. Laden Sie von der Webseite www.pcinspector.de die kostenlose Version „PC Inspector File Recovery“ herunter und installieren Sie das Programm auf der Festplatte. Die Download-Schaltfäche ist leider etwas versteckt; sie befindet sich in der rechten Spalte unter „Download here“.

2. Nach dem Start haben Sie die Wahl, gelöschte Dateien aus dem Papierkorb zu retten, verlorene Daten zu suchen oder verlorene Laufwerke aufzuspüren. Klicken Sie auf das Symbol mit dem roten Kreuz, links neben „Finde verlorene Daten“.

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3. Im nächsten Fenster wählen Sie das zu durchsuchende Laufwerk aus und klicken die Schaltfläche mit dem grünen Häkchen.

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4. Im nächsten Fenster können Sie die Suche auf bestimmte Clusterbereiche (Festplattenbereiche) eingrenzen. Um die gesamte Festplatte zu durchsuchen, lassen Sie Einstellungen unverändert und klicken auf das grüne Häkchen.

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5. Im Statusfenster können Sie verfolgen, wie viele gelöschte Daten gefunden wurden und wie lange die Suche noch dauert.

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6. Sobald die Suche abgeschlossen ist, erhalten Sie eine Liste aller gefundenen und wiederherstellbaren Dateien. Unter „Gelöscht“ finden Sie alle gelöschten Dateien, die sich voraussichtlich wiederherstellen lassen. Bei den unter „Verloren“ aufgeführten Einträgen besteht zumindest noch eine geringe Chance für eine Rettung. Das Rettungstool kann bei den meisten Dateien zwar den ursprünglichen Dateinamen wiederherstellen, erkennt aber mitunter den Dateitypen nicht.

Markieren Sie die Dateien, die Sie wiederherstellen möchten, und klicken Sie auf die Speichern-Schaltfläche. Mehrere Dateien lassen sich mit gedrückter [Strg]-Taste markieren.

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7. Im nächsten Fenster wählen Sie den Zielordner und klicken auf die Schaltfläche mit dem grünen Häkchen. Die markierten Dateien stehen anschließend wieder im gewählten Zielordner zur Verfügung; mitunter müssen Sie lediglich die Dateinamen korrigieren.

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Inhalte aus beschädigten Office-Dateien retten

Beschädigungen bei Office-Dateien können viele Ursachen haben. Wenn aber keine Sicherheitskopien von Word-, Excel- oder Powerpoint-Dokumenten existieren, ist guter Rat teuer. Seit Office 2007 lassen sich aber in den meisten Fällen viele der zerstörten Inhalte retten.

Kaputte Office-Dateien retten

Wie viel von einer Datei gerettet werden kann, ist vom Grad der Beschädigung abhängig. In den meisten Fällen jedoch kann man mit dem Windows-Explorer auf die noch vorhandenen Inhalte zugreifen. Das Zauberword heißt hier „ZIP-Archiv“. Die defekte Datei wird ganz einfach in eine ZIP-Datei umbenannt.

Vor dem Rettungsversuch Dateiendungen einblenden

Damit der Trick funktioniert, sollten Sie vorher prüfen, ob die Dateiendungen (.docx, .xlsx, .pptx) im Windows-Explorer angezeigt werden. Bei Windows 7 werden die bekanntesten Dateiendungen standardmäßig ausgeblendet und nur der Dateiname ist sichtbar.

Ist das bei Ihnen der Fall, dann klicken Sie im Windows-Explorer auf „Organisieren | Ordner- und Suchoptionen“ um das Dialogfenster der „Ordneroptionen“ zu öffnen.

In diesem Dialogfenster wechseln Sie zum Register „Ansicht“ und deaktivieren unter „Erweiterte Einstellungen“ im Bereich „Dateien und Ordner“ die Option „Erweiterungen bei bekannten Dateitypen ausblenden“. Bestätigen Sie mit „OK“ die Änderung.

Ab sofort werden alle Dateiendungen im Windows-Explorer angezeigt.

Das Umbenennen der defekten Datei

Um Daten aus der beschädigten Datei zu retten, wird diese als erstes mit der Taste [F2] umbenannt. Fügen Sie dem Dateinamen inklusive der Original-Dateiendung, die Endung „.zip“ hinzu. Die nachfolgende Sicherheitsmeldung bestätigen Sie mit „Ja“.

Entpacken des ZIP-Archivs

Anschließend klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das soeben erzeugte ZIP-Archiv und wählen im Kontextmenü „Alle extrahieren“ aus.

Im nachfolgenden Dialogfenster können Sie, wenn gewünscht, einen anderen Speicherort auswählen. Wenn der Speicherpfad nicht geändert wird, dann extrahiert der Explorer automatisch die Daten in den gleichen Ordner in dem sich das ZIP-Archiv befindet.

Das defekte Dokument

Öffnen Sie den entpackten Ordner. Da in diesem Beispiel ein Word-Dokument benutzt wurde, befindet sich in dem Unterordner „Word“ das defekte Dokument im .xml-Format.

Die .xml-Formate von Office sind Archive, die sämtliche Bestandteile eines Dokuments in Klartext enthalten. Die Datei „document.xml“ enthält außer dem eigentlichen Text auch noch weitere Anweisungen wie zum Beispiel Textformatierungen.

Öffnen Sie mit einem Doppelklick die Datei „document.xml“ und kopieren ganz einfach die noch vorhandenen Textpassagen heraus und fügen sie in ein neues Word-Dokument ein.

Waren Bilder enthalten?

Wenn sich im defekten Dokument auch Bilder befunden haben, lohnt sich ein Blick in den Unterordner „media“. Hier werden die geretteten Bilder abgelegt.

Die so geretteten Fotos lassen sich auch ganz normal herauskopieren.

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USB-Stick defekt? Daten von beschädigten USB-Sticks retten

USB-Sticks werden als Massenware möglichst billig produziert. Das führt zwangsläufig zu Qualitätseinbußen bei Material und Verarbeitung. Die Konsequenz ist, dass diese Billig-Sticks sehr schnell verschleißen. Wenn sie dann auch noch ein paar Mal herunterfallen, ist deren Schicksal schnell besiegelt: Ab in den Mülleimer. Doch vorher gibt es noch zwei Möglichkeiten die gespeicherten Daten zu retten. Dazu brauchen Sie nur etwas Tesa-Film oder Ihren Backofen.

Der Tesatrick

Meistens wird der Fehler erst dann erkannt, wenn zwar die Treiber geladen werden, aber der USB-Stick nicht im Windows-Explorer sichtbar ist. Der Fehler ist dann oft eine gebrochene Lötstelle.

Die erste Möglichkeit ist, die auf dem Stick befindlichen Speicherchips so straff mit Tesafilm zu umwickeln, das wieder ein Kontakt hergestellt wird.

Dazu müssen Sie aber erst vorsichtig das Kunststoffgehäuse entfernen, deren Steckverbindungen trotz allem wahrscheinlich abbrechen werden. Das macht aber nichts, da der Stick, nachdem die Daten herunterkopiert wurden, letztendlich sowieso im Müll landen wird.

Führt diese Möglichkeit nicht zum Erfolg, dann bleibt als letzte Möglichkeit nur noch der Backofen.

Der Backofentrick

Auch hier entfernen Sie vorher das Plastikgehäuse und legen den Stick in den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen. Das Plastik innerhalb des USB-Steckers sollte die Tortur überleben. Backen Sie den Stick bei dieser Temperatur für fünf Minuten. Das Lötzinn schmilzt bei dieser Temperatur und stellt die Kontakte wieder her.

Schalten Sie den Backofen nach fünf Minuten aus und öffnen die Backofen-Tür. Lassen Sie den Stick ca. 30 Minuten abkühlen, ohne ihn zu bewegen. Das Lötzinn könnte sonst verlaufen. Danach können Sie den USB-Stick herausnehmen und die Daten herunterziehen.

Dieser Trick funktioniert auf die gleiche Art und Weise bei einer defekten Grafikkarte. Auch hier sind gebrochene Lötstellen oftmals die Fehlerquelle. Damit verlängern Sie zumindest für ein paar Tage deren Funktionen, bis Sie sich eine neue Grafikkarte zugelegt haben.

Eines sollte dabei aber klar sein: Stick und Grafikkarte könnten im Backofen auch endgültig zerstört werden und sollte nur die allerletzte Möglichkeit sein.