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Ein Ziel, zwei Wege: Java und ActiveX

Der Schere der Unverträglichkeiten zwischen den beiden Browsers geht vor allem bei den Web-Erweiterungen wie Java und ActiveX noch weiter auseinander. Beide Technologien verfolgen im Grunde das gleiche Ziel, die Erweiterung der Word-Wide-Web-Möglichkeiten um eine Programmiersprache, die Web-Autoren kreativen Spielraum gewähren. Während die Programmiersprache Java sowohl vom Netscape Navigator als auch vom Internet Explorer unterstützt werden, geht Microsoft mit ActiveX seinen eigenen Weg. World-Wide-Web-Seiten, die die ActiveX-Technologie nutzen, lassen sich ausschließlich mit dem Internet Explorer von Microsoft betrachten. Die Benutzer des Netscape Navigators schauen bei ActiveX-Seiten in die Röhre; der Bildschirm bleibt in einigen Fällen einfach leer.

Ob sich der Alleingang Microsofts lohnt, werden die nächsten Monate zeigen. Die Marktanteile sprechen derzeit noch eine deutliche Sprache: Mit knapp 80 Prozent Marktanteil liegt der Netscape Navigator noch immer deutlich auf der Pole-Position, weit vor dem Internet Explorer von Microsoft mit knapp 13 Prozent.

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Mosaic Browser: Was ist eigentlich aus dem Urvater der Browser geworden?

Der Erfolg des Netscape Navigators und später des Internet Explorers von Microsoft ging nicht spurlos am Geburtsort des Browsers, dem National Center for Supercomputing Applications (NCSA) vorüber. Zwar wurde der Mosaic-Browser in den nächsten Jahren weiterentwickelt, er erreichte jedoch nie die Popularität der Netscape-Produkte. Der Mosaic-Browser hinkte immer der Zeit hinterher und unterstützte lediglich die verabschiedeten HTML-Standards. Neuerungen, die Netscape einführte und die sich zum Quasi-Standard entwickelten, blieben beim Mosaic-Browser außen vor. Selbst die aktuelle Version 3.0, die Anfang 1997 erschien, kann noch immer keine Frames (Rahmen) darstellen, die bei anderen Browsern längst zum Standard-Repertoire gehören. NCSA hat die Entwicklung eigener Browser mittlerweile an den Nagel gehängt. Die Version 3.0 ist die letzte Mosaic-Version. *** Ende Kasten ***

Eine echte Konkurrenz für Netscape war die Microsoft-Lösung jedoch nicht. Erst Mitte 1996, mit der Entwicklung der dritten Generation der Browser, zeichnete sich eine Aufholjagd an. Vor allem in technischer Hinsicht. Erst seit den Versionen 3.0 des Netscape Navigators und des Internet Explorers sind beide Browser technisch auf gleicher Höhe. Beide unterstützen die jeweils aktuellen Entwicklungen der HTML-Sprache, allerdings mit einem bitteren Beigeschmack. Da ein offizieller HTML-Standard für neue Web-Entwicklungen fehlte, bastelten beide Kontrahenten an eigenen Lösungen für die Umsetzung der innovativen Ideen. Mit teilweise fatalen Folgen: Einige Internet-Seiten lassen sich entweder mit dem Netscape Navigator oder mit dem Interner Explorer betrachten. Autoren, die die Spezialfunktionen eines Browsers einsetzen, schließen damit die Benutzer anderer Browser aus oder schränken den Zugriff zumindest ein. In den harmlosesten Fällen kann man die Seite des für den Konkurrenten optimierten Browsers zwar noch darstellen, muß aber Einbußen in der Funktionalität bzw. der Darstellung der Seite hinnehmen. Tabellen sind beispielsweise verrutscht, Grafiken erscheinen in anderen Farben oder Fehlermeldungen weisen auf Inkompatibilitäten zwischen den Browsern hin.

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Geschichte der Webbrowser: Die späte Geburt – der Internet Explorer

Die Analysten haben sich getäuscht, der Erfolg des World Wide Web war unaufhaltsam und verzeichnete nicht nur steigende Teilnehmerzahlen, sondern auch immer mehr Angebote, kostenlose Angebote. Die Mitgliederzahlen des Online-Angebots Microsoft Network blieben indes weit hinter den Erwartungen zurück. Erst sehr spät, viel zu spät, erkannte Software-Riese Microsoft, daß die Zukunft der Telekommunikation dem Internet und dem World Wide Web gehört.

Erst Anfang 1996 präsentiert Microsoft den ersten eigenen World-Wide-Web-Browser, den Internet Explorer 1.0. Die Premiere fiel jedoch wenig euphorisch aus. Als zu langsam und wenig leistungsfähig entpuppte sich das Erstlingswerk. Erst die Nachfolge-Version 2.0 reichte an die Leistungsfähigkeit des Marktführers Netscape heran. Der Vorteil gegenüber der Konkurrenz: Microsofts Internet Explorer liegt kostenlos dem Betriebssystem bei bzw. ist kostenlos im Internet erhältlich. Netscape verlangt für die kommerzielle Nutzung ihrer Web-Software nach einer Testphase von 90 Tagen zwischen 40 und 80 US-Dollar, lediglich Studenten, Universitätsangehörige, Mitarbeiter von Erziehungseinrichtungen und Angestellte von wohltätigen Vereinen dürfen Netscape Navigator kostenlos benutzen.

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Geschichte der Internet-Browser: 1993, die Geburtsstunde der Browser

Daß sich der Browser, der das Fenster zum World Wide Web bildet, zu einem der wichtigsten und erfolgreichsten PC-Produkte der 90er Jahre entwickeln würde, hat sich Marc Andreessen sicher nicht träumen lassen. Der findige Student am National Center for Supercomputing Applications (NCSA) erkannte bereits früh, daß das von Tim Berners-Lee ins Leben gerufene World Wide Web eine grafische Oberfläche braucht. Bis 1993 arbeiteten die meisten World Wide Web-Anwender – es waren nur ein paar hundert, vor allem am Europäischen Institut für Teilchenphysik (CERN) – noch mit zeichenorientierten Programmen. Marc Andreessen entwickelte daraufhin den ersten grafischen Web-Browser namens NCSA Mosaic, programmiert für das X-Windows-System und Microsoft Windows. Bereits die erste Version des Web-Browsers hatte maßgeblich Anteil an der explosionsartigen Zunahme der Popularität des World Wide Web. Er diente lange Zeit als Vorbild für alle zukünftigen Web-Browser.

Im März 1994 verließ Marc Andreessen mit weiteren Kommilitonen NCSA, um die Mosaic Communications Corporation zu gründen, die sich kurze Zeit später in Netscape Communications Corporation, dem heutigen Marktführer in Sachen Web-Browser, umtaufte. Die junge Firma hatte gleich mit dem ersten Produkt, dem Netscape Navigator 1.0 einen durchschlagenden Erfolg. Der Web-Browser war einfach zu bedienen, sah ansprechend aus und war im Vergleich zu anderen Browsern sehr schnell. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten; der Navigator von Netscape entwickelte sich schnell zum Standard-Browser für das World Wide Web.

Lange Zeit sah es so aus, daß die Konkurrenz dem Quasi-Monopolisten Netscape das Feld der World-Wide-Web-Software kampflos überlassen würde. Von einem ernsthaften Konkurrenzprodukt war auch 1995 weit und breit nichts zu sehen. Das Internet wurde „damals“ noch nicht ernst genommen, kaum einer gab dem Internet ein Chance. Oftmals wurde es wenig lukrative als Spielwiese für Studenten und Universitäten herabgestuft. Die meisten Anbieter von Online-Informationen setzten statt dessen auf propietäre Lösungen und etablierten eigene, geschlossenen Online-Dienste. Microsoft präsentierte zusammen mit der neuen Betriebssystem-Version Windows 95 beispielsweise das Online-Angebot Microsoft Network (MSN).

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Das Grundproblem der verschiedenen Browser und Versionen

HTML sorgt zwar für einen einheitlichen Standard beim internen Aufbau der World-Wide-Web-Seiten, doch entscheidet letztenendes die Software über das endgültige Aussehen einer Seite. Und gerade hier gibt es – wie bereits angesprochen – teilweise eklatante Unterschiede zwischen den verschiedenen Browsern. Der eine Browser stellt Tabellen und Schaltfläche beispielsweise anders dar als der andere. Auch die Farbgebung sowie die Plazierung einzelner Seitenelemente kann auf den einzelnen Browsern zu verschiedenen Ergebnissen führen. Doch warum machen sich die Unterschiede teilweise recht drastisch bemerkbar, wo der HTML-Standard doch eigentlich für Harmonie sorgen soll?

Die Antwort ist recht einfach: Auf dem Markt der Browser-Software herrscht ein regelrechter Krieg, ein Browser-Krieg. Gegenüber stehen sich die beiden amerikanischen Software-Schmieden Netscape und Microsoft, die um Marktanteile im Browser-Geschäft kämpfen. Kein Wunder, schließlich benötigt jeder, der in die bunte Welt des Internet eintauchen möchte, einen Browser. Bei geschätzten 70 Millionen Internet-Teilnehmern – Tendenz: steigend – ein lukrativer Markt. Auch für die Zukunft.

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Der Browser, das Fenster ins World Wide Web

Wer in die Datenfluten des World Wide Web eintauchen möchte, braucht das richtige Werkzeug, den sogenannten Browser (frei übersetzt: einen „Durchstöberer“). Der Browser ist eine spezielle Software für den PC, der die Daten, die über die Telefonleitung in das Innere des PC wandern, in ansprechende Texte, Grafiken und Seiten verwandelt. Im Grunde ist der Browser mit einen Fernseher vergleichbar, der die Signale der Fernsehstationen in bewegte Fernsehbilder verwandelt. Der Browser ist praktisch das Empfangsgerät für die World-Wide-Web-Signale.

Wie Browser Internet-Seiten darstellen

Die Arbeitsweise eines Browsers ist im Grunde relativ simpel: Er nimmt den HTML-Code entgegen und interpretiert Zeile für Zeile den Inhalt der Textinformationen. Anhand der HTML-Kodierung weiß der Browser, wo und in welcher Schriftart Texte oder in welcher Größe eine Grafik erscheinen soll. Auch sämtliche Zusatzinformationen wie eingebettete Videos oder Java-Erweiterungen wertet der Browser aus und stellt das entsprechende Ergebnis aus. Im HTML-Code erfährt der Browser haargenau, wo er die einzelnen Komponenten, aus denen sich eine Web-Seite zusammensetzt, finden kann. Sie, als Anwender, merken von der eigentlichen Umwandlung der HTML-Texte in optisch ansprechend gestaltete Seiten recht wenig. Das brauchen Sie auch gar nicht, schließlich ist es beim Fernseher auch unerheblich, mit welcher Technik die Zeilen des Bildschirms aufgebaut werden.

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Jenseits von HTML: Java und ActiveX

HTML ist nicht die einzige Sprache des World Wide Web. Neben HTML haben sich einige „Zusatzsprachen“ entwickelt, die das World Wide Web um weitere Funktionalitäten ergänzt. Die Erweiterungen ersetzen nicht die HTML-Sprache, sondern ergänzen sie einfach um völlig neue Möglichkeiten. Die Schlagwörter lauten Java, JavaScript, ActiveX und VisualBasic-Script.

Hinter den vier klangvollen Namen steckt nichts anderes als eine weitere Programmiersprache, die dem Programmierer von Web-Seiten noch mehr Freiraum zur Gestaltung der Seite läßt. Im Grunde verbirgt sich hinter Java, JavaScript, ActiveX und VisualBasic-Script ein- und dasselbe Prinzip: Der Autor einer Web-Seite kann seine Seite um kleine Programmodule erweitern und auf diese Weise beispielsweise einen kleinen Taschenrechner, ein Memory-Spiel, einen Börsen-Ticker, eine Suchmaschine, einen Zufallsgenerator oder eine virtuelle dreidimensionale Welt realisieren.

Doch worin liegt der Unterschied zwischen den vier verschiedenen Programmiersprachen? Wieder einmal ist es der Kampf zwischen den Software-Giganten Netscape und Microsoft, die für ein- und dasselbe Ziel verschiedene Lösungen anbieten. Während Netscape auf Java und JavaScript schwört, sind Microsoft-Produkte für ActiveX und VisualBasic-Script optimiert. Der kleine, aber feine Unterschied zeigt jedoch Wirkung: Während Java – ursprünglich von der kalifornischen Hard- und Software-Schmiede Sun Microsystems Inc. entwickelt – mittlerweile zur universellen Programmiersprache für alle Computersysteme herangewachsen und neben DOS- und Windows-PC auch auf Unix-, Linux-, NeXT-, OS/2- und Apple-Systemen willkommen ist, scheint die Microsoft-Lösung ein Einsiedler-Leben zu führen. ActiveX und JavaScript sind einzig und allein für Windows-PC verfügbar; eine Unterstützung der Unix-Gemeinde ist nicht in Sicht. Der Microsoft-Weg ist jedoch nur auf dem ersten Blick eine Sackgasse. Schließlich gehören Windows-PC weltweit zu dem am meisten verbreiteten Computersystemen, vor allem in privaten Haushalten.

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HTML 4.0, die Web-Sprache von morgen

Mit dem HTML-Standard 3.0 ist das World Wide Web aber noch lange nicht am Ende angelangt. Am 08. Juli 1997 veröffentlichte das World Wide Web-Konsortium erste Entwürfe des zukünftigen HTML-Standards 4.0. Die Neuerungen befriedigen vor allem kommerzielle Anbieter, die ihre Web-Seiten dynamisch und interaktiv gestalten möchten. Dank des neuen Standards werden bald auch im Internet Multimedia-Anwendungen möglich sein, wie man sie sonst nur von hochwertigen CD-ROM-Produkten kennt.

Das HTML der Zukunft wird beispielsweise Erweiterungen im Bereich der Formulare sowie der Tabellengestaltung einführen. Das wichtigste jedoch: Die Programmierer erhalten mehr Freiheit bei der Gestaltung der Web-Seite. Sie können zum Beispiel Objekte auf dem Bildschirm beliebig plazieren oder für ähnlich aufgebaute Seiten sogenannte Vorlagen erstellen, die – vergleichbar mit bedrucktem Briefpapier – bereits alle wichtigen Elemente enthalten, die auf jeder Seite auftauchen. Es kann allerdings noch eine Menge Zeit ins Land gehen, bis der neue HTML-Standard vom World-Wide-Web-Konsotrium verabschiedet wird. Derzeit handelt es sich lediglich um ein Arbeitspapier, das die Ziele der nächsten HTML-Generation festlegt.

Und wieder einmal sind die Software-Entwickler dem World-Wide-Web-Konsotrium einige Schritte voraus. Die aktuellen Browser von Netscape und Microsoft verfügen bereits heute über die Fähigkeiten, die laut W3C erst in einigen Monaten zum Standard erkoren werden. Das Dilemma: Die Lösungen von Microsoft und Netscape sehen für den Anwender zwar gleich aus, doch unter der Motorhaube verwenden die Kontrahenten unterschiedliche Techniken. Mit der Folge, daß Netscape-Anwender die für Microsofts Internet Explorer optimierten Web-Seiten nicht darstellen können und umgekehrt. Netscape und Microsoft haben jedoch die Unterstützung für den HTML-4.0-Standard zugesagt. Den nächsten Browser-Generationen liegt dann wieder ein einheitlicher HTML-Standard zugrunde.

Daß der HTML 4.0-Standard sich durchsetzen wird, steht außer Frage. Alle namhaften Software-Hersteller haben bereits ihre Unterstützung für den 4.0-Standard angekündigt. Das ist vor allem für Sie, den „Kunden“ des World Wide Web von Vorteil: Sofern eine Web-Seite nach dem HTML-4.0-Standard aufgebaut ist, spielt es keine Rolle, ob der Web-Browser von Microsoft, von Netscape oder einem anderen Hersteller zum Einsatz kommt. Die Web-Seiten sehen dann auf allen Browsern gleich aus. Ausnahmen bilden dann nur noch die herstellereigenen Erweiterungen von Microsoft und Netscape, die auf dem „gegnerischen“ Browser tabu sind.